Wir sassen alle am Esstisch. Draussen schneite es wie verrückt, der Wind blies und es herrschte eine ungemütliche Stimmung im Raum. Mein Opa Jingle Dingle war gerade dabei, sein verkohltes Steak zu essen, während meine Mutter meiner kleinen Schwester und mir Nudeln mit Speck kochte. Meine Schwester Ella war damals 3 Jahre alt und ich war 9.
Ich sass also am Tisch und wartete auf mein Essen. Wenige Minuten später brachte meine Mutter es uns. Es war mäuschenstill und das einzige Geräusch kam vom rauschenden Wind durch unseren Kamin. Meine Mutter fragte leise und ängstlich meinen Vater, wie sein Tag war. Er antwortete lediglich „Gut, und deiner?“, worauf sie erwiderte „Es ging“. Die stille Situation war mir peinlich.
Plötzlich beobachtete ich, wie mein Opa sein Armband abstreifte und mir gab. Ich fragte ihn, woher er das habe und er antwortete mir, das sei eine alte Familiengeschichte und überreichte es mir. Meine Schwester und ich sahen ihn erwartungsvoll an, aber mein Opa antwortete nur, dass dies eine lange Geschichte sei.
Meine Mutter bat ihn, die Geschichte zu verraten, wir hätten ja Zeit. Also begann Opa Jingle Dingle zu erzählen.
Als ich ein kleiner Junge war, wohnte ich mit meiner Mama und meinem Papa in einem kleinen Dorf. Mein Vater war Hufschmied und meine Mutter arbeitete auf dem Feld oder zu Hause.
Eines Tages, als ich von der Schule zurückkam, rannte meine Mutter auf mich zu und sagte, wir müssten unsere Sachen packen und verschwinden. Ich fragte mich natürlich, warum und vor allem, warum Papa nicht mitkommen konnte.
Meine Mutter führte mich ganz tief in den Wald hinein und ich sah eine kleine Hütte. Daraus kam eine alte Dame mit einem kleinen Papagei auf dem Kopf und sie fragte mich, ob ich Jingle Dingle sei. Als ich mit Ja antwortete, bat sie meine Mutter und mich in die Hütte. Ich merkte, dass meine Mutter angespannt war und sie vor etwas Angst hatte.
Nachdem wir drei Wochen dort gelebt hatten, hatte ich immer noch nichts erfahren, ausser, dass die alte Dame Ursula hiess. Eines Tages setzten wir uns an den Tisch und plötzlich begann meine Mutter zu erzählen, dass mein Vater mit dem Schwarzmarkt zu tun hatte. Die Regierung hatte dies herausgefunden und deshalb hatten wir uns in Sicherheit bringen müssen.
Ursula erzählte dann, dass sie die Schwester meiner Urgrossmutter war und wir deshalb zu ihr geflüchtet seien. Ich war erstaunt, dass mein Vater in eine illegale Handlung verwickelt war. Das hätte ich nicht von ihm erwartet. Nach einem langen Seufzer meinte meine Mutter, dass die Regierung uns aber aufgespürt hatte und wir deshalb zum König gehen müssten, um ihm alles zu erklären.
Am nächsten Morgen machten sich meine Mutter und ich auf den Weg zum Palast …
Als wir im Palast ankamen, mussten wir uns vor dem König rechtfertigen. Meine Mutter redete viel, aber ich konnte mich nicht konzentrieren, da die Tochter des Königs sooo schön war und wir uns während des ganzen Prozesses lang nur tief in die Augen schauten.
Am Ende bot uns der König ein Zimmer im Palast an. Auf dem Weg ins Zimmer stoppte mich eine zärtliche Hand. Es war die Hand der Königstochter Johanna. Sie sagte, ich solle um Mitternacht in den Königshof kommen, denn sie hätte eine Überraschung für mich.
Punkt 00:00 wartete ich draussen auf sie. Ich dachte schon, es sei eine Falle, denn ich wartete mehrere Minuten vor einem riesigen Tor. Plötzlich kam eine Person heraus und ich erkannte, dass es Johanna war. Sie gab mir das Armband als Zeichen der Liebe und seit dieser Nacht trage ich dieses Armband.
Ich war erstaunt, dass mein Opa in seiner Kindheit bereits so viel erlebt hatte und dieses wertvolle Armband jetzt an mich übertrug. Überglücklich über die spannende Geschichte und meinen neuen Schatz verräumte ich schnell das Geschirr und ging ins Bett!


Ich finde die Geschichte sehr spannend und süss.
Süss, als dein Opa dir das Armband gegeben hat und spannend, weil der Palast unerwartet erwähnt wird. Das macht die Geschichte sehr interessant.
Hallo Nisa
Danke vielmals, dass du dir die Zeit genommen hast, meine Geschichte zu lesen. Der Teil, als der Opa das Armband übergib,t finde ich auch sehr süss😊