Das Krokodil Kroko (Impulswerkstatt)

Ich bin Kroko, ein 16-jähriges Krokodil, und vor fünf Jahren war ich alleine in Venedig gefangen. Aber erst mal von vorn.

Ich lebe mit meiner Familie im Zoo. Wir haben ein grosses Gehege mit einem grossen ausgehöhlten Stein. In der Mitte befinden sich unsere Küche, das Wohnzimmer und mein Zimmer. Auf dem Stein haben wir auch einen kleinen Balkon mit Pool.

Ich habe Online-Unterricht, weil ich nicht in die Schule darf. Ich spiele gerne Fussball in unserem Garten. Dort bekomme ich immer Applaus von den Besuchern. Ich trage ein rotes T-Shirt und eine weiss-rot gestreifte Hose, mein Vater einen Anzug und meine Mutter ein Kleid.

Aber eines Tages kam Jerry, unser Wärter, und sagte, dass ich meinen Koffer packen solle, weil ich etwas herausfinden müsse. Ich packte den Koffer und wurde zu einem Auto gebracht. Meine Mutter gab mir noch einen 50-Euro-Schein.

Als ich ankam, war ich in Venedig. Ich erkannte es wegen einer Aufschrift. Ich stand vor einem Hotel und buchte ein Zimmer. Als ich alles einräumte, bekam ich eine Nachricht:

„Hey Kroko, du musst für uns ermitteln. Bitte lösche diese Nummer nicht. Bitte gehe heute Abend im Luxusrestaurant direkt neben deinem Hotel essen. Das Geld ist in deinem Koffer. Achte dort auf einen dunkelhaarigen Mann mit schwarzem Jackett und weisser Hose. Wenn du ihn siehst, gehe zu ihm und frage ihn, ob er heute Spinat essen wird. Dann wird er dir einen Umschlag geben. Wenn du den hast, ruf diese Nummer an.“

Also ging ich im Restaurant Krone essen und sprach den Mann an. Ich bekam den Umschlag und öffnete ihn. Im Umschlag war ein Brief und ein 100-Euro-Schein.

Ich rief die Nummer an und eine Frau ging ran. „Guten Abend, Sie sind mit dem FBI verbunden. Wie kann ich Ihnen helfen?“ Ich antwortete: „Guten Tag, ich bin es, Kroko. Man hat mir heute gesagt, dass ich in ein Restaurant gehen und einen Brief entgegennehmen soll.“

Es knisterte in der Leitung und ich wurde mit einem Mann verbunden. „Guten Tag, Kroko. Ich bin Paul. Was war in dem Brief?“ „Ein 100-Euro-Schein und ein Zettel, auf dem stand, dass ich morgen um 13.16 Uhr bei der Parade am grossen Tor auf jemanden warten soll.“ Der Mann senkte seine Stimme und fragte mich, ob wir uns treffen könnten und ob ich alles mit einer versteckten Kamera filmen würde, damit ich es ihm senden könne. Ich sagte ja und er legte auf. Dann ging ich schlafen.

Am nächsten Morgen stand schon Frühstück vor meiner Tür und ich schrieb dem Mann vom gestrigen Telefonat. Ich fragte ihn, ob es normal sei, Frühstück zu bekommen. Er antwortete innerhalb einer Minute und sagte, er hätte das bestellt und ich würde jeden Morgen Frühstück bekommen.

Dann ging ich in die Stadt, kaufte mir eine Dose Popcorn und ging zur Parade beim grossen Tor. Nach wenigen Minuten kam ein Mann, der wie ein Vogel verkleidet war. Er sagte zu mir, dass ich morgen früh zur Polizeistation gehen und einen gewissen Antonio befreien solle. Wenn ich das nicht machen würde, würde ich entführt werden. Als ich wieder im Hotel ankam, rief ich sofort die Nummer an und erzählte alles. Ich erfuhr, dass Antonio ein Waffenschmuggler war und deshalb im Polizeigefängnis sass.

Am nächsten Morgen ging ich zum Gefängnis und fragte, ob ich Antonio sehen könne. Ich erfuhr, dass ich Antonio nicht besuchen durfte, da ich kein Familienmitglied war. Also holte ich mir ein Seil, ging mit dem Lift in den obersten Stock und seilte mich bis zu seinem Fenster ab. Ich klopfte an die Eisenstäbe und er schaute mich an. Er hatte mitten im Gesicht eine grosse Narbe und überall Tattoos. Er fragte sehr wütend, warum ich ihn geweckt hatte. Ich erklärte ihm alles. Er sagte mir, dass ich ihm ein Messer und einen Löffel mitbringen solle.

