Sophies Oktober Rückblick 2023

Offen gesagt fühlt es sich an, als wäre im Oktober nicht viel passiert, aber das täuscht. Wenn ich genauer darüber nachdenke, sind mir im Oktober 2023 viele tolle Dinge passiert (auch Sachen, über die ich nicht schreibe) und dafür bin ich auch sehr dankbar.

Bloggen anstatt Lager

Knapp eine Woche vor den Ferien freuten sich meine Mitschüler auf das Klassenlager. Ich gehörte nicht dazu, da ich leider nicht teilnehmen durfte. Mein grösster Fehler bei der Schupperlehrsuche war, was auch der Grund war, weshalb ich nicht ins Lager durfte, dass ich nie richtig auf das Datum geachtet hatte:

Nachdem ich einen Schnuppertermin zweimal verschoben hatte, fiel der nächste Termin in die Woche des Lagers. Ich wollte eigentlich noch einmal verschieben, aber mein Vater meinte, ich sei selbst schuld. So musste ich während des Lagers schnuppern, was ich dann auch durchzog.

Das Schnuppern dauerte allerdings nur zwei Tage, Donnerstag und Freitag. Und was mache ich vom Montag bis Mittwoch? Zuerst dachte ich, ich müsste zur Schulinsel gehen, aber mein Hauptlehrer entschied anders.

Meine anderen Lehrpersonen wollten, dass ich einiges nachhole, wie Mathe oder ECDL. Doch Frau Rauber, meine Deutschschreib-Lehrerin, die schliesslich für mich zuständig war, fand, dass ich an den Deutschtexten weiterschreiben könne. Was mir auch viel lieber war.

Nachdem ich meinen neuen Stundenplan schon am Freitag bekommen hatte, begann meine Woche am Montag in der Schule, während die anderen im Lager waren.

Natürlich hat es mich geärgert, dass ich nicht mitgehen durfte. Aber abgesehen von der Zimmerordnung, hätte mir das Lager ohnehin nicht gefallen.

Ich habe dann also drei volle Tage mit dem Deutschschreiben verbracht und habe sicherlich mehr als 10 Stunden darin investiert. Es war überraschenderweise auch nicht so langweilig, da mir das Schreiben Spass machte und Frau Rauber mir auch netterweise Kaffee und sogar einmal Brot zu essen gab.

Der letzte Tag in der Schule, war ein wenig chaotisch, da ich die letzte Lektion allein war, weil meine Lehrerin weggehen musste. Aber mein Tag endete entspannt, da normalerweise alle am Mittwochnachmittag keine Schule haben.

Das Schnuppern

Am Donnerstag ging ich dann das erste Mal richtig schnuppern bei einer grossen Firma namens Itten+Brechbühl AG.

Natürlich war ich nervös und wollte pünktlich ankommen, also bin ich extra früher losgegangen, falls ich meinen Zug verpasste oder den Ort nicht finden würde. Ich fuhr mit dem Zug zur Hardbrücke und von dort nutzte ich Google Maps, um den Betrieb zu finden.

Da passierte mir schon der erste Fehler. Ich habe zehn Minuten meiner Zeit verschwendet, indem ich neben einer Strasse herlief, weil ich den Fussgängermodus auf Google Maps nicht eingeschaltet hatte.

Gott sei Dank habe ich den Fehler früh genug bemerkt und kam trotzdem pünktlich an. Ich wartete 10 Minuten draussen, weil es noch zu früh war, und ich nicht wusste, ob ich schon hineingehen sollte oder nicht. Als ich noch drei Minuten hatte, um einen pünktlichen Auftritt zu machen, bin ich einfach hineingegangen.

Das Gebäude war gross und es war der Sitz mehrerer Firmen. Meine war im 2. Stockwerk. Als ich die Treppe hochlief, weil der Lift sehr kompliziert war und ich die Knöpfe nicht ganz verstand, wurde mir klar, dass ich richtig Angst hatte.

Ich bin und war schon immer eine schüchterne Person, wenn es darum geht, jemanden kennenzulernen. Also stand ich ängstlich vor der Türe und musste warten, bis jemand die durchsichtige, geschlossene Tür endlich öffnete.

Ein Mitarbeiter hatte seinen Schreibtisch vor der Tür, sah mich und machte mir die Tür auf. Ich erklärte ihm, dass ich hier zum Schnuppern sei und bei wem. Er rief die Person und der zuständige Herr kam und zeigte mir meinen Platz. Dann musste ich direkt mit Übungsblättern und Aufgaben anfangen.

Ich war sehr froh, einen netten und hilfsbereiten Lehrling zu bekommen, der mich begleitete. Es waren vier Lehrlinge in der Gruppe und mein Begleiter hat immer darauf geachtet, dass ich während der Pause nicht ausgeschlossen wurde.

Am ersten Tag ging es hauptsächlich darum, meine Aufgaben zu erledigen und meine Kreativität zu testen. Ich musste etwa aus Holzblöcken auf Papier ein Gebäude mit vielen Details skizzieren. Die Arbeitsblätter hatten einen geometrischen und räumlichen (Vorstellungsvermögen) Schwerpunkt.

Die Übungsblätter habe ich gut gemeistert und sogar Komplimente dafür bekommen, wie sauber und schnell ich sie richtig gelöst habe. Allerdings gefiel mir meine Skizze nicht so gut. In meinen Augen war sie nicht so schön und nicht ganz proportional, im Vergleich zur Skizze des Lehrlings.

