Das tote Mädchen (Teil 1)

Ich war mit meinen vier Freundinnen bei Spencer übernachten. Spencer ist eine meiner Freundinnen und sie hat eine Hütte in ihrem Garten. Meine anderen Freundinnen heissen Aria, Emily und Hanna. Wir leben in Queen Creek, Arizona.

Aber zurück zur Übernachtung. Es war Mitternacht und wir alle waren richtig müde, alle ausser Hanna. Als wir dann einschliefen, schlich sich Hanna raus. Nur ich bemerkte es in der Nacht. Also ging ich nach draussen und suchte sie.

Dann hörte ich jemanden in der Nähe reden. Es war Jack, Hannas Ex-Freund. Hanna hatte mir am Tag vorher erzählt, dass sie noch mit ihm geschrieben hatte. Er redete mit einem Mädchen, aber die Stimme kam mir nicht bekannt vor. Bevor ich etwas sagen konnte, sah mich Spencers Mutter und rief mich zu sich. „Alison, was machst du draussen? Es ist gefährlich, in der Nacht alleine rauszugehen. Komm, wir gehen rein“, sagte sie zu mir.

Bevor ich es ihr erklären konnte, hörten wir einen lauten Schrei. Alle wachten auf und rannten nach draussen. Auch Spencers Schwester, die im Haus geschlafen hatte, kam mit. Der Schrei kam vom Kissing Tree. Als wir dort ankamen, sahen wir Hanna. Sie lag mit einem Messer in der Brust auf dem Boden. Neben ihr entdeckte ich Fussabdrücke. Sie sahen aber nicht nach Frauenschuhen aus. Ich sagte den Mädchen nichts davon und wischte sie weg.

Ich hatte nämlich Angst, dass die Polizei Jack verdächtigen würde. Hanna hatte mir erzählt, dass Jack schon mehrmals im Gefängnis gewesen war. Das wussten die anderen Mädchen nicht. Ich wusste nicht, ob die Fussabdrücke von Jack waren, aber ich wollte nicht, dass er wegen seiner Vergangenheit sofort verdächtigt wurde.

Aria, Emily, Spencer, Spencers Schwester und ich weinten. Spencers Mutter rief die Polizei und Hannas Mutter an. Dann kam die Ambulanz und brachte Hanna ins Spital. Uns befragte die Polizei, aber wir hatten alle solche Angst, etwas Falsches zu sagen. Hanna hatte uns nämlich ein Geheimnis erzählt und wir hatten alle versprochen, nichts zu sagen. Es war aber nicht das gleiche Geheimnis, das sie mir über Jack erzählt hatte. Ich wusste also sogar zwei Dinge, die ich der Polizei nicht sagen wollte.

Später gingen wir alle ins Spital, um zu erfahren, ob Hanna überleben würde. Dort sahen wir Hannas Mutter weinend auf dem Boden im Wartezimmer. Aria rannte zu ihr und versuchte, sie zu beruhigen. Hannas Mutter erzählte ihr, dass die Ärzte gesagt hatten, Hanna habe keine grossen Chancen zu überleben.

Die Ärzte hatten recht. Hanna starb noch in dieser Nacht.


Zwei Monate waren seit Hannas Tod vergangen. Wir alle hatten begonnen, unseren eigenen Weg zu gehen, und waren nicht mehr so eng befreundet wie früher. Doch dann bekamen wir alle eine Nachricht von einer unbekannten Nummer. Der Absender hiess „H“.
„Hi Leute, ich bin zurück 😘“
Wir kannten nur eine Person, die bei jeder Nachricht genau dieses Emoji benutzte: Hanna.

Wir erschraken sehr über diese Nachricht. Wir hatten Angst, dass jemand Hannas Identität gestohlen hatte und uns jetzt Nachrichten in ihrem Namen schickte. Aber was, wenn Hanna doch noch lebte? Wir wussten nicht mehr, was wir glauben sollten. Deshalb beschlossen wir, gemeinsam zu ihrem Grab zu gehen. Wir wollten sowieso noch einmal Hanna besuchen, bevor die Schule wieder anfing. Als wir dort ankamen, schauten wir uns um, ob etwas anders aussah. Wir waren erleichtert, als wir sahen, dass alles noch gleich war.

Doch dann entdeckten wir einen Brief, der auf ihrem Grab lag. Darauf stand: „Für meine Kolleginnen.“ Wir waren schockiert, als wir den Brief sahen, und wir konnten ihn einfach nicht öffnen. Wer hatte ihn dort hingelegt? Und woher wusste diese Person, dass wir kommen würden?

Und das war der erste Teil von „Das tote Mädchen“.

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