Klassenlager Muhamed

Erster Tag

Ich hatte am Morgen gar keine Lust und war ziemlich müde, als ich die letzten Sachen noch in den Koffer packte. Mein Vater fuhr mich zum Bahnhof, wo ich bereits meine Klasse sah. Ich kaufte noch Getränke für meine Kollegen und mich und dann fuhren wir schon los Richtung Bern. Insgesamt sind wir dreimal umgestiegen.

In Signau mussten wir die Koffer einen mittelsteilen Weg zum Lagerhaus hochziehen. Dort angekommen, konnten wir die Zimmer beziehen. Meiner Meinung nach hatte meine Gruppe das beste Zimmer. Wir hatten viel Platz und viel Stauraum. 

Führung durch Signau

Wir konnten an einem Dorfrundgang durch Signau teilnehmen. Herr Sterchi erzählte uns die Geschichte dieses Dorfes. Beispielsweise, dass in Signau die Todesstrafe erst 1861 abgeschafft wurde. Er zeigte auch, wo sich früher die verschiedenen Geschäfte befunden hatte. Es gab über 50 davon, heute hat es nur noch einen Coop und eine Metzgerei.

Im Mittelalter waren die Häuser über drei Meter hoch. Die Strassen waren damals schmaler als heute, das heisst die Häuser standen dichter zusammen. Das wurde zu einem Problem für die LKWs, weil sie nicht durchkamen. Deshalb wurden die Häuser verschoben und zwar mit einer Hydraulikpresse.

Wir erfuhren auch, dass Salz früher sehr wertvoll war. Es durften nur eine Person pro Familie Salz holen gehen und das nur bei der Gemeinde. Wer es illegal verkaufte, kam ins Gefängnis.

Die Geschichte des Bauern

Es gab ein Bauer, der war ein Dieb. Er stahl seinen Mitmenschen Material. Als der Bauer seine Nachbarn beklaute, bemerkten sie das und wollten ihn töten. So gingen sie eines Abends zum Bauern und wollten ihm das Leben nehmen. Sie stiessen ihn von der Scheune herunter, jedoch lebte er noch. Also nahmen sie einen Hammer zur Hilfe, schlugen ihn und so kam er um sein Leben. Nach ein paar Jahren wurden die Nachbarn hingerichtet. Die Hinrichtung wurde mit einem Schwert vollzogen, die Verteilten wurden geköpft.

Danach besuchten wir das Archiv, das voller Bücher war. In diesen Bücher stand, was gekauft wurde, wer starb oder eine illegale Tat begangen hatte. Das war wie ein Klassenbuch-Eintrag, in dem alles Mögliche notiert worden war. Die Raumtemperatur ist im Archiv sehr wichtig. Wenn sie nicht stimmt, gehen die Bücher kaputt. Im Internet sind diese trotzdem gespeichert, wenn etwas passieren würde, könnte man trotzdem noch auf alle Informationen zurückgreifen.

Herr Sterchi, der uns durch das Dorf führte, war ein humorvoller Mensch. Er sagte zu Fuad, dass er Priester werden soll.

Ramadan im Klassenlager

Während des Klassenlagers war Ramadan. Wir haben auf das Fasten verzichtet, weil das gemeinsame Essen in einem Lager ein wichtiger Teil ist. Auch wäre es sehr mühsam geworden, wenn wir unsere Mahlzeiten selber hätten zubereiten müssen,

Wir haben eine Gruppe gebildet, damit wir beten konnten. Wer wollte, durfte mitmachen. Jedoch hatten wir nur 2 Gebetsteppiche dabei und waren 4 Personen. Daher haben wir die Gebetsteppiche längs hingelegt, damit man zu zweit beten konnte und es genügend Platz für alle gab.

Zweiter Tag

In der ersten Nacht waren wir sehr unruhig, hatten es aber auch ziemlich lustig. Wir haben alle zusammen geredet. Da das Haus sehr ringhörig war, hat unsere Lehrerin alles gehört. Trotzdem wurden wir am Morgen belohnt 🙂 Wir durften länger schlafen, als abgemacht, das hat sehr gutgetan.

Die Gruppe, die das Frühstück vorbereitet hat, müsste ein wenig früher aufstehen. Nach dem Frühstück musste eine Gruppe aufräumen und abwaschen, die anderen machten sich bereit für den Ausflug.

Wir fuhren mit dem Zug bis nach Langau und wanderten zurück ins Lagerhaus. Unterwegs haben wir ein Spiel gespielt, das hiess „HUA“.

Im Lagerhaus angekommen, hatte ich beschlossen, mit dem Hund laufen zu gehen. Ein Kollege kam mit mir mit. Der Hund ist ein Weibchen, sie heisst Jilli und sie ist ein Berner Sennenhund. Zudem hatten wir auch konkrete Regeln, an die wir uns halten mussten. Wir waren ca. 20 Minuten lang mit Jilli unterwegs.

