Ich sitze auf unserer Veranda und warte. Ich warte auf meine Freundinnen, welche mich bereits vor 30 Minuten hätten abholen sollen. Allerdings haben sie das nicht getan und ich sitze immer noch hier. Ich trage ein schwarzes Strickkleid, welches scheuert, aber gut zu meinen roten Haaren passt. Ich wühle in meiner Tasche und hole mein Handy wieder hervor. Es ist genau 19 Uhr und ich habe keine neue Nachricht erhalten. Grrrr.
Als meine Freundinnen endlich auftauchen, ist es bereits 19.30 Uhr. Sie sagen, der Verkehr sei extrem gewesen, weil es einen Unfall auf der Hauptstrasse gegeben habe. Da wir wieder über die Hauptstrasse ans andere Ende der Stadt müssen, brauchen wir eine weitere halbe Stunde. Zu Fuss hätte ich vielleicht zehn Minuten gebraucht, aber mit meinen Absätzen wäre ich andauernd umgeknickt.
Ich war eigentlich noch nie auf einer Party, habe noch nie Alkohol getrunken und komme mit Betrunkenen nicht klar. Aber ich bin jetzt 18, also probiere ich alles aus.
Wir betreten das Haus, in dem die Party steigt, ohne zu klopfen oder zu klingeln. Wir werden von lauter Menschen begrüsst, die ich noch nie gesehen habe. In der Küche sehe ich verschüttetes Bier auf der Arbeitsplatte. Im schwachen Abglanz der Partybeleuchtung glänzt die klebrige Flüssigkeit. Meine Freundin drückt mir einen Becher in die Hand und ich weiss nicht, was drin ist … Ich hasse dieses Getränk. Es schmeckt bitter und irgendwie säuerlich. Nach den ersten Schlucken ist mir bereits schwummrig.
Die Musik dröhnt, überall stehen Menschen und ich verstehe kaum ein Wort. Meine Freundinnen tanzen, während ich mich an der Wand festhalte. Es ist grauenhaft. Nach zwei Stunden bin ich völlig verwirrt und betrunken. Ich rufe meinen Vater an und bitte ihn, mich abzuholen.
Ich bin nicht gemacht für Partys.
Dieser Text ist Teil der ABC-Etüden, eines Projekts, das von Christiane am Leben gehalten wird. Im Oktober 2026 sind die Begriffe Abglanz, säuerlich, scheuern vorgegeben. Die Länge des Textes darf 300 Wörter nicht überschreiten.
Geschrieben wurde diese Etüde von Laura, einer Teilnehmerin des Wahlfachs «Bloggen» im Schuljahr 26/27.


Klingt alles ätzend. ICH glaube, dass es vielen so geht wie dir, aber die wenigsten geben es zu. Ich vermute, dass du einen zweiten und/oder dritten Versuch brauchst, um dich an so eine Atmosphäre zu gewöhnen, du hattest einfach von allem zu viel auf einmal. Alkohol ist allerdings nicht die Lösung, nicht mal auf Partys, sondern sollte ein Genussmittel sein, keine Pflicht.
Danke dir für die Etüde, ich finde sie echt gut. Schön, dass du mitgeschrieben hast.