Ich bin Luna und ich erzähle euch eine echte Geschichte. Ich habe braune Haare und braune Augen. Mein Vater hat auch braune Haare und braune Augen. Ich bin 1,58 m gross und mein Vater ist 1,85 m gross. Meine Schwester hat blaue Augen und blonde Haare. Sie ist 1,60 m gross.
In der Nacht konnte ich nicht gut schlafen. Ich hatte ein ungutes Gefühl. Als ich fast eingeschlafen war, stellte ich mir vor, dass jemand aus meiner Familie sterben könnte. In meinem Traum war es meine Schwester. Der Gedanke machte mir grosse Angst. Gerade als ich endlich eingeschlafen war, platzte meine Schwester in mein Zimmer und rief:
„Die Garage brennt!“ Ich erschrak und sprang aus dem Bett. Doch am Ende stellte sich heraus, dass es nur eine Fehlmeldung war. Es war nur die Heizung, die einen Alarm ausgelöst hatte.
Am nächsten Morgen kam mein Vater in mein Zimmer, um mich zu wecken. Ich wollte zuerst nicht aufstehen. Ich war noch müde und mein ungutes Gefühl war immer noch da. Nach einer Weile stand ich doch auf. Dann sagte mein Vater: „Wir laufen heute um den Vierwaldstättersee.“ Ich antwortete: „Es ist viel zu kalt. Wir können doch nicht draussen laufen gehen!“ Trotzdem gingen wir los. Meine Schwester kam auch mit. Als wir dort ankamen, sagte mein Vater: „Wartet hier auf mich, ich muss kurz etwas erledigen.“ Er ging weg. Wir warteten. Nach 15 Minuten war er immer noch nicht zurück.
Plötzlich fuhr ein schwarzer Bus auf uns zu. Bevor ich reagieren konnte, packte jemand meine Schwester und zog sie in den Bus. Der Bus fuhr sofort weg. Ich blieb ganz alleine zurück. Ich wusste nicht, was ich machen sollte. Nach etwa einer Stunde kam mein Vater zurück und fragte: „Wo ist deine Schwester?“ Ich antwortete: „Ich weiss es nicht. Ein schwarzer Bus hat sie entführt.“ Wir suchten sie überall. Auch die Polizei half bei der Suche.
Nach vier Tagen rief die Polizei uns an. Sie sagten: „Es gab einen Autounfall. Ihre Tochter ist dabei ums Leben gekommen.“ Mein Vater wusste nicht, was er jetzt ohne meine Schwester machen sollte.
Eine Woche später war die Beerdigung meiner Schwester. Es war ein grausamer Tag voller Regen und Kälte. Wir waren am Boden zerstört und wussten nicht, was wir machen sollten.
Nach der Beerdigung musste ich wieder zur Schule gehen. Schon am Morgen bekam ich wieder dieses ungute Gefühl. Ich wollte nicht zur Schule, aber ich musste. Dann kam der Bus, der mich zur Schule fährt. Als ich den Fahrer ansah, kam er mir plötzlich sehr bekannt vor. Er sah aus wie der Mann aus dem schwarzen Bus. Plötzlich wurde mir klar: Er war es wirklich.
Aber ich hatte es zu spät gemerkt. Wir waren schon unterwegs. Sein Plan war, uns alle zu entführen, um noch mehr Entführungsgeld zu bekommen. Er bedrohte uns und sagte, er würde uns erschiessen. Alle Kinder im Bus bekamen grosse Angst.
Nur ich versuchte, ruhig zu bleiben. Ich ging nach vorn zum Fahrer und sagte: „Ich weiss, wer du bist. Du hast meine Schwester umgebracht.“ Der Busfahrer antwortete: „Ich weiss nicht, wen du meinst.“ Aber ich wusste, dass er genau wusste, wen ich meinte.
Plötzlich packte ich das Lenkrad. Der Bus kam von der Spur ab und raste Richtung See. Der Fahrer verlor die Kontrolle und stürzte ins Wasser. Als er fast ertrank, rief jemand im Bus die Polizei und den Rettungsdienst. Der böse Mann überlebte nur ganz knapp und musste später ins Gefängnis. Dort hatte er viele Feinde und wurde oft verprügelt.
Für die Kinder im Bus war ich eine Heldin.
Seit diesem Tag gehe ich immer zu Fuss zur Schule.

