Das Erbe auf dem Dachboden

Heute Morgen war meine Mutter überhaupt nicht zufrieden mit mir. Als ich aufgestanden bin, ging ich direkt an meinen PC und spielte. Meine Mutter sah das und ihrem Gesichtsausdruck nach zu urteilen, fand sie das gar nicht toll. Wenige Minuten später rief sie wütend: „Immer das Gleiche mit dir. Du erwartest, dass ich für dich koche, wasche und putze, aber selbst machst du nichts, ausser an deinem PC zu sitzen.“

Daraufhin gab sie mir einen Besen und einen Lappen und verlangte von mir, dass ich den ganzen Dachboden putze. Das gefiel mir überhaupt nicht. Leider konnte ich auch nichts dagegen tun, weil meine Mutter immer recht hat und machen kann, was sie will.

Auf dem Dachboden angekommen, fielen mir beinahe die Augen aus dem Kopf. Da oben war ja schon seit mindestens 10 Jahren nicht mehr geputzt worden. Alles war mit einer Staubschicht bedeckt, die geschätzt etwa 1 cm dick war. Es würde sicher vier Stunden dauern, nur um den Staub zu zu entfernen.

Vier Stunden später, als ich alles geputzt habe, fing ich an, den Dachboden zu sortieren. Ich schaute durch die Schränke und Kisten, die alle dort oben standen. Alle waren ziemlich alt und gruselig. Ich putzte einen nach dem anderen. Ich hatte alle Schränke geputzt, bis auf einen. Als ich ihn öffnete, wehte mir eine dicke Staubschicht ins Gesicht. Der Schrank musste schon lange geschlossen gewesen sein.

Nach einer Weile blieb mein Blick an einer Schatulle hängen. Mein Nachname stand drauf. Sie sah viel zu alt aus, um mir zu gehören. Sie musste mindestens 120 Jahre alt sein. Ich konnte nicht widerstehen und nahm sie aus dem Schrank. Wenige Minuten später öffnete ich sie.

Oben in der Schachtel lag ein Brief. Ich nahm ihn heraus und las ihn. Auf dem Brief stand: „Lieber Mensch aus meiner Familie. Es mag vielleicht wenig erscheinen, aber in dieser Schatulle befindet sich mein wertvollster Besitz. Es ist die Kette meiner Mutter. Sie ist zurzeit 200 Jahre alt und besteht aus Gold. Heute ist der 02.02.1898. Diese Kette ist ein Familienerbstück und darf nur innerhalb der Familie weitergegeben werden.

Ich schreibe diesen Brief, weil ich sehr krank bin und nicht weiss, wie lange ich noch leben werde. Die Kette mag zwar wertvoll sein, aber deine Zeit, die du auf der Erde verbringen darfst, ist das Wertvollste, das du je haben wirst. Darum geniesse deine Zeit, solange du es kannst. Dein Vorfahre Frank.“

Ich war aus dem Häuschen. Diese Kette sollte also 324 Jahre alt sein. Das würde sie ja zu einem richtigen Museumsstück machen. Es lag noch etwas in der Schachtel. Es war ein Foto. Auf dem Foto war ein junger Mann. Das war wahrscheinlich Frank, als er jung war.

Ich stürmte vom Dachboden hinunter zu meiner Mutter. Sie schaute mir in die Augen und sagte mir: „Hast du die Schatulle gefunden?“ „Ja“, antwortete ich, „aber woher weisst du, dass ich wegen der Schatulle hier bin?“ Meine Mutter antwortete: „Jeder aus unserer Familie musste dasselbe wie du machen. Jeder, der würdig ist, die Schatulle zu erhalten, hat sie gefunden. So wird sie von Generation zu Generation weitergegeben.“

Das war ein aufregender Tag. Heute habe ich genug gemacht. Jetzt erstmal wieder an den PC und spielen.


Janis, WF Bloggen 24/25

2 Antworten auf „Das Erbe auf dem Dachboden“

  1. Würde ich mich nicht getrauen. Nett das du es trotzdem gemacht hast, auch wenn viele Jahre dort nicht mehr geputzt wurde.
    Lg Soraya

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