Das Ghetto

In dieser Geschichte geht es darum, wie ein kleines Mädchen aus dem Ghetto sich hochgearbeitet hat und heute eine wohlhabende Frau ist.

Avas Familie und ihr Traum

Die Familie lebte in einer kleinen Wohnung in Mannheim, und das auch noch im Ghetto.

Es handelte sich um eine vierköpfige Familie, die viel durchmachen musste. Die Mutter, Valerie, war 42 Jahre alt, arbeitete in einem Supermarkt und zog ihre drei Kinder allein gross. Amir, der älteste Sohn, war 18 Jahre alt und machte eine Ausbildung in einer Autowerkstatt. Er kümmerte sich sehr um seine Geschwister.

Kian, das mittlere Kind, war 16 und noch in der Schule. Er gehörte zu einer Gang im Ghetto, aber seine Familie stand für ihn immer an erster Stelle. Dann gab es noch Ava, 15 Jahre alt, ebenfalls Schülerin, mit einem riesigen Traum:

Sie wollte ihre Familie aus dem Ghetto holen und ihnen das Leben ermöglichen, das sie nie hatten.

Schon mit 14 suchte sich Ava kleine Jobs, um Geld zu verdienen und so ihrer Mutter zu helfen. Sie lieferte Zeitungen aus, babysittete und mähte Rasen.

Ihre Brüder verdienten mit ihrer Gang Geld, indem sie Dinge verkauften. Oft wurden sie beinahe von der Polizei erwischt, konnten aber immer entkommen. Ihre Mutter tat alles, um ihnen ein halbwegs gutes Leben zu ermöglichen. Sie arbeitete viel und war immer erschöpft, aber die Kinder wussten, wie sehr sie sich bemühte, und waren deshalb geduldig mit ihr.

Ihr Vater war nach Avas Geburt abgehauen. Sie gab sich selbst die Schuld daran, dass er gegangen war. Doch in Wahrheit war er Alkoholiker und wusste wahrscheinlich nicht einmal mehr, dass er eine Familie hatte.

Ava hatte in der Schule zwei Freundinnen, die ziemlich reich waren. Sie war auch schon bei ihnen zu Hause gewesen. Hätten diese Freundinnen jedoch Avas Zuhause gesehen, wären sie sicher geschockt gewesen, wie klein die Wohnung war. Aber das interessierte die beiden nicht. Sie waren mit Ava befreundet, weil sie nett, ehrlich und respektvoll war, nicht wegen ihres Geldes.

Die Nacht

Ava war mit ihren Freundinnen in der Stadt. Sie assen etwas und liefen ein wenig herum. Doch als Ava nach Hause musste, war sie auf sich allein gestellt, denn ihre Freundinnen wohnten auf der anderen Seite der Stadt.

Sie lief durch den Park, ohne Kopfhörer, um zu hören, ob jemand in ihrer Nähe war. Plötzlich vernahm sie ein Geräusch. Jemand kam aus den Büschen und lief direkt auf sie zu. Panisch rief sie Amir an, der gerade mit Kian unterwegs war.

„Hallo? Alles gut bei dir?“ „Amir, hilf mir! Eine unbekannte Person verfolgt mich. Er kam aus den Büschen und rennt jetzt hinter mir her!“ „Komm zum Gang-Treffpunkt, der ist nicht weit von dir!“ „Okay!“ Sie legte auf.

Ava rannte so schnell sie konnte. Endlich erreichte sie den Treffpunkt und stürzte sich direkt in die Arme ihrer Brüder. Amir und Kian wollten wissen, wer ihre Schwester verfolgt hatte.

Ein Mann tauchte auf, doch als er sah, dass Amir der Anführer der Gang war, rannte er sofort weg. Ava war ausser Atem, ihr Herz raste. Jemand reichte ihr eine Flasche Wasser. Es war ein Neuer, den sie noch nie zuvor gesehen hatte. Offenbar war er erst kürzlich hergezogen.

