Dieser Text ist die Fortsetzung von „Die letzten Tagen vor den grossen Ferien„.
Die Überraschung
Zu Hause erwartete mich eine Überraschung, von der ich nichts ahnte. Meine Mutter gratulierte mir zuerst und lächelte mich an. Doch hinter ihrem Rücken versteckte sie etwas. Sie bat mich, meine Augen zu schliessen, und drückte mir einige Blätter in die Hand. Was konnte das wohl sein?
Als ich meine Augen öffnete, war ich zunächst enttäuscht. Ich las kurz und liess die Blätter fallen. Doch dann sprang ich vor Freude auf und ab und umarmte meine Mutter so fest ich konnte. Es waren Flugtickets für die Malediven!
Die Vorfreude und Vorbereitung
Schnell begann ich, meinen Koffer zu packen, denn wir flogen schon in drei Tagen. Endlich war der Tag der langen Reise gekommen. Zuerst ging es zum Flughafen und dann ins erste Flugzeug. Dieses Flugzeug war riesig. Vier Sitze in der Mitte und an den Seiten je drei. Auf jedem Platz lag ein Goody-Bag mit einem Snack, Handcreme, einer Grusskarte von Etihad, dazu noch eine Decke und ein Kissen.
Ich nahm mein Buch zur Hand und begann zu lesen. Mein Ziel war es, das Buch während der Ferien zu Ende zu lesen. Ich war so von der Handlung gefangen, dass ich die Zeit völlig vergass. Plötzlich war das Abendessen da – wie schnell die Zeit verging! Zwei von sechs Stunden waren bereits vergangen.
Nach dem köstlichen Essen schaute ich die Serie weiter, die ich mir vor dem Flug heruntergeladen hatte, und versuchte den Rest des Fluges zu schlafen. Doch stattdessen schaute ich aus dem Fenster und beobachtete die leuchtenden Städte in der Dunkelheit. In Abu Dhabi angekommen, waren wir alle erschöpft, doch dies war erst der erste Teil der Reise.
Zwischenstopp in Abu Dhabi
In Abu Dhabi suchten wir zuerst nach den Gebetsräumen, wo wir unser Gebet verrichteten. Dort trafen wir auf andere Reisende, die nach Sri Lanka, Thailand, Japan, Spanien, Frankreich und vielen anderen Zielen weiterflogen.

Wir hatten drei Stunden Zeit, in Abu Dhabi zu verbringen. An einem gemütlichen Ort machten wir es uns bequem, dann trennten wir uns. Zuerst holte ich mir etwas zu essen, da man sich bei diesen vielen Läden was gönnen konnte. Besonders freute mich, dass ich hier auch das Fleisch essen konnte, da es halal war. Ich kaufte mir eine KFC Chicken Bowl und telefonierte mit Kolleginnen.
Auf der anderen Seite des Flughafens entdeckte ich eine riesige Mall, die ich nach dem Essen erkundete. Es gab alles, was man sich unter Luxus vorstellen konnte. Mein Ziel war es, das perfekte Parfüm für mich zu finden. Es gab eine riesige Auswahl, doch zu einem Duft kehrte ich immer wieder zurück. Obwohl der Preis mein Portemonnaie bluten liess, kaufte ich ihn. Heute bin ich stolz auf diese Entscheidung, denn ich habe dafür viele Komplimente erhalten.
Der zweite Flug
Nun stand der zweite Flug bevor, der glücklicherweise nur zweieinhalb Stunden dauerte. Der Flug an sich war nicht schlimm, aber die Zeitumstellung von zwei Stunden setzte mir zu. Ich las noch ein wenig in meinem Buch, doch ich war so müde, dass ich sofort einschlief.
Die Ankunft auf den Malediven
Das Gefühl, als ich aus dem Flugzeug stieg und von einem warmen Wind verführt wurde, der mich glauben liess, ich würde in einem Traum leben … dieses Gefühl war magisch.
Doch die Reise war noch nicht vorbei.
In Malé holten wir unser Gepäck und wurden zu kleinen Wasserflugzeugen geleitet, die uns zu bestimmten Inseln flogen. Dieser Flug dauerte nicht lange, aber die Aussicht war so wunderschön, dass ich die gesamten 30 Minuten nur aus dem Fenster starrte. Es war schwer zu glauben, dass das alles echt war und kein Traum.
So schön die Aussicht auch war, wartete ich nur auf den Moment, mich endlich im Bett zu entspannen. Diese Reise war wirklich sehr anstrengend. Doch als das Flugzeug landete und wir ausstiegen, standen wir plötzlich mitten im Meer auf einer Holzplattform. Kein Hotel war in Sicht. „Die Reise geht weiter?“, fragte ich erschöpft meine Mutter.
Sie lächelte mich an und meinte, ich soll mir keine Sorgen machen, wir seien bald da. Im gleichen Augenblick stiegen wir schon in eine kleine Jacht, die uns zu unserem Hotel brachte. Eine ganze Insel – unser Hotel war eine eigene Insel! Unglaublich.
Ankunft im Paradies
Ganz herzlich wurden wir empfangen und mit einem Golfmobil zu unserem Häuschen gebracht. Anstatt mich im Bett zu entspannen, zog ich mich um und rannte sofort zum Meer. Nach dieser langen und anstrengenden Reise war das Meer für mich die beste Entspannung.
Das Meer hier war nicht wie das, was ich aus dem Mittelmeer kannte. Es war türkisfarben, sauber und so anders – es lässt sich kaum in Worte fassen.
Die Zeit mit meiner Familie zu verbringen, war unglaublich schön. Noch besser war es, diese Zeit auf den Malediven mit ihnen zu erleben. Nach dem Frühstück ging ich jeden Morgen sofort ins Meer. Mich konnte man entweder im Wasser oder beim Lesen sehen. Das Hotel bot zahlreiche Aktivitäten an, darunter Jetskis, kleine Kanus und Stand-up-Paddleboards.
Am ersten Tag nach der Ankunft war ich so erschöpft von der Zeitumstellung, dass ich bis am Nachmittag schlief. Doch den restlichen Tag verbrachte ich am Meer. Abends zog ich mich schick an und probierte von dem vielfältigen Buffet. Danach genossen wir als Familie den erfrischend kühlen Wind am Meer, begleitet von einigen köstlichen Mocktails.
Inselerkundung und Abenteuer
Am zweiten Tag nahm ich mir vor, nach dem Frühstück die gesamte Insel zu erkunden. Zuerst lief ich entlang der Küste und bewunderte die verschiedenen Bungalows. Je weiter ich ging, desto mehr veränderte sich die Landschaft und verwandelte sich in einen kleinen, wunderschönen Dschungelgarten. Überall blühten Hibiskusblüten in den verschiedensten Farben und kleine Vögel schauten neugierig aus ihren Vogelhäuschen.

