Sensible Menschen und Emotionen

Sensibel zu sein ist schwierig, man heult, wenn etwas Kleines geschieht, was in den Augen der anderen Leuten „nichts“ wäre. Ich würde sagen, ich bin eine sehr sensible Person, aufgrund meiner Erlebnisse in meiner Kindheit. Meine Emotionen sind stärker als die einer unsensiblen Person. Wenn ich mit jemandem streite und diese Person etwas sagt, was mich emotional trifft, dann beginne ich direkt zu heulen.

Ich würde wetten, dass ich schon mindestens eine Regentonne mit Tränen hätte füllen können. Klar können das fast alle sensible Menschen sagen oder Menschen, die nah am Wasser gebaut sind. Eine Regentonne ist aber auf die Menge der Tränen, die im Laufe des Lebens vergossen werden, sehr wenig. In meinem Fall wurden in meinem bisherigen Leben ganz sicher mehr als nur eine Regentonne voller Tränen vergossen.

Schwanken tut man oft, ohne es zu wissen, dass man das überhaupt macht. Ich schwanke jedoch nicht im Sinne des Wortes, sondern meine Gedanken und Emotionen schwanken gelegentlich. Frauen kennen das wahrscheinlich besser als Männer. Die Hormone, die mit ihnen spielen und ihre Emotionen schwanken lassen. Manche kommen besser damit klar als andere, ich komme halbwegs gut damit klar.

Emotionen sind etwas Unglaubliches, ich habe bereits einmal darüber geschrieben, da ich es faszinierend finde, dass nicht nur wir Menschen, sondern auch Tiere Emotionen haben. Allerdings ist auch jedes Tier anders, genauso wie Menschen nie gleich sind. Eigenschaften, die gleich sind, kann jeder haben, aber nie ist jemand gleich wie der andere. Genauso wie die Gedanken der Menschen, keine sind gleich.

Egal, was uns voneinander unterscheidet, trotzdem haben wir immer etwas Ähnliches oder ähnliche Gedanken. Deshalb sind wir oftmals gleich, auch wenn wir nicht gleich denken oder aussehen.


Dieser Text entstand im Rahmen der ABC-Etüden von Christiane. 3 Begriffe in maximal 300 Wörtern.

Die Wortspende für die Textwochen 38/39 des Jahres 2022 stammt von Ellen mit ihrem Blog nellindreams. Sie lautet: Regentonne, sensibel, schwanken.

7 Antworten auf „Sensible Menschen und Emotionen“

  1. In einem Liter Wasser sollen etwa 20.000 Regentropfen passen. D.h. bei einer normalen Regentonne von 200 Litern wären das 4 Millionen Tropfen. Also das wäre für mich schon mal ein ganz trauriges Leben, es sei denn, die große Mehrheit wären Freudentropfen?

    1. Diese Überlegung gefällt mir! Und naja, wenn man davon ausgeht, dass ein Mensch ca. 70–80 Jahre lebt, denke ich, 4 Millionen Tropfen sind relativ wenig.

  2. Ich finde deinen letzten Satz extrem wichtig, denn der beweist, dass du dich in deine Mitmenschen einfühlen kannst und hinter die Masken schaust. Das ist zwar manchmal ziemlich erschreckend, aber dennoch erweitert es das Leben.
    Danke dir für die Etüde! 😉

  3. Hallo! Das finde ich gut, dass du die Etüdenwörter für dieses Thema genutzt hast.
    Es ist immer gut, zu wissen, dass man mit seinem „Nah-am Wasser-gebaut-Sein“ gar nicht ein so seltenes Expemplar ist, wie einem durch die Meinungsäusserungen der anderen suggeriert wird.
    Mir fliessen die Tränen beim Sprechen über tiefgehende Emotionen ebenso wie beim Hören schöner Musik oder beim Mitfühlen / Nachempfinden filmischer oder geschriebener Geschichten, sogar beim Zeitungs- oder Bloglesen, wenn es entsprechend berührende Themen sind.

    Es ist vollkommen gleich, ob real oder fiktiv, es ist eine ähnliche Erlebnistiefe, wo andere nicht einmal das Gefühl haben, überhaupt etwas dabei zu „erleben“.
    Es hat ein bisschen gedauert, bis ich zu der Erkenntnis gekommen bin, dass ich es für mich als wertvoll empfinde, dass man damit Geschichten schreiben, Bilder malen und singen kann und dass solche Situationen anderen Leuten zumutbar sind.

    Man braucht sich auf gar keinen Fall damit zu verstecken.
    Regt einen ein Gespräch so auf, dass die Tränen rinnen, sollte man nicht länger Scham empfinden, weglaufen und sich verstecken, sondern dennoch bei der Sache bleiben, sich nicht wegen der Tränen ablenken und niedermachen zu lassen.
    Einfach weiter zu reden und für sich einzutreten, statt zu flüchten verblüfft die Lästerer, deren Vorwürfe man ignoriert und damit sachlicher bleibt als diese selbst.

    Solche Erfahrungen waren für mich ein wichtiger Lernschritt und mir scheint, du bis damit auch schon ziemlich weit gekommen, wenn du schreibst, dass du mit den monatlich wiederkehrenden, noch sensibleren Tagen schon ganz gut umzugehen gelernt hast.
    Bestimmt verhilft dir deine Auseinandersetzung damit auch zu mehr Verständnis für andere, ob Menschen oder andere Lebewesen, und so gesehen ist es das, was ein paar Verständnislose abwerten, für viele mehr etwas wirklich Gutes und letztendlich auch für dich.

    1. Ich danke Ihnen sehr für diesen tollen Kommentar! Und ich bin völlig Ihrer Meinung, Tränen sollen niemals der Grund sein, um sich verstecken. Ob glückliche oder traurige Tränen, es zeigt, dass wir alle Menschen sind und alle (manchmal) das Gleiche fühlen können.

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