Die Ratlosigkeit der Ratlosigkeit

Stehe vor leerem Blatt, starre es ratlos an.
In Gedanken bei Schule, Stress und all dem Kram.
Doch eigentlich ist da mehr Unlust – viel grösser,
Als etwas zu tun, was man nach fünf Minuten nicht vermisst.

Und trotzdem die Lust viel schöner,
Dinge aufzuschieben, die man leider nie vergisst.

Höre leere Gedanken, starre sie ratlos an.
Wenn mich jemand fragt, was nach der Schule kommen kann.
Versuche nachzudenken,
Doch werde nach Sekunden still.

Schau in die Zukunft, doch dazwischen – Wolken aus Chaos
Und endlose, weisse Leere – alles ist dabei.
Einerseits will ich viel, doch andererseits
Weiss ich nicht, ob das ist, was ich wirklich im Leben will.

Schob den Gedanken immer auf,
Dachte, mehr Zeit schadet nicht.
Vielleicht bewirkte es das Gegenteil.
Vielleicht weiss ich nichts –
Und was ich in vier Jahren will, liegt fern, unerreichbar.

Vier Jahre mehr Schule
Vier Jahre, um die Zukunft aufzuschieben?
Vier Jahre, um nicht denken zu müssen,
Was ich wirklich will?

Oder vier Jahre, um der Zukunft zu entfliehen?
Vier Jahre, um zu erkennen, was ich im Leben suche?
Vielleicht sind wir nicht zu faul, es zu wissen –
Vielleicht wollen wir einfach nur das Richtige finden.

Ratlos als Selbstschutz,
Um nicht falsch zu entscheiden.
Aus Angst vor Fehlern, die wir machen könnten.
Zu faul, daraus zu lernen?
Oder ratlos, wie man daraus wirklich lernt?

Vielleicht wollen wir den harten Weg nicht gehen
Und tun bloss so, als wären wir ratlos.

Stehe vor leeren Fragen, starre mich ratlos an.
Gibt es Ratlosigkeit wirklich?
Oder ist es Faulheit, Unlust
Sich mit den Zielen im Leben zu befassen?

Die Liebe zur Spontanität
Den Adrenalinschub des blinden Unwissens.
Sehe ich absichtlich leer in die Zukunft
Oder starre ich sie bloss ratlos an?

Manche wollen blind in die Zukunft blicken,
Andere würden alles tun, um sie vorherzusehen.
Manche gehen mit offenen Armen durchs Leben,
Andere verschliessen sie –
Aus Angst oder Unwissenheit,
Selbst sie wissen es nicht.

Sind die Mutigen, die mit offenen Armen,
Oder sind sie die Naiven?
Vielleicht beides. Vielleicht nichts.
Vielleicht für jeden anders.
Wie man es eben sehen will.

Spüre leere Wahrheit, höre sie ratlos an.
Manche meiden die Wahrheit,
Weil sie sie nicht wahrhaben wollen.
Doch was dann?

Wenn man sie nicht kennt,
Nicht daraus lernt – nur Ratlosigkeit?
Weiss ich wirklich nicht, was nach dem Gymnasium kommt?
Oder will ich es nicht wissen?

Vielleicht geniesse ich es,
Dinge ohne Vorhersage auf mich zukommen zu lassen.
Freue mich am blinden Blick in die Zukunft.
Oder bin ich zu faul, es herauszufinden?

Rede ich mir ein, ich will es nicht wissen?
Dass der nächste Abschnitt sich von selbst ergeben wird?
Oder ist es mir egal –
Ob ratlos, faul oder gestresst?

Vielleicht lebe ich im Moment.
Zerbreche mir manchmal den Kopf.
Doch im Grossen und Ganzen freue ich mich
Auf das Ungewisse im Leben.

Stehe vor gefülltem Blatt, starre es dennoch ratlos an.

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