„Danke“, sagte sie und lächelte ihn an. Er erwiderte ihr Lächeln und ging dann wortlos zurück zu den anderen.

Doch Ava hatte immer noch Angst. Gemeinsam mit Amir und Kian ging sie nach Hause. Zur Polizei konnten sie nicht wirklich gehen, weil sie dort oft Vorurteile gegenüber den Ghetto-Bewohnern erlebten und wenig Hilfe erwarten konnten. Also mussten sie das Problem selbst klären.

Drei Wochen später

Ava hatte den Vorfall langsam verarbeitet. Sie kam dem Neuen, der Milo hiess, immer näher. Er war 16 Jahre alt und von Berlin nach Mannheim gezogen, weil sein Onkel Hilfe bei der Eröffnung seines Restaurants brauchte.

Oft verbrachten sie Zeit miteinander und erzählten sich von ihrer Familie und ihren Träumen. Milo verstand genau, was Ava meinte, als sie davon sprach, ihre Familie aus dem Ghetto zu holen. Er hatte sich in Berlin dasselbe gewünscht, doch dort war es noch schlimmer gewesen.

Sie wurden enge Freunde und konnten sich vollkommen vertrauen. Doch Amir und Kian würden es niemals erlauben, dass zwischen Ava und Milo mehr als Freundschaft entstand, da sie ihm als Neuen misstrauten und Ava beschützen wollten. Aber wie sollten sie ihre Gefühle verstecken?

Ihre einzige Möglichkeit war, es den Brüdern einfach nie zu erzählen.

Das Projekt

In der Schule musste Ava ein eigenes Projekt verwirklichen. Sie konnte entweder eine Statue oder ein Gemälde anfertigen oder ein Buch über ihr Leben schreiben. Ava war die Einzige, die sich für das Buchprojekt entschied.

Sie schrieb über sich selbst, ihre Familie, ihren Vater und ihre Träume. Das Buch umfasste am Ende über 380 Seiten. Alle Lehrer lasen es und waren sprachlos darüber, was Ava in ihrem Leben bereits durchgemacht hatte.

Ihre Englischlehrerin erzählte ihrem Mann, einem Schriftsteller, von dem Buch. Auch er war schockiert, dass eine 15-Jährige eine so tiefgehende Geschichte schreiben konnte. Er organisierte ein Interview beim Fernsehen, bei dem Ava ihre Geschichte erzählte. Die Ausstrahlung sahen Milo, ihre Freundinnen und sogar ihr Vater.

Ein Verlag meldete sich bei Ava, um sie bei der Veröffentlichung ihres Buches zu unterstützen. Es wurde weltweit bekannt und in viele Sprachen übersetzt.

Durch diese Ereignisse konnte ihr Traum wahr werden. Die Familie zog aus dem Ghetto in die andere Stadthälfte, wo auch Avas Freundinnen lebten. Da konnten sie ein viel besseres Leben führen.

2 Antworten auf „Das Ghetto“

  1. Hey Liyah8910

    Die Geschichte war wirklich mit sehr vielen Emotionen gefüllt, von einem Glücksgefühl bis zu einem Zusammenbruch. Du hast die Geschichte auch sehr gut und ausführlich geschrieben. Der ganze Text hat einen roten Faden. Ich finde, dass dir diese Geschichte sehr gut gelungen ist. Was auch gut war, du hast alle Personen sehr gut und genau beschrieben, so dass man sich die Rollen vorstellen kann. Zusammenfassend hast du das sehr gut gemacht und es war sehr spannend, deinen Text zu lesen.

    Lg H3RMES

    1. Danke vielmals für deinen lieben Kommentar.
      Ich habe mir sehr viel Mühe gegeben, die Leute sehr genau zu beschreiben, so dass man es sich wirklich bildlich vorstellen kann.

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