Heute vor zwei Jahren ist mein Arbeitskollege vor meinen Augen erschossen worden. Darüber habe ich euch bereits hier berichtet.
Warum ich meinen Job als Polizistin an den Nagel gehängt habe und heute als Event Veranstalterin in New York arbeite, erzähle ich euch gleich. Der Tod meines Arbeitskollegen war jedoch nicht der einzige Grund, weshalb ich von Chicago nach New York umgezogen bin.
Genau sechs Monate nach dem tragischen Tod von Steve war ich mit meiner besten Freundin Jennifer in einem Café, um mich ein wenig von der Arbeit abzulenken. Jedenfalls hatte ich das vor.
Danach wollte ich nach Hause gehen, denn ich hatte einen echt anstrengenden Tag hinter mir. Jennifer jedoch wollte unbedingt noch in einen Club und da ich eine gute beste Freundin sein wollte, begleitete ich sie.
Als wir in unserem Lieblingsclub ankamen, herrschte bereits eine tolle Stimmung. Alle tanzten, hatten Spass und ich hatte das Gefühl, dass ich genau das gebraucht hatte. Wir wollten uns ein Taxi für den Nachhauseweg nehmen, weil wir beide ziemlich viel getrunken hatten und beinahe im Stehen einschliefen.
Ich musste noch kurz auf die Toilette. Auf dem Weg dorthin, bekam ich mit, wie ein Drogendealer einem minderjährigen Mädchen Kokain verkaufte. Ich konnte es nicht lassen und mischte mich ein. Ich rief die Dienststelle an und informierte sie darüber, was vor sich ging.
Zu diesem Zeitpunkt wusste ich nicht, dass Drogen an diesem Abend mein kleinstes Problem sein würde.
Gerade als ich zum Drogendealer zurückgehen wollte, hörte ich mehrere Schüsse. Ich rannte wieder in Richtung Musik. Vier Personen lagen angeschossen am Boden. Ich versuchte ihnen so gut wie möglich zu helfen und leistete Erste Hilfe.
Die Schützen waren verschwunden, doch plötzlich verriegelten sich alle Türen und es begann, nach Rauch zu riechen. FEUER. Ich wusste, dass wir in grossen Schwierigkeiten waren und versuchte so schnell wie möglich einen Weg aus diesem Gebäude zu finden. Ich rannte zu den Toiletten. Da gab es sicher ein Fester, wodurch man nach draussen gelangen konnte.
Doch auf dem Weg dahin fand ich Jennifer, die mit einer Schusswunde am Bein am Boden lag. Sofort eilte ich zu ihr und übte Druck auf die Wunde aus, somit sie nicht verblutete. Ich half ihr zu den Toiletten und konnte sie durch das Fenster aus dem Gebäude bringen. Als ich die anderen holen wollte, verriegelte sich das Fenster vor meinen Augen.
Zu Glück traf genau in diesem Moment die Feuerwehr und die Polizei ein. Der Krankenwagen steckte jedoch in einem Stau fest.
Als er endlich ankam, war meine beste Freundin bereits verblutet. Ich konnte es einfach nicht glauben und hörte nicht mehr auf zu weinen. Es half auch nichts, dass die Ärzte mir sagten, ich hätte mein Bestes getan. Die anderen Clubbesucher konnten gerettet werden, auch wenn sie sich eine Rauchvergiftung geholt hatte. Die vier Angeschossenen erlagen ihren schweren Verletzungen.
Nach diesem Ereignis ging ich monatelang zur Therapeutin und anschliessend kündigte ich. Ich stellte fest, dass ich Abstand von all diesen schrecklichen Erlebnissen benötigte und so zog ich nach New York. Eine Kollegin meiner Mutter arbeitete dort bei einer grossen Eventagentur, die mir einen Job als Event Veranstalterin anboten.
Und so lebe ich jetzt hoffentlich in Frieden. Dank dieses Neustarts konnte ich mich echt gut erholen, doch ich werde den Verlust von Steve und Jennifer immer in mir tragen.


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