Alles war neu: ein neues Umfeld, neue Freunde und eine neue Sprache.
Hallo, ich bin Luise und bin 23 Jahre alt. Meine Schwester Lisa, die übrigens 17 Jahre alt ist, und ich sind von Deutschland nach Frankreich umgezogen. Da meine Eltern früher dort gelebt hatten, aber leider gestorben sind, zogen meine Schwester und ich in ihr Haus ein.
Eines Tages entschieden Lisa und ich uns dazu, das Haus unserer Eltern zu renovieren, weil es sehr alt war. Wir erneuerten den Boden, wechselten die Möbel, bauten die Küche neu um und tauschten sogar die Vorhänge aus, denn diese waren schon sehr in die Jahre gekommen. Ich fühlte mich dadurch bereits viel wohler.
Plötzlich hörten Lisa und ich ein lautes Krachen vom Dachboden. Ach nein! Das hatten wir völlig vergessen. Den Dachboden.
Ich schaute meine Schwester an und sie blickte sehr verängstigt zurück. In diesem Moment wusste ich, dass es meine Aufgabe war, auf den Dachboden zu gehen. Also ging ich hinauf, aber ich wünschte mir jetzt, ich hätte es nicht getan.
Auf dem Boden befand sich ein Koffer, der mit alten Bildern gefüllt war. Viele davon waren bereits herausgefallen und lagen überall verstreut. Ich nahm eines der Bilder auf und erkannte Lisa und mich darauf. Doch wir waren nicht allein. Um uns herum standen fremde Menschen, die ich noch nie zuvor gesehen hatte. Wer sie waren, wusste ich nicht.
Ich hob andere Bilder auf und auf jedem einzelnen sah ich mich selbst, immer mit fremden Menschen um mich herum. Langsam wurde ich misstrauisch. Schnell sammelte ich einige Bilder ein und wollte gerade wieder nach unten gehen, als mir ein Dossier ins Auge fiel. Es weckte meine Neugier und ich konnte meine Finger nicht davon lassen. Also öffnete ich es. Es waren Adoptionszertifikate.
Verwirrt blickte ich mich auf dem Dachboden um, in der Hoffnung, noch etwas anderes zu finden. Doch wie es der Zufall wollte, fand ich nichts weiter. Lisa rief von unten und fragte, ob alles in Ordnung sei, doch ich antwortete nicht. Da sie sich Sorgen machte, kam sie auf den Dachboden, um nach mir zu sehen. „Ist alles in Ordnung?“, fragte sie. Schnell versteckte ich die Bilder und das Dossier. „Ja, alles gut. Ich habe dich nur nicht gehört“, antwortete ich.
Die Bilder und das Dossier wollte ich meiner Schwester noch nicht zeigen, da sie immer noch sehr traurig über den Tod unserer Eltern war. Die Wahrheit wollte ich unbedingt herausfinden, aber wen sollte ich fragen? Hier kannte ich schliesslich niemanden, und unsere Eltern waren tot.
Auch nach vielen Stunden des Nachdenkens weiss ich noch immer nicht weiter. Habt ihr vielleicht eine Idee, wie ich die Wahrheit herausfinden kann?


Gute Geschichte! Sie ist sehr spannend geschrieben und mir gefällt, wie du die schwierige Aufgabe an die grosse Schwester verteilt hast. Auch, dass du am Ende die Leser in die Geschichte einbezogen hast, hat mir sehr gefallen.