Die Zeitreise

Alles begann an einem kühlen Novemberabend, als ich gerade durch ein altes Tor schritt. Zuvor sollte man noch wissen, wieso ich mich überhaupt allein in einer mir unbekannten Gegend aufhielt.

Mein Tag fing ganz harmlos an. Ich hatte vor, meinen letzten Ferientag in Italien in vollen Zügen zu geniessen. Hungrig setzte ich mich an einen freien Tisch, um dort mein Sandwich zu essen, als mir eine Person entgegenkam und sich meine Tasche schnappte. Ich sprang wie von der Tarantel gestochen auf und hetzte ihm hinterher.

So nahm mein Tag eine unerwartet unschöne Wendung. Auf der Suche nach meiner Tasche kam ich in eine kleine Gasse. Dort war ein Tor, hastig lief ich dem Dieb hinterher. Plötzlich zog ein dichter Nebel auf. Es fing leise an zu summen und wurde dann immer lauter. Meine Sicht lüftete sich wieder und ich schaute mich verwirrt um.

Alles sah anders aus. Bis auf das Tor, dieses war noch genau gleich. Ein Mann in einem merkwürdigen Gewand kam mir entgegen. „Entschuldigen Sie, wie kommt man von hier zu der Polizeistation?“, fragte ich den Unbekannten. Er schaute mich fassungslos an und ging schnell weiter.

Okay, dann eben nicht. Ich ging meinen Weg zurück, doch es war merkwürdig, da alles anders aussah, viel älter. Ein Junge am Strassenrand verteilte ein Flugblatt. Ich schielte auf das Blatt und mein Herz rutschte mir in die Hose. Das Datum zeigte 15. November im Jahr 1856. Ich war also in die Vergangenheit gereist.

Doch warum, und wie komme ich wieder zurück? Wo ist der Mann mit meiner Tasche? Aus dem Augenwinkel sah ich eine Person gerade um die Ecke verschwinden. Ich huschte ihm in der Hoffnung, dass es der Dieb aus unserer Zeit war, hinterher. In der nächsten Ecke lief ich direkt in ihn hinein. Er stolperte zurück und liess meine Tasche fallen.

Schnell schnappte ich sie und schaute ihn böse an. Er wollte gerade fliehen, als ich mich ihm den Weg stellte. „Warum sind wir hier?“, fragte ich ihn aufgebracht. „Wie kommt man wieder in meine Zeit?“, fragte ich erneut. „Warum bist du hierhergekommen?“, fragte er. „Ich wollte meine Tasche zurückholen, die du gestohlen hast.“ „Wenn man in dieser Zeit ist, hat man so eine Art Auftrag, den man erledigen muss. Bei dir ist es, deine Tasche zurückzuholen. Dann musst du wieder durch das Tor laufen, es ist so eine Art Portal in unserer Welt.“

Es war zwar komisch, einem Dieb zu danken, aber ich tat es trotzdem. Schnell ging ich zu diesem alten Tor zurück und ging hindurch. Der mir bekannte Nebel trat auf und das Summen.

Der Nebel lichtete sich wieder und ich merkte sofort, dass es geklappt hat, da mir ein kleines Kind mit einem T-Shirt mit einem Einhorn darauf begegnete. Mein Tag war doch spannender geworden, als ich ihn mir vorgestellt hatte. Damit ich mich noch entspannen konnte, legte ich mich am Abend an den Strand. Der Tag war zwar hektisch gewesen, aber auch höchst interessant.

2 Antworten auf „Die Zeitreise“

    1. Vielen Dank für deinen Kommentar. Ich habe lange überlegt, was ich dazu schreiben soll und habe mich entschieden, dann einfach anzufangen.

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