Der kleine besessene Zwerg

Ich war in meinen Garten und habe Blumen gepflückt. Ich schaute kurz zu meinem Nachbarn rüber, als mir plötzlich ein kleiner Zwerg tief in die Seele schaute. Darüber habe mich so erschrocken, dass ich meine Gartenutensilien fallen liess. Ich ging sofort ins Haus und verschloss alle Fenster und Türen, damit ich mich wohl und sicher fühlen konnte.

Es war kein normaler Zwerg. In der Nacht zuvor hatte er sich bereits komisch bewegt und gruselige Geräusche von sich gegeben. Aber ich hatte nicht weiter darüber nachgedacht und mir eingeredet, das sei nur wegen des starken Windes.

Es war Bettzeit und ich wollte schlafen gehen. Allerdings liess mich das komische Gefühl nicht los. So ging ich nochmals durch das Haus und kontrollierte, ob wirklich alle Türen und Fenster geschlossen waren. Obwohl ich mich davon versichert hatte, spürte ich dieses ungute Gefühl immer noch. Aber ich war sehr müde und ging zurück in mein Zimmer.

Doch ich konnte nicht einschlafen. Mir wurde übel, ich rannte zur Toilette und musste erbrechen. Als es mir wieder ein wenig besser ging, nahm ich eine Tablette aus dem WC-Schrank, um den Brechreiz zu stoppen. Aber als ich den Spiegelschrank schliessen wollte, sah ich den Zwerg hinter mir in meiner Reflexion.

Mein Herz stand praktisch still. Langsam drehte ich mich zu dem Zwerg. Ich konnte nicht schreien, war sprachlos. Aber ich rannte so schnell wie es ging aus dem Badezimmer, sprang in mein Bett und zog die Bettdecke über meinen Kopf. Ich hoffte, dass alles nur ein schlimmer Albtraum war. War es leider nicht …

Plötzlich hörte und spürte ich, wie der kleine Zwerg mein Bett hoch krabbelte. Ich schrie so laut auf, dass mein Nachbar aufgestanden ist und aus seinem Fenster brüllte, ich sollte nicht so laut sein. Ich hörte ihn, aber ich konnte nichts erwidern, da ich grosse Angst hatte und die Bettdecke nicht von meinem Kopf ziehen wollte.

Irgendwann muss ich eingeschlafen sein …

Am nächsten Morgen arbeitete ich wieder im Garten. Als ich zu meinem Nachbar schaute, war der Zwerg verschwunden. Darüber war ich so erschrocken, dass ich sofort ins Haus rannte. Mit den Nerven am Ende und völlig verstört, war mir klar, dass ich diese Situation auf Dauer nicht mehr aushalten konnte. Ich musste eine Lösung finden und beschloss daher wegzuziehen.

Ich durchforstete das Internet nach einer Wohnung. Nach einiger Zeit fand ich eine tolle, die welche ich noch am selben Tag besichtigen konnte. Sie hat mir sehr gefallen, da sie erstens in einer anderen Stadt und zweitens in der Nähe meines Jobs lag. Meine Hoffnung war gross, dass ich die Wohnung bekommen würde, da ich mich sehr gut mit der Verkäuferin verstanden hatte.

Obwohl ich grosse Angst vor dem Schlafen hatte, war ich nach diesem langen Tag auch sehr müde und ging schlafen. Ich schlief sehr früh ein, aber dann mitten in der Nacht hörte ich in der Küche ein Glas herunterfallen. Aber – ich war mir doch zu 100 % sicher, dass ich alle Türen und Fenster geschlossen hatte! Ich nahm einen Baseballschläger und stieg langsam die Treppe runter. Als ich unten war, sah ich den Zwerg auf meinem Esstisch …

Ich rannte hoch ins Zimmer zurück, schloss die Türe ab und weinte vor Angst. Ich wusste nicht, was tun und ich war die ganze Nacht wach, bis die Sonne aufging.

Am Morgen bekam ich die Nachricht, dass ich die Wohnung bekommen habe und noch am gleichen Tag einziehen könne. Ich war so glücklich und habe direkt meine Familie angerufen, damit sie mir bei dem Umzug halfen.

Mein Vater konnte einen riesigen Lastwagen mieten, um die Möbel zu transportieren. So befanden sie sich innerhalb von zwei Tagen in der neuen Wohnung. Glücklicherweise konnte eine Nacht bei meinen Eltern übernachten. Dort konnte ich in Frieden schlafen, ohne dass etwas Gruseliges passierte. Meine Familie und ich sind am nächsten Morgen früh aufgestanden, um die Wohnung fertig einzurichten.

Jetzt musste ich nur noch in die alte Wohnung zurück, um mit dem Vermieter zu sprechen. Er meinte, er wolle die Wohnung lieber nicht mehr vermieten. Mein Vormieter sein in der Wohnung gestorben. Er erzählte mir auch, dass der Mieter zuvor sich sehr ungewöhnlich verhalten habe. Er habe das Haus nur in der Nacht verlassen, um einzukaufen und immer um Punkt 3 Uhr habe er so laut geschrien, dass er die ganze Nachbarschaft geweckt habe.

Diese Geschichte machte mir Gänsehaut, aber sie war spannend und ich wollte mehr Informationen. Also ging ich in den Keller, um dort nachzuschauen – es war zum Glück noch Tag.

Ich ging die Treppe runter und stürzte wegen eines Teppichs, dessen Ecken sich vom Boden lösten. Der. Sturz hatte mich zwar etwas verwirrt, trotzdem bemerkte ich, dass der Boden unter dem Teppich ziemlich kaputt war. Ich konnte mich nicht daran erinnern, den Boden beschädigt zu haben.

Also kam ich auf die Idee, den ganzen Teppich wegzureissen. Als der Teppich weg war, sah ich etwas Unheimliches …

Es war ein Teufelskreuz, das im Boden eingeritzt worden war. Ich war so geschockt, aber die ganze Geschichte und die unheimlichen Dinge gaben endlich einen Sinn. Ich wusste nicht, was ich hätte unternehmen können, also liess ich den Boden, wie er war. Sofort kehrte ich zu meiner neuen Wohnung zurück und musste erst mal damit klarkommen, was ich gerade gesehen hatte.

Um alles zu vergessen, ging ich erst mal duschen, bestellte Essen, schaute einen Disney Film und ruhte mich aus. Langsam ging es mir besser und ich fühlte mich sicher und wohl.

Nach einer Woche war ich immer noch glücklich in meiner neuen Wohnung, da mir nichts mehr passierte und kein besessener Zwerg mir jeden Abend Angst machte. Ich lebte mein Leben wieder glücklich weiter und obwohl die alte Wohnung immer noch leer steht, interessiert mich das nicht mehr. Es zählt nur, dass ich weiterhin fröhlich in meiner neuen Wohnung lebe, mich wohlfühle und meine Gartenarbeit sicher machen kann.


Dieser Text ist im Wahlfach Bloggen 24/25 von Nisa entstanden.

2 Antworten auf „Der kleine besessene Zwerg“

    1. Ich bedanke mich sehr bei Ihnen, dass sie meine Geschichte schön gruselig fanden. Ich habe sehr lange an dieser Geschichte gearbeitet und mir sind während des Schreibens immer mehr Ideen eingefallen. Trotzdem wollte ich die Geschichte kurz, aber spannend halten.

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