Halb Mensch, halb Schildkröte (ABC-Etüde)

Hey, mein Name ist Valentina und ich habe etwas Erschreckendes herausgefunden. Ich habe entdeckt, dass ich mich in eine Schildkröte verwandeln kann, und das schon seit drei Jahren. Mittlerweile bin ich 15 Jahre alt.

Als ich das herausfand, war ich mit meiner besten Freundin Eva in einem Dschungel. Es war Sommer und wir spielten Verstecken. Als sie mir hinterherrannte, sprang ich in einen Busch und schrie: „AHAHAHAHAHAHA, fast hättest du mich gefangen!“ Ich stand auf und rannte immer weiter. Plötzlich war mein Weg blockiert und ich wusste nicht mehr weiter. Dabei stolperte ich und spürte einen Dorn in meinem Rücken. Vor Schreck schrie ich laut auf. Als ich wieder aufstand, sah ich einen grossen Stein vor mir. Er blockierte meinen Weg, also rückte ich ihn zur Seite.

Nach einer langen Zeit merkte ich, dass ich zu lange weg war. Ich sah Eva nicht mehr, aber zum Glück kannte ich mich gut aus. Also suchte ich nach ihr. Nach einer Weile fand ich sie wieder. Als ich ihren Namen rief, erschrak sie, zuckte zurück und weinte. Ich verstand nicht, warum sie weinte, schliesslich war ich doch wieder da. Trotzdem fühlte ich mich schuldig, weil ich einfach weggegangen war. Verunsichert blieb ich stehen und rief: „Hey, ich bin’s doch nur!““”

Langsam verstand Eva die Situation. Sie drückte mir einen Spiegel in die Hand. Als ich hineinschaute, erkannte ich mich selbst nicht mehr. Meine beste Freundin stand nur da und war völlig verwirrt. Ich versuchte, ihr alles zu erklären, doch mir war plötzlich sehr heiss. Deshalb griff ich nach der Wasserflasche aus unserer Tasche.

Erst dann wurde mir klar, dass etwas mit mir nicht stimmte. Ich hatte plötzlich Instinkte, die ich vorher nie gehabt hatte. In diesem Moment begriff ich, dass meine Verwandlung begonnen hatte.


Dieser Text ist Teil der ABC-Etüden, eines Projekts, das von Christiane am Leben gehalten wird. Im Mai 2026 sind die Begriffe Instinkt, schuldig, rücken vorgegeben. Die Länge des Textes darf 300 Wörter nicht überschreiten.

Geschrieben wurde diese Etüde von Sara S, einer Erstklässlerin des Schuljahrs 25/26.

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