Meine Evolution in der Sek

Don’t ask me how I did it, cause I don’t really know.

Wie in jeder Geschichte oder Erzählung werde ich am Anfang beginnen. Ehrlich gesagt, hoffe ich, dass das auch eine Motivation für einige von euch sein wird. Es war nicht einfach hierhin, zu diesem Moment zu gelangen, an dem ich jetzt bin. Ich hinterlasse hier einen grossen Gruss an Frau Rauber, die das überhaupt ermöglicht hat. Hätte sie nicht die Geduld mit mir gehabt, wäre ich wahrscheinlich schon in der ersten Sek aus dieser Schule geflogen.

In diesem Beitrag gebe ich euch einen Einblick darüber, wie ich war und wie ich jetzt bin.

Anfangs Sek war ich eine ausgezeichnete Schülerin, meine Noten waren fast perfekt, jedoch mein Leben nicht. Auch wenn meine Noten super waren, so wäre die Note für mein Verhalten absolut ungenügend gewesen. Ich war zu jeder Lehrperson, der mich nervte, das respektloseste Kind, das ihr euch vorstellen könnt. Mein Journal war vollgepumpt mit vielen schlechten Rückmeldungen. Mein Alltag bestand aus vielen negativen Einträgen, ich wurde angeschrien und aus dem Unterricht geschickt, weil ich so heftig nervte.

Wie gesagt, mein Leben war nicht das beste, ist es immer noch nicht. Damals war es noch schlimmer als jetzt. Ich habe meine Wut und Traurigkeit an den Lehrpersonen ausgelassen, was eigentlich nicht fair war – aber es gibt wirklich sehr schlimme Lehrpersonen. Also bin ich nicht ganz an allem Schuld.

Als dann herauskam, wie es bei mir zu Hause war, wurde ich sehr von Frau Rauber und Frau Oberholzer unterstützt. Später kam dann auch noch Frau Gloor dazu Sie haben mich sehr unter Kontrolle halten können, wenn ich ausrasten wollte. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich ohne die Unterstützung dieser drei Lehrpersonen aus dieser Schule geflogen wäre. Aber sie hielten zu mir und glaubten an mich.

Jetzt fragt ihr euch sicher, was ich so Schlimmes getan hatte, warum ich dachte, ich würde aus der Schule fliegen. In der Mitte der 1. Sek kam ich fast jeden Tag high in die Schule und der Gestank nach Zigaretten war sehr schlimm. Kiffen ist in der Schweiz immer noch illegal und ich habe in dieser Zeit sicher kein CBD geraucht. Frau Rauber ist auch nicht dumm, sie merkte das ziemlich schnell. Mir war das aber ziemlich egal, ich finde/fand es immer sehr lustig bekifft in die Schule zu kommen. Ein bekifftes, respektloses, wütendes Kind war ich.

Auf jeden Fall habe ich mit der Zeit ein bisschen verbessert. Zuerst habe ich wirklich begonnen, die Aufgaben zu machen, die mir zugeteilt wurden. Klar, mit ein paar Ausnahmen. Auch wenn mein Privatleben nicht das beste war, probierte ich es in der Schule gut zu haben, da ich in der Schule meine meiste Zeit verbrachte.

Im Laufe der Zeit lernte ich, nicht immer so heftig auszurasten, wie ich es bis dahin eigentlich immer getan hatte. Am Anfang der 3. Sek war ich sehr gut dran, ich hatte es sicher mit fast jeder Lehrperson gut – auch wenn mich der Unterricht teilweise sehr angeschissen hat. Ich probierte in dieser Zeit mein Privatleben und die Schule auseinanderzuhalten. Aber dann kamen die Weihnachtsferien 2021.

Ich habe nach diesen Ferien meinen Halt verloren und ging dann eine ganze Woche lang nicht in die Schule. Ich habe mich krankgemeldet, obwohl ich eigentlich nicht, nicht in dieser Form, wie die Lehrpersonen meinten, krank war. Frau Rauber akzeptiere dieses Verhalten nicht und wir suchten gemeinsam nach einer Lösung: Ich musste zur Schule gehen, aber ich besuchte nur ihren Unterricht und blieb den ganzen Tag in ihrem Zimmer.

Nach kurzer Zeit wurde bei mir eine psychologischen Krankheit diagnostiziert und habe angefangen, zu einer Psychologin zu gehen.

Als das geschehen war, bin ich wieder ein bisschen abgedriftet. Ich bekam das aber wieder so halbwegs auf die Reihe. Ich kam „teilweise“ in die Schule, das war vielleicht meine Faulheit, die wieder an die Türe klopfte. In dieser Zeit, in der meine Faulheit mein Leben übernommen hatte, tat ich auch nichts für die Lehrstellen-Suche.

Ich könnte denken, dass es kein grosses Problem ist, weil ich im nächsten Jahr das Motivationssemester besuche. Was sicherlich auch einige Vorteile bietet. Aber es ist mir auch klar, dass ich mich dieser Berufswahl und Lehrstellensuche früher oder später stellen muss.

Auch wenn ich über meine Evolution in der Oberstufe spreche, ist es manchmal schwierig darüber zu schreiben. Meine Evolution steht in engem Zusammenhang mit meinem Privatleben und ich glaube nicht, dass dies jemand interessieren sollte ausser meine Lehrerin und Psychologin (klar auch die SSA).

Ich hoffe, dass meine Geschichte für die nächsten Schüler eine Motivation ist. Wenn es euch nicht gut geht, probiert nicht alles ganz allein anzugehen. Auch wenn ihr das euer ganzes Leben lang machen musstet und es nichts anderes kennt. Nehmt Hilfe an! Personen, an die ihr euch wenden könnt, habe ich in meinem Text erwähnt.

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