Ein grosses Missverständnis

Eines Tages ging Jonas zur Schule. Er wollte seinen Kollegen Tim abholen. Deshalb rief er ihn an, doch Tim nahm nicht ab. Jonas dachte, dass er noch am Schlafen sei. Also ging er zu Tims Haustür und klopfte.

Seine Mutter öffnete die Tür. Jonas fragte: „Wo ist Tim?“
„Er ist schon gegangen“, sagte seine Mutter. Jonas fragte, wie lange er schon weg sei. „Vor etwa vier bis fünf Minuten“, antwortete sie. „Ah, okay. Also bis dann“, sagte Jonas und ging schnell die Treppe hinunter. Unten nahm er sein Handy und rief Tim noch einmal an. Es klingelte, aber Tim nahm wieder nicht ab.

Er schaute auf die Uhr: In zehn Minuten begann der Unterricht. Also rannte Jonas schnell zur Schule. Auf dem Weg sah er plötzlich Tims Handy auf dem Boden liegen. Ohne zu zögern nahm er es und ging weiter. In der Schule angekommen, fragte er seine Kollegen, ob sie Tim gesehen hätten. Sie sagten nein und fragten, warum. Jonas erklärte kurz, dass er Tim abholen wollte, er aber schon gegangen sei und er unterwegs sein Handy gefunden habe.

Da läutete die Glocke, und alle mussten hinein. Als Jonas ins Klassenzimmer ging, fragte die Lehrerin: „Hast du Tim gesehen?“ „Nein, ich habe ihn nicht gesehen“, antwortete Jonas. „Komisch, er ist sonst immer der Erste hier“, sagte sie. „Ich weiss nicht, vielleicht ist ihm etwas dazwischengekommen“, meinte Jonas. „Ich rufe mal seine Mutter an“, sagte die Lehrerin. „Nein, machen Sie das nicht!“, rief Jonas schnell und erzählte ihr alles.

Die Lehrerin meinte: „Wir müssen es seiner Mutter sagen. Sie hat das Recht, es zu wissen.“
„Vielleicht warten wir noch kurz, bevor wir jemanden informieren. Vielleicht klärt sich alles“, sagte Jonas. Die Lehrerin überlegte kurz. „Okay. Aber sollen wir auch Herrn Kent fragen? Er kann sich vielleicht in das Handy hacken.“ „Nein, das brauchen wir nicht. Wir sind gute Freunde, ich kenne sein Passwort“, erklärte Jonas. „Gut, aber behalte es für dich“, sagte die Lehrerin. Die Lehrerin überlegte kurz. „Gut. Nach der letzten Stunde kommst du zu mir, dann suchen wir gemeinsam nach Tim.“ „Okay“, antwortete Jonas.

Nach der letzten Stunde ging Jonas zur Lehrerin. Als er dort ankam, standen Tim und seine Mutter bereits bei ihr.Jonas rannte sofort zu Tim: „Wo warst du?“ Tim erklärte: „Ich musste früh zu Frau Lins, um eine Prüfung zu machen. Deshalb bin ich schon um sieben Uhr gegangen. Dann ist mir eingefallen, dass ich mein Handy vergessen habe. Ich dachte, es wurde gestohlen. Nach der Prüfung habe ich es gesucht, aber nicht gefunden. Zuhause sagte meine Mutter, dass sie einen Tracker hat. Wir haben dann nachgeschaut und gesehen, dass mein Handy noch in der Schule ist. Deshalb sind wir hierhergekommen.“

Jonas schaute die Lehrerin an, und beide mussten ein bisschen lachen. Auch Tim und seine Mutter lachten, als sie merkten, dass alles nur ein grosses Missverständnis war. Jonas gab Tim das Handy zurück, und danach gingen sie gemeinsam nach Hause.

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