Der Schulweg (ABC-Etüde)

Diesen Morgen war meine ganze Familie überrascht, da sie nicht wie sonst schreien musste: «Fabio, steh endlich auf, ansonsten verpasst du wieder den Schulbus!»

Ich wachte heute früher auf und dachte zuerst, dass Samstag war. Nach ein paar Minuten wurde ich schlauer, als meine Mutter mir erzählte, dass Freitag war. Wenigstens konnte ich frühstücken, da normalerweise das gesamte Essen bereits aufgeputzt war, wenn ich ins Wohnzimmer kam. Nachdem ich mein Schulmaterial gepackt hatte, ging ich zur Bushaltestelle.

Auf dem Weg gab es plötzlich einen Wetterumschwung. Es begann zu regnen, und ich sah, wie das Regenwasser im Erdboden meiner Nachbarn versickerte. Ich ärgerte mich, dass ich nicht auf meine Mutter gehört und einen Regenschirm mitgenommen hatte. Trotzdem mochte ich den Duft des Regens. Oder vielleicht mochte ich den Duft auch nur, weil ich gerade an der Bäckerei vorbeikam.

Ich war bereits in der Nähe der Bushaltestelle. Dort stand das einzige Schild unserer Stadt, auf dem keine Aufkleber klebten. Das Schlimmste ist, wenn man auf den Bus warten muss. Man hat nichts zu tun und denkt daran, dass man länger zu Hause hätte bleiben können. Während ich wartete, fragte ich mich, ob sich der Schüler, der nie pünktlich war, vielleicht doch noch ändern könnte. Immerhin wäre mein Schulalltag dann etwas abwechslungsreicher.

Schliesslich kam der Bus. Ein Kichern musste ich mir verkneifen, als ich die erschrockenen Gesichter der Schüler sah. Selbst der Buschauffeur schaute überrascht. Offenbar hatten alle damit gerechnet, dass ich den Bus wieder verpassen würde.

Die Schuluhr zeigte mir, dass ich leider schon zehn Minuten vor Schulbeginn angekommen war. Da ich sowieso warten musste, setzte ich mich neben einen Baum. Natürlich dachte ich nicht daran, dass es keine besonders gute Idee war, dort einzuschlafen.


Dieser Text ist Teil der ABC-Etüden, eines Projekts, das von Christiane am Leben gehalten wird. Im September 2026 sind die Begriffe  abwechslungsreich, Wetterumschwung, versickern  vorgegeben. Die Länge des Textes darf 300 Wörter nicht überschreiten.

Geschrieben wurde diese Etüde von Pierre, einem Teilnehmer des Wahlfach Bloggen 26/27.

Eine Antwort auf „“

  1. Ach, das ist aber ärgerlich! Jetzt wäre er beinahe mal pünktlich gewesen und hätte alle überrascht, und dann verpennt er es doch wieder! 😉
    Schön, dass du mitgeschrieben hast, vielen Dank! 😁👍

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