Später gab es einen „Wettbewerb“, Fuad und Pjero haben zusammen gewettet, wer schneller ein Krug voller Wasser trinken würde. Fuad war der Gewinner, später hatte er ziemlich starke Bauchschmerzen.

Am Abend haben meine Klassenkameraden zusammen ein Spiel gespielt, wir hatten viel Spass! So haben wir alle zusammen bis um 22 Uhr Zeit verbracht. Ab 22 Uhr mussten wir alle leise sein, da ab dann für uns Nachtruhe galt. In unserem Lagerhaus konnte man schlecht herumlaufen, da bei jedem Schritt, den wir machten, der ganze Boden zu quietschen begann und das die Lehrpersonen hörten!

Dritter Tag

Am dritten Tag sind wir zu Hause geblieben, da das Wetter ziemlich schlecht war. An diesem Tag hätten wir eigentlich eine grosse Wanderung gemacht. Frau Rauber hatte sich aber umentschieden, deshalb kam ein Schönschreiber zu uns.

Herr Tschanz erzählte, welche Materialien er als Schönschreiber benutzt. Er erzählte auch, worauf früher geschrieben wurde, als es noch kein Papier wie heute gab. Und er informierte uns über die Geschichte der Schreiberei. Danach zeigte er uns noch eine Bibel, die war ziemlich gross und auch schwer. Sie war 17,5 kg schwer, das ist für ein Buch extrem schwer.

Ich gebe zu, dass ich es am Anfang es sehr langweilig fand, aber als der Mann uns zu erzählen begann, wie man die Farben herstellt, wurde es interessant! Zum Beispiel braucht man für die rote Farbe Blut von einem Insekt und für die braune Farbe Haselnussschalen.

Danach durften wir mit einer Vogelfeder und Tinte schreiben. Es war am schwierig, jedoch hat es Spass gemacht! Am Anfang sahen die Buchstaben hässlich aus, aber mit der Zeit wurden sie immer besser. Als Geschenk durften wir die Federn mitnehmen und behalten.

Der Schönschreiber hatte einmal einen grossen Auftrag. Er musste alles auf einem grosses Papier gestalten. Natürlich war er sehr vorsichtig und aufmerksam, während er mit seiner Feder schrieb, damit keine Fehler passieren. Leider unterlief ihm trotzdem ein Fehler. Er liess seinen Kopf aber nicht hängen, sondern begann nochmals neu. Dieser Fehler kostete ihn über 2000 Franken. Das ist ziemlich viel Geld.

Er macht auch Geschenkkarten oder Taufkarten. Oder einfach das, was der Kunde sich wünscht. Falls sich der Kunde eine Zeichnung wünscht, dann zeichnet er auch. Meiner Meinung nach kann er wunderschön zeichnen!

Der 4. Tag

Am vierten Tag machten wir nochmals einen Ausflug, diesmal zur Kambly Fabrik. Die war in Trubschachen. Bevor wir in die Fabrik gingen, mussten wir in Gruppen noch Rätsel lösen. Die schnellste Gruppe durfte als erste in die Kambly Fabrik.

Wir konnten dort alles probieren, was zur Verfügung stand. Es gab viele Kekse mit Schokolade, aber es hatte auch salzige Kekse. Meine Gruppe hat einen Raum entdeckt, in dem ein Film lief und erzählt wurde, wie die Kekse entstanden sind. Da immer nur eine Gruppe degustieren durfte, mussten die anderen draussen warten.

Von der Fabrik aus liefen wir bis zum Langnau Bahnhof laufen. Es war windig und zudem regnete es auch ein wenig. Wir mussten ungefähr 6 km laufen bis zum Bahnhof. Zum Glück mussten wir nicht bis zum Lagerhaus laufen, weil das der grösste Horror gewesen wäre. Vor dem Lagerhaus hat die ganze Klasse sich versammelt, wir haben zusammen Spass gehabt und zusammen Zeit verbracht.

Am Abend hatten alle angefangen, ihre Koffer zu packen, so dass am nächsten Tag alle schon bereit für die Rückreise waren.

Der letzte Tag

Am letzten Tag mussten wir das Lagerhaus putzen. Es musste so aussehen wie, als wir angekommen sind. Die Besitzer des Hauses haben das Haus von unten bis oben genau kontrolliert. Immer wenn sie etwas fanden, was noch nicht genug gut geputzt war, mussten wir nochmals putzen.

Um 11 Uhr gingen wir vom Lagerhaus los und gingen zum Bahnhof. Wir haben den Zug bis nach Bern genommen, von Bern aus bis Zürich HB und danach konnten wir endlich den letzten Zug nehmen bis auf Affoltern. Es gab noch eine Umleitung, deswegen haben wir uns um ca. 20 Minuten verspätet, aber endlich waren wir zu Hause.

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