Wenn die Vergangenheit zurückkehrt

In diesem Beitrag schreibe ich die Fortsetzung zu Die andere Seite.

Fünf Jahre später

Es sind fünf Jahre vergangen, die Mädchen sind jetzt 15 Jahre alt. Ihre Kräfte haben sich sogar weiter verstärkt. Val und Luc sind immer noch zusammen, eine wunderschöne Teenager-Romanze. Auch Jade und Aiden hatten es miteinander versucht, entschieden sich aber schliesslich, nur Freunde zu bleiben. Seitdem hatte keiner von beiden jemand anderen.

Der Polizist tat alles, um das Labor schliessen zu lassen, und nach zwei Jahren hatte er es geschafft. Die Mädchen waren erleichtert, als eine grosse Last von ihren Schultern fiel.

Doch Val fühlte sich seit einiger Zeit seltsam. Sie verschwieg ihren Freunden etwas, das sie längst hätte erzählen sollen.

Das Geheimnis

Als sie auf der anderen Seite das Tor schloss und Cole tötete, trat etwas Schwarzes aus ihm heraus, wie ein Schatten. Er flog umher und zuletzt durch sie hindurch. Für einen kurzen Moment war Val wie abwesend und sah das Labor. Sie wusste: Dort ist noch etwas, das nicht herausgekommen war.

Sie musste es den anderen sagen. Doch wie soll man sagen, dass ein böser Schatten in einem lebt? Doch sie wusste, es musste bald geschehen, bevor etwas passierte.

Im Kino

Als Jurassic World ins Kino kam, wollte die ganze Gruppe ihn sofort sehen. Val freute sich schon lange darauf, doch an genau diesem Tag ging es ihr sehr schlecht. Sie wollte es sich nicht anmerken lassen und tat so, als sei alles in Ordnung.

Sie sassen in der hintersten Reihe und holten sich süsses und salziges Popcorn. Val ass nur zwei Stücke, dann nichts mehr. Jade und Liv merkten das und sahen, wie Vals Augen flackerten. „Wir müssen gehen, jetzt!“, sagten sie zu den Jungs.

Draussen sprach Jade sie an: „Val, was ist mit dir los?“ Sie lachte nur. „Nix.“ „Und warum flackern deine Augen die ganze Zeit?“

Alle schauten sie an, das Flackern wurde stärker. „Val? VAL?!“ rief Luc. Da wurden ihre Augen plötzlich komplett weiss. Sie brach zusammen und zum Glück konnten die anderen sie rechtzeitig auffangen.

20.19 Uhr

Zurück zu Hause war Val immer noch bewusstlos. Es war 20.10 Uhr und niemand wusste, was zu tun war. Chris, der Polizist, war noch bei der Arbeit, und Betty, Jaspers Mutter, war bei ihrer Schwester, eine Stunde entfernt.

Als die Uhr 20.19 schlug, wachte Val plötzlich auf. Verwirrt schaute sie in die Runde. „Warum seht ihr mich an, als hättet ihr einen Geist gesehen?“ Sie lachte leicht.

Jade erklärte: „Val, du warst komplett weg. Wir mussten dich aus dem Kino tragen, und … deine Augen … sie waren komplett weiss, wie vor fünf Jahren.“

Val wusste sofort, warum, und dass sie es endlich sagen musste.

Die Wahrheit

„Okay. Ich glaube, ich muss es jetzt erzählen, sonst wird es nur schlimmer.“ Alle setzten sich hin und hörten zu.

Val berichtete von dem Schatten, der durch sie hindurchgefahren war. Ein Teil davon sei ausserdem durch das Tor entwichen und vor ihren Augen verschwunden, vermutlich in jemand anderen.

Die Freunde waren geschockt, blieben aber einfühlsam. Sie beschlossen: „Wir müssen es Chris und Betty sagen, egal welche Folgen es hat.“

Mit ihm

Als Chris nach Hause kam, fragte er ahnungslos: „Hallo ihr, ihr habt mich ziemlich erschreckt. Wie war der Film, gut?“ Die Mädchen sahen ihn ernst an. „Etwas ist passiert, wir müssen es dir sagen“, begann Jade.

Er setzte sich in seinen alten Sessel. Doch nur Val konnte wirklich erklären, also sprach sie. Als sie fertig war, schwieg er lange. Dann schrie er: „WAS?! WARUM HAST DU NICHTS GESAGT? WIR HÄTTEN DAS SCHON LANGE LÖSEN KÖNNEN!“

Val bekam kaum Luft, fühlte einen Druck in der Brust. „Hör auf! Aaaaaaaaah!“ Sie schrie so, wie sie es noch nie getan hatte. Gläser zersprangen und plötzlich war sie verschwunden.