Gerade als ich wieder hoch wollte, landete eine Pistolenkugel direkt neben meiner Schulter. Ich wusste, dass man mich gesehen haben musste. Deshalb kletterte ich so schnell wie möglich wieder hoch. Oben angekommen hörte ich viele schwere Stiefel über den Boden rennen. Ich wusste, dass ich mich beeilen musste. Ich nahm den Lift und ging in den Keller. Dort schnappte ich mir einen Roller und fuhr in den nächstbesten Laden. Im Laden kaufte ich ein scharfes Messer und einen Metalllöffel.

Wieder im Hotel rief ich Paul an und erzählte ihm alles. Er war beeindruckt und sagte mir, dass ich bald wieder nach Hause gehen könne, sobald Antonio aus dem Polizeigefängnis sei.

Anschliessend ging ich wieder zum Gefängnis und stahl einem Mitarbeiter den Schlüssel, als er telefonierte. Danach schlich ich mich zu Antonios Zelle und schloss sie auf. In der Zelle fragte ich ihn, warum ich ihn eigentlich befreien solle. Er sagte mir mit grimmiger Stimme, dass er raus müsse, weil er fürs FBI arbeite und man ihn erwischt habe, als er das Sicherheitssystem überlisten wollte. Ich sagte ihm, dass ich mich als Wärter verkleiden und ihn hinausbringen würde. Wir beschlossen, dass ich mir ein Wärterkostüm kaufen und ihn am nächsten Tag befreien würde.

In einem Fasnachtsladen kaufte ich mir ein Kostüm. Danach kehrte ich ins Hotel zurück und übte vor dem Spiegel, wie ich ihn am besten hinausbringen könnte. Nach zwanzig Minuten bekam ich Hunger und bestellte mir eine Pizza.

Am nächsten Morgen ging ich als Wärter verkleidet ins Polizeigefängnis und postierte mich vor Antonios Zelle. Ab und zu wurde ich von einem anderen Wärter begrüsst. Nach einiger Zeit ging ich in seine Zelle. Ich sagte ihm, dass ich ihm Handschellen besorgt hätte und er mir folgen solle. Gemeinsam gingen wir hinaus. Kurz vor dem Ausgang wurden wir angehalten und man fragte uns, was wir draussen machen wollten. Ich antwortete schnell, dass ich den Gefangenen zu einem Verhör bringen müsse. Der Wächter musterte uns kurz, liess uns dann aber passieren.

Draussen atmeten wir erleichtert auf. Ich gab Antonio eine Hose und ein T-Shirt, damit er nicht mehr wie ein Gefangener aussah. Anschliessend nahmen wir ein Taxi und fuhren zu meinem Hotel. Paul war erfreut, dass ich Antonio befreien konnte, und sagte uns, dass in zwei Stunden ein Fluchtwagen kommen würde. Bis dahin sollten wir das Hotel nicht verlassen.

Nach zwei Stunden wurden wir endlich von zwei Männern abgeholt. Beide trugen einen teuren Anzug und eine dunkle Sonnenbrille. Wir stiegen ein und fuhren los. Kurz nachdem wir das Hotel verlassen hatten, tauchte plötzlich ein Polizeiauto hinter uns auf.

Antonio setzte sich schnell einen Hut und einen Klebebart auf. Ausserdem zog er eine Sonnenbrille an und wechselte seine Jacke. Nun sah er völlig anders aus. Die Polizei bat uns auszusteigen und kontrollierte unsere Ausweise. Einer der Beamten schaute Antonio lange an, erkannte ihn aber nicht. Nach einigen Minuten durften wir weiterfahren. Wir fuhren zu einem kleinen Flughafen ausserhalb von Venedig. Antonio verabschiedete sich von mir und fuhr mit den beiden Männern davon.

Kurz darauf wurde ich ebenfalls zum Flughafen gebracht und flog nach Hause. Nach einigen Stunden landete ich in meiner Heimatstadt. Von dort aus brachte mich ein Auto zurück zum Zoo. Als ich zu Hause ankam, rannten meine Eltern schon auf mich zu und freuten sich riesig, dass ich wieder zu Hause war. Meine Mutter hatte einen Kuchen vorbereitet, auf dem stand: „WILLKOMMEN ZURÜCK, KROKO.“ Ich freute mich riesig und fiel gleich ins Bett.

Am nächsten Morgen kam Paul zu mir und gab mir einen Scheck über 1000 €. Ich freute mich mega und sagte Paul, dass er mich gerne wieder einmal einsetzen dürfe.


Dieser Text ist im Rahmen der Impulswerkstatt Mai/Juni 2026 von Myriade entstanden. Dafür stehen vier Bilder zur Verfügung.

Verfasst wurde er von Sanna, einer Erstklässlerin im Schuljahr 25/26.

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