Der Mai dieses Jahr war spannend für mich, da ich viele schöne, aber auch bedauerliche Erlebnisse hatte. Zu Beginn des Monats fühlte ich mich etwas verloren, weil die Schule wieder begann und ich nur an Ferien und Freizeit dachte. Dadurch fiel ich in mehreren Fächern zurück.
Leider ahnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht, wie ernst das Ganze eigentlich war. Ich tröstete mich immer mit dem Gedanken, dass die Schule sowieso bald zu Ende sei und ich schon eine Lehrstelle hatte. So habe ich vieles vernachlässigt, was ich im Nachhinein bereue.
Zeit mit Freunden und Familie
Da ich Donnerstag und Freitag freihatte, war ich oft draussen mit Freundinnen und hatte Spass. Obwohl ich eigentlich lieber zu Hause hätte bleiben sollen, um zu lernen und meine Aufgaben fertig zu machen, bereue ich diese Zeit nicht wirklich. Es tat trotzdem gut, einmal abschalten zu können.
Am Freitag ging ich mit meiner Mutter ins Kino, da ich ihr das zum Muttertag geschenkt hatte. Wir schauten den Film «Der Teufel trägt Prada 2». Ich fand es sehr amüsant mit ihr.
Ein Ausflug nach Deutschland
Am Samstag fuhren wir nach Deutschland, damit unser Hund dort eine Zweitmeinung bekommen konnte. Die Tierärzte in Affoltern waren leider sehr unfreundlich zu uns gewesen und hatten gesagt, es sei nur etwas Kleines. Ausserdem mussten wir am Ende mehr bezahlen als ursprünglich besprochen. In Deutschland wirkten die Tierärzte dagegen viel sympathischer und lockerer. Man merkte, dass sie sich wirklich für Tiere interessierten und ihren Beruf mit Leidenschaft machten.
Danach ging ich noch kurz in den DM, um ein paar Sachen zu kaufen, und dann fuhren wir wieder nach Hause. Dort arbeitete ich weiter an meinen Acryl-Nägeln, die Teil meines Projekts für die Abschlussarbeit sind.
Der schwerste Abschied
Am Sonntag musste mein Vater nochmals mit unserem Hund zum Tierarzt. Leider sagte uns die Tierärztin, dass seine Werte miserabel zurückgekommen seien und er entweder vergiftet worden war oder einen Tumor hatte. Er hätte nur noch wenige Tage vor sich und würde sonst nur noch leiden. Da ich ihn unbedingt noch einmal sehen wollte, bevor er eingeschläfert wurde, fuhr ich zurück, und wir verbrachten seine letzten Stunden gemeinsam.
Als er die Spritze bekam, durfte ich ihn zuletzt tragen. Ich spürte, wie er plötzlich nicht mehr angespannt war und einfach ruhig in meinen Armen lag. Das war ein sehr trauriger Moment, weil ich praktisch mit ihm aufgewachsen bin. Wir hatten ihn, seit ich zwei Jahre alt und er ein Jahr alt war. Ich durfte ihn sogar bis ins Krematorium tragen, wo ich eine Kette aussuchen durfte, die später etwas von seiner Asche enthalten wird. Ich bin mir jedoch unsicher, ob ich die Kette anziehen werde. Wahrscheinlich hänge ich sie irgendwo in meinem Zimmer auf.
Natürlich war ich traurig, aber gleichzeitig wusste ich, dass er ein schönes und langes Leben gehabt hatte.
Ein neuer Anfang
Trotzdem strengte ich mich in dieser Zeit wieder nicht genug für die Schule an. Das möchte ich jetzt jedoch ändern. Ich will mir das Ziel setzen, so viel wie möglich nachzuholen, damit ich das Ende meiner Sekundarschulzeit noch geniessen kann.
Der Rest des Monats bestand hauptsächlich daraus, dass ich draussen mit Freunden unterwegs war, spazieren ging oder mit ihnen etwas essen war.