Am nächsten Tag habe ich wieder Skizzen gemacht, aber dieses Mal von meinem Traumhaus (das mindestens zwei Stockwerke haben sollte). Das ging schnell und danach hat mir der Begleiter die Software gezeigt, die sie benutzen. Ich musste lernen, wie ich meine Skizze dort übertragen konnte. Das war kompliziert zu verstehen.

Aber dank der Geduld meines Begleiters und weil er immer wieder aufstand, um mir weiterzuhelfen, bekam ich das noch gut hin.

Ein Highlight war, als ich gegenüber dem Betreuer erwähnte, dass ich mich für Autos interessiere. Danach hat er mir bei diesem Programm mehrmals gezeigt, wie ich Autos in meine Arbeit einfügen konnte, ohne dass ich überhaupt danach gefragt hatte.

An diesem letzten Tag musste er (aus privaten Gründen) früher gehen. Sein Mitarbeiter, der zurzeit noch Lehrling ist, meldete sich freiwillig, mich in den letzten Stunden zu betreuen.

Etwa um 5 Uhr machte ich mich fertig, um zu gehen. Sobald ich bereit war, besprach ich mit dem anderen Lehrling kurz meine Bewertungen der Schnupperlehre. Sie waren eigentlich ausgezeichnet, abgesehen davon, dass ich manchmal verschlossen bin.

Meine Arbeit auf dem Computer wurde mir dann per E-Mail geschickt und ich verabschiedete mich. Es war ein gelungenes Erlebnis, das mir gut gefallen hat.

Familientreff nach langer Zeit

Die dritte tolle Erfahrung im Oktober waren meine Ferien in Singapur. Nach einer langen Reise im Flugzeug war meine Mutter und ich endlich da. Mein Onkel und meine Tanten holten uns vom Flughafen ab. Anschliessend sind wir zu meiner anderen Tante gefahren, wo wir die nächsten 10 Tage verbrachten. Mit dieser Tante habe ich die engste Beziehung, genauso wie mit meinen Cousinen.

Mein Grossvater wohnte auch dort, leider ist er sehr krank. Aber ich hatte Glück, dass er vor unserer Ankunft aus dem Spital entlassen worden war.

Ich war total aufgeregt, weil ich meine Cousinen und meine gesamte Familie seit fünf Jahren nicht mehr gesehen hatte. Die Gründe, weshalb ich meine ganze Familie in Asien nicht gesehen hatte, waren Corona und weil die Arbeitszeiten meiner Mutter nicht mit meinen Schulferien übereinstimmten.

Ich wusste nicht, wie sie auf mich reagieren würden, da ich keinen Kontakt zu ihnen pflegte und sie einen anderen Lifestyle haben als ich. Ausserdem hatte ich Angst vor ihrer Meinung über mich.

Aber alles war gut, sie haben sich gefreut, mich zu sehen und alle hatten viele Fragen an mich. Zum Beispiel, wie die Schule läuft und wie es nach meinem 9. Schuljahr weitergehen wird.

Ich habe mich schnell an die neue Umgebung gewöhnt, denn ihre Anwesenheit fand ich grossartig. Das Leben in einer grossen Familie fand ich besonders, da ich ein Einzelkind bin.

Die nächsten 10 Tage vergingen viel zu schnell. Neben dem langen Schlafen ging ich oft mit meiner Mutter shoppen und habe viel Zeit mit meiner Familie verbracht. Abends waren wir oft draussen, da die Kinder meiner Cousinen zur Schule mussten.

Des Weiteren ging ich mit meiner Tante essen, welche mich vom Flughafen abgeholt hatte. Drei Tage später hatten wir ein Treffen mit meiner ganzen asiatischen Familie. Wir haben zusammen gegessen und einen traditionellen Horrorfilm geschaut.

Zwei Tage vor unserem Rückflug bin ich mit meiner Tante, bei welcher wir lebten, meinen Cousins und natürlich meiner Mutter in kleine Läden gegangen. Meinen Cousinen und ich haben viele lustige Fotos in den Fotoautomaten gemacht. Danach sind wir alle zur Marina Bay gelaufen, aber leider war der Merlion verdeckt, weil er geputzt wurde.

Wir sind danach lange spaziert, liefen durch andere Hotels und haben bei kleinen, typisch asiatischen Ständen gegessen. Zum Schluss besuchten wir den Marina Bay Garden.

Am letzten Tag ging ich zum Abschluss mit zwei meiner Cousinen raus. Danach sind wir nach Hause gegangen, haben mein Gepäck geholt und meine Mutter und ich haben uns von meinem kranken Grossvater verabschiedet. Dann machten wir (meine Mutter, meine Tante, meine Cousins und ich) uns auf den Weg zum Flughafen.

Meine Verwandten haben uns so weit wie möglich begleitet und dann verabschiedeten wir uns.

Ich vermisse sie fest, denn sie sind sehr positive Leute und ich liebe es, wie sie alle zusammen als grosse Familie leben.

2 Antworten auf „Sophies Oktober Rückblick 2023“

  1. Toll, wie du alles bis ins Detail zusammengefasst hast. Das finde ich sehr spannend, alles mitlesen zu können.
    Mach weiter so.

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