Kaum fing die 2. Sek an, war die Berufswahl Gesprächsthema Nummer eins. Was sind deine Interessen? Was sind deine Stärken? Was sind deine Schwächen? Was kannst du gut? Wo hast du Mühe? All diese Fragen und ich hatte auf keine eine Antwort.
Aber jetzt erst einmal der Reihe nach. Als Kind wollte ich immer Architektin oder Anwältin werden. Zudem hatte ich eine grosse Leidenschaft fürs Zeichnen. Doch leider verlor ich über die Jahre mehr und mehr mein Interesse daran. Trotzdem konnte ich mir gut vorstellen, eine Lehre als Zeichnerin mit Fachrichtung Architektur zu machen. Natürlich gehörte aber das KV (Kaufmännische Ausbildung) zu meinen Favoriten.
In der 2. Sek fing dann das Schnuppern an und ich probierte so ziemlich alles aus, was mich interessierte. Das kann ich jedem nur ans Herz legen, denn man weiss nie: Vielleicht gefällt einem etwas doch nicht oder es kann sein, dass man sich den Beruf anders vorgestellt hat.
Am Anfang hatte ich auch noch Interesse an gesundheitlichen Berufen. Also, was habe ich gemacht? Ich habe mich um eine Schnupperlehre beworben und durfte ziemlich schnell erste Erfahrungen sammeln.
Ich schnupperte als Fachfrau Gesundheit in Affoltern und später als Dentalassistentin in Bülach. Doch bei beiden Berufen merkte ich ziemlich schnell: Das ist nichts für mich. Zwar liebe ich es, mit Menschen in Kontakt zu sein, aber diese Tätigkeiten waren einfach nicht das, was ich mir vorgestellt hatte.
Weiter ging es mit dem Schnuppern und ich schaute mir den Beruf der Zeichnerin mit Fachrichtung Architektur an. Ich wurde den ganzen Tag von einer Lernenden begleitet und durfte sehr viele Aufgaben selbst erledigen, wie am Computer meine eigene Traumwohnung zu entwerfen. Dieser Beruf hat mir sehr gefallen und tut es immer noch. Doch ich habe mich schliesslich für einen anderen Weg entschieden.
Mir blieb am Ende nur noch eines übrig, und zwar das KV. Man hört sehr viel Positives, aber auch Negatives darüber. Ich liess mich nicht beeinflussen und habe mir diesen Beruf selbst angesehen. Das erste Mal ging ich auf die Gemeinde schnuppern und es gefiel mir sehr, dass man dort die Möglichkeit hat, alle sechs Monate die Abteilung zu wechseln. Das bietet sehr viele Einblicke in die unterschiedlichsten Bereiche.
Aber damit war ich noch nicht fertig, denn das KV bietet verschiedene Branchen an, genauer gesagt 19 verschiedene. Dazu gehören Bereiche wie Bank, Gesundheit, Marketing, Versicherung und vieles mehr. Ich schnupperte in einigen anderen Branchen, darunter Marketing & Kommunikation, Öffentliche Verwaltung, Bank, Dienstleistung und Administration sowie Kranken- und Sozialversicherung.
Mir haben ziemlich alle Branchen gefallen, denn alle waren ähnlich, aber hatten doch unterschiedliche Tätigkeiten. Nach all den Erfahrungen hatte ich drei Favoriten:
1. Kranken- und Sozialversicherung
2. Bank
3. Öffentliche Verwaltung.
Irgendwann kamen die Sommerferien und ich hatte schon einen Plan, wo ich mich bewerben wollte. Meine allererste Bewerbung habe ich ungelogen etwa 50 Mal korrigieren und überarbeiten lassen, bis ich das Gefühl hatte, dass sie gut genug war, um sie abzuschicken.
In der letzten Woche der Sommerferien habe ich meine erste Bewerbung an die Branche Kranken- und Sozialversicherung verschickt. Diese und die dazugehörige Firma hatten mir beim Schnuppern sehr gefallen.
Drei Wochen vergingen und ich hatte immer noch nichts von ihnen gehört. Langsam machte ich mir schon Sorgen, dass ich abgelehnt worden war. In der Zwischenzeit schickte ich etwa drei Bewerbungen pro Woche ab, unter anderem an Gemeinden und Banken.
Doch nach drei Wochen bekam ich einen Anruf. Es war die Berufsbildnerin! Sie sagte, sie würde mich sehr gerne persönlich kennenlernen und zu einem Vorstellungsgespräch einladen. Unglaublich!
Ich hatte mich gut auf das Gespräch vorbereitet, aber trotzdem wurde mir übel vor Aufregung. Ich kam rein und fragte nach der Berufsbildnerin. Fünf Minuten später kam eine Lernende, die mich ins Zimmer hoch begleitete. Zufälligerweise war sie auch Albanerin, worüber ich lachen musste. Sie bemerkte, wie nervös ich war, und versuchte, mich zu beruhigen.
Das Gespräch verlief ziemlich gut und dauerte etwa eine Stunde. Zum Glück konnte ich mich während des Gesprächs etwas beruhigen. Danach musste ich während 30 Minuten drei Aufgaben lösen: alle Fehler finden, eine PowerPoint-Präsentation erstellen und diese der Berufsbildnerin sowie der Lernenden vortragen. Das war ziemlich stressig. Ich kann sagen, ich war zufrieden mit meiner Leistung und froh, dass der Tag vorbei war.
In der Zwischenzeit wurde ich auch noch von anderen Unternehmen zu Vorstellungsgesprächen eingeladen. Doch bei diesen war ich kaum aufgeregt und auch diese liefen gut.
Nach neun unruhigen Tagen bekam ich endlich einen Anruf von der Berufsbildnerin. Ich hatte sooo grosse Angst, dass ich eine Absage bekommen würde. Aber nein, es war keine Absage, allerdings auch keine Zusage. Sie rief mich an, um mir mitzuteilen, dass ich bis spätestens Montag eine definitive Antwort bekommen würde. Momentan gehörte ich zu den Favoriten, jedoch würden sie noch einige andere Bewerbungsgespräche führen.
Bereits am Freitag kam der entscheidende Anruf und ich wusste: Jetzt bekomme ich die endgültige Antwort, entweder eine Zusage oder eine Absage. Glücklicherweise war es eine Zusage! Ich habe mich riesig gefreut und kann es kaum abwarten, meine Lehre im Sommer bei der SVA Zürich zu starten.


Hallo Elsa
Ich finde deine Berufswahl sehr spannend und interessant. Ich finde es gut, dass du in mehreren Berufen geschnuppert hast, weil du dich dann besser entscheiden konntest, welcher Beruf dir am besten gefällt. Ich hoffe, du startest gut im Sommer.
LG Ajan
Ja ich finde es auch sehr wichtig, dass man alle Berufe einmal ausprobiert und vielleicht neue Interessen entdeckt. Danke für deinen Kommentar!