Die Suche

„Warum musstest du sie anschreien? Du weisst, was für ein Trauma sie hat! Das wissen wir alle hier. Wir verstehen, warum sie geschwiegen hat. Warum du nicht!“ Liv war wütend.

Chris verteidigte sich: „Oh, nein, nein. Jedes Elternteil hätte so reagiert. Ich habe richtig gehandelt!“

„Nein, das war falsch! Ich gehe sie suchen. Mach du dir bloss keine Sorgen.“ Liv stürmte hinaus, die anderen folgten.

Val befand sich im Wald, ohne zu wissen, wie sie dorthin gekommen war. Sie versuchte, Kontakt aufzunehmen, und schaffte eine Verbindung zu Liv. „Kommt zum Supermarkt in der Nähe vom Baumhaus …“

„Leute, wir müssen zur Schule, zum Supermarkt!“, rief Liv. Nach fünf Minuten waren sie dort.

Val sass auf dem Dach, mit komplett weissen Augen. Jane und Liv stiegen zu ihr hinauf. „Val, kannst du uns hören? Es geht dir schlecht, aber wir helfen dir!“ – „Mir geht es super, wie noch nie“, sagte sie seltsam glücklich. Dann sah sie die anderen und wirkte überrascht.

Plötzlich sprang sie vom Dach, drei Meter tief, ohne sich zu verletzen. Die Jungs erschraken, aber Luc ging zu ihr und umarmte sie. Da begann Val zu weinen.

Was sollen sie machen?

Im Baumhaus blieb Luc an Vals Seite, er wollte sie beschützen. Jane hatte eine Idee: Val sollte in ihren Gedanken nach der Quelle des Schattens suchen. So wie sie Kontakt zu Liv aufgenommen hatte.

Sie nahmen ein Tuch und verbanden ihr die Augen. Alle mussten still sein, keiner durfte einen Ton machen. Val konzentrierte sich. „Es ist in der Schule, im Keller bei den Putzsachen“, sagte sie. Dann wischte sie sich die Tränen ab. „Gehen wir?“

Die Konfrontation

Wie von einem Magneten gezogen, führte Val die Gruppe zur Schultür, als ob sie schon einmal dort gewesen wäre. Vor dem Putzraum hielt sie Liv und Jane zurück. „Ich gehe allein.“

Drinnen erschien Cole. „Mein Kind, da bist du ja. Ich habe dich vermisst.“
„Ich bin nicht dein Kind! Du hast uns unsere Familien genommen!“

Jane und Liv wussten sofort, mit wem sie sprach. Sie zogen die Jungs zur Tür in Sicherheit.

Cole lachte: „Zehn Jahre lang habe ich mich um dich gekümmert, und jetzt so ein Undank?“

„Und die Elektroschocks? Die Wassergefässe? War das nett?“ fauchte Val. „Du bist der Teufel in Person! Niemand hat dich je geliebt oder gemacht, darum bist du tot!“

Er grinste: „Gefühle brechen aus, süss. Aber ich habe die Kontrolle.“ Dann stand er plötzlich neben Luc. „Ach, du hast sogar einen Freund?“

Val drohte: „Wenn du ihm etwas tust, stirbst du ein zweites Mal, endgültig!“
„Du magst ihn also wirklich?“ – „Ja. Also lass ihn in Frieden. Ich tue alles!“

Die anderen hörten das und wussten: Er war bei ihnen. Sie rannten hinaus. Er schaute ihnen hinterher und Val griff an. „Du wirst nie wieder jemandem wehtun, dafür sorge ich!“

Ein harter Kampf begann. Val war schwer verletzt, wurde gegen die Wand geschleudert. Doch sie sammelte all ihre Kraft. Mit einem Schrei löste sich der Schatten aus ihr. Cole wurde zurückgeschleudert.

Sie packte einen Besenstiel und rammte ihn ihm ins kalte Herz. „Bye bye, Cole.“

Danach

Die Freunde hatten eine Riesenangst um sie. Aber dann kam sie aus der Schule. Sie schlossen Val in eine enge Gruppen-Umarmung, überglücklich, dass es endlich vorbei war.

2 Antworten auf „Wenn die Vergangenheit zurückkehrt“

  1. Super spannend geschrieben! Ich finde die Geschichte unheimlich packend und man möchte immer weiter lesen. Besonders gut gefallen hat mir die Stelle im