Weiter vorn kam ich zu den Fussball-, Tennis- und Basketballfeldern. Wenn man noch weiterging, gelangte man zurück zum Hauptbereich des Hotels, wo sich der grosse Pool mit einer integrierten Bar befand. Vor dem Pool lag der Strand, daneben gab es eine weitere Bar und dahinter befand sich der allgemeine Speisesaal. Das Hotel bot verschiedene Restaurants an, jedes mit einer eigenen, nationalen Küche.
Abends machten wir es uns gemütlich, spielten Billard und unser Lieblingsspiel als Familie – Rummikub. Falls ihr das Spiel nicht kennt, müsst ihr es unbedingt lernen, es macht grossen Spass!
Magische Momente und neue Freundschaften
An manchen Tagen machten wir Bootsfahrten, um Delfine zu sehen und den Sonnenuntergang zu beobachten. Das war wirklich einzigartig. Eines meiner absoluten Highlights war das Schnorcheln. Ich sah Korallen in den verschiedensten Farben, dazu Fische und sogar Schildkröten. Diese Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten und sogar eine Schildkröte zu berühren, fühlte sich absolut magisch an.
Die Mitarbeiter im Hotel waren alle unglaublich freundlich und nett. Eine von ihnen war nur ein Jahr älter als ich, und wir verstanden uns so gut, dass wir uns anfreundeten. Bis heute schreiben wir ab und zu miteinander – auf Englisch! Durch diese Freundschaft konnte ich meine Englischkenntnisse verbessern, was ich besonders toll finde.
Der Abschied
Leider gingen die acht traumhaften Tage langsam dem Ende zu. Die Zeit verging wirklich so schnell, aber ich habe viele unvergessliche Erlebnisse und neue Eindrücke gesammelt.
An unserem letzten Tag wollten wir jede Minute auskosten. Ganz früh am Morgen stand ich für das Morgengebet auf und blieb danach wach, um den Sonnenaufgang am Meer noch ein letztes Mal zu geniessen.
Nachdem die Sonne aufgegangen war, hiess es für mich, meine Sachen zu packen. Nach dem Frühstück liehen mein Bruder und ich uns ein Golfmobil aus und fuhren über die ganze Insel. Es machte unglaublich viel Spass! Wir schossen die letzten Fotos und tauchten ein letztes Mal in den Pool und ins Meer.

Heimreise und Fazit
Dann war es soweit. Die Zeit war gekommen, nach Hause zu fliegen. Die Rückreise dauerte etwas länger, da wir auf dem Weg nach Malé auch andere Inseln besuchten und weitere Passagiere einsammelten, die ebenfalls zum Flughafen mussten. In Abu Dhabi nutzten wir die Gelegenheit, noch einige Souvenirs zu kaufen.
So endete unsere unvergessliche Reise auf den Malediven.
Verfasst wurde dieser Beitrag von Amal im Wahlfach Bloggen 24/25.


Eine Antwort auf „“