Meine unsichtbare Welt

Hast du dir schon einmal vorgestellt, wie das Leben wäre, wenn du unsichtbar sein könntest? Ich denke, viele von uns haben sich als Kinder diese aussergewöhnliche Fähigkeit gewünscht. Vielleicht wird sie eines Tages ja Realität.

Friedlich machte ich mich an einem sonnigen Morgen auf den Weg zur Schule, als ich plötzlich eine Kappe entdeckte. Eine seltsame Kappe … Sie war golden und spiegelte das Licht der Morgensonne wider. Das mysteriöse Ding wirkte sehr wertvoll und hochwertig, also ging ich näher heran und begann, es bewundernd zu betrachten.

Ich entschloss mich, die Kappe mal liegen zu lassen, denn vielleicht gehörte sie ja jemandem. Am Mittag lief ich wieder nach Hause und plötzlich sah ich goldene, edel aussehende Ding wieder. Ich überlegte mir, ob ich es dieses Mal mitnehmen sollte, entschied mich aber dagegen. Wer weiss, vielleicht war es eine Falle.

Am Nachmittag erzählte ich meinen Freundinnen davon und fragte neugierig, ob sie dieses goldene Ding auch auf dem Schulweg gesehen hätten. Doch alle antworteten wie aus einem Mund: „Nein.“ Das liess mir keine Ruhe. Es konnte doch nicht sein, dass nur ich diese seltsame, adlig wirkende Kappe sehen konnte. Sie strahlte so stark, dass man sie unmöglich übersehen konnte.

Schliesslich entschied ich mich dazu, sie einfach mitzunehmen. Am nächsten Tag lag sie immer noch an derselben Stelle. Ich hob sie auf, überraschenderweise war sie ganz leicht. Ich betrachtete sie genauer und entdeckte eine Aufschrift im Inneren. Leider konnte ich die Schrift nicht lesen, sie war in einer mir unbekannten Sprache.

Neugierig setzte ich mir die Kappe auf und machte mich auf den Heimweg. Zu Hause angekommen wollte ich meine Mutter begrüssen, aber sie beachtete mich nicht. Es war, als wäre ich gar nicht da. Ich sprach sie an, bekam aber keine Reaktion. Ich stellte mich direkt vor sie und sie lief einfach an mir vorbei.

Da merkte ich: Diese Kappe war etwas Ausserirdisches, das mich einfach unsichtbar machte. Vielleicht konnte nur ich diesen Hut überhaupt sehen, weshalb meine Freundinnen ihn wohl auch nicht bemerkt hatten.

Ich nahm die Kappe wieder ab und versuchte nochmals, meine Mutter zu begrüssen. Dieses Mal klappte es. Sie fragte mich, wie mein Schultag gewesen sei und was ich noch vorhabe. Ich überlegte kurz, ob ich ihr von der Kappe erzählen sollte, aber dann liess ich es lieber.

Meine Gefühle konnte ich kaum in Worte fassen, ich wusste wirklich nicht, was ich fühlte. Ich war überfordert, verwirrt und aber gleichzeitig auch glücklich. Denn unsichtbar zu sein ist nichts Stink“normales“.

Irgendwann begann ich damit zu experimentieren. Ich folgte Menschen, ohne dass sie es merkten, und hörte ihren Gesprächen zu. Ich beobachtete meine Freunde, besuchte sie unbemerkt und bekam so ganz neue Einblicke in ihren Alltag. Es war spannend zu sehen, ob sie wirklich so waren, wie ich sie kannte.

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