Die verschollenen Treppenstufen

Der Wind trägt in dieser dunklen Nacht die letzten Wünsche der Verschollenen durch die Bäume. Heulend streift er durch das Unterholz, wirbelt die Blätter auf und scheint ein klares Ziel zu verfolgen. P. G. steht auf einem Pfeil, der ebenfalls durch die Nacht schoss. Dieses Mal jedoch, um etwas Essbares zu fangen. Doch für diesen Pfeil endet der freie Flug schnell, er landet im Boden. Phineas Gibson, ein Name, der hätte bekannt werden sollen.

Starke, entschlossene Schritte erschüttern den Boden und ein mutiger Jäger bahnt sich seinen unbekannten Weg durch die Wälder, der Huntsman. Eigentlich ein ganz normaler Wald bei Tage, doch wer die Legende kennt, weiss, dass die Nacht den Wald in einen ganz besonderen Ort verwandeln sollte.

Hier im Wald, ohne jegliche Technologien, ist es schwierig, die Zeit im Griff zu haben. Das Essen wird knapp und er spürt, wie ihn seine Kräfte verlassen. Auch wenn es ihm nicht gefällt, muss er bald wieder umkehren, ohne jeglichen Erfolg. Er weiss, dass seine Familie auf ihn wartet, doch ein anderer Teil in ihm weiss auch, dass er im Dorf wieder verachtet werden würde.

Diese Mission hätte seine Rettung sein sollen, die Rettung des verschollenen Klubs und seine.

Er hätte die Stufen gefunden, auch wenn jeder daran zweifelt, er wäre der Held, vielleicht sogar reich geworden. Aber nicht in dieser Welt, es gibt keine Magie, und den ganzen Wald hatte er nun schon 10 Mal oder doch 12 Mal abgelaufen. Es ist Zeit aufzugeben. Mit diesem Gedanken zieht Phineas den Pfeil aus der Erde und kehrt langsam um.

Noch einen letzten Blick auf das Buch mit der Aufschrift «Huntsmen, die Stufen zum Glück». Nicht wütend, nur enttäuscht von sich selbst, lässt er das Buch aus seinen Händen gleiten und dort bleibt es liegen, aufgeschlagen auf Seite 310.

Das Buch erzählt die Geschichte von fünf Männern, die sich in diesem Wald trafen. Sie waren die Auserwählten, die über einen unbekannten Schatz hüteten. Was es war, wussten nur sie. Bald einmal wurden sie von Aussenstehenden als Huntsmen bezeichnet, weil viele dachten, das Hüten dieses Schatzes wäre nur gelogen, um Tag ein, Tag aus jagen zu gehen.

«… Um ein Huntsman zu sein, muss man Folgendes erfüllen: arm, verachtet von der Zivilisation, mutig, offen für das Unbekannte …» steht im Buch auf Seite 311. Ein weiterer Windstoss verrät uns, was sich auf Seite 701 befindet. Im schwachen Mondlicht dieser sonst so dunklen Nacht wird eine Zeichnung sichtbar.

Es sind Treppenstufen, genau diese Stufen, die P. G. vergeblich über die letzten Wochen, Monate oder doch Jahre gesucht hatte.

Wieder geht ein kühler Luftzug durch den Wald. Dieses Mal trägt er nicht die Geheimnisse der Huntsmen, sondern ihre Weisheiten mit sich. Auch wenn P. G. diese Seiten schon etliche Male zu entschlüsseln versuchte, kam er nie wirklich auf den richtigen Weg. Es gibt sie nicht! Keine magischen Treppenstufen und auch nicht das so heiss ersehnte Glück.

Das ist es, was dieses Buch versucht zu lehren. Es erzählt von einer Geschichte verachteter Männer, die ach so plötzlich auf das grosse Glück stossen. Doch dieses Glück war nie ein Schatz und auch keine magischen Stufen konnten dazu führen, es war die Fantasie. Sie dachten sich eine Welt aus und wurden dadurch vereint. Ihr grosses Glück lag in Gedanken. Ein Grund, wieso P. G. diesen Schatz nie hätte finden können: Er wollte Reichtum und Ansehen, statt Freiheit und Fantasie.

«Das Glück der Huntsmen liegt tief verborgen im Walde ihres Herzens.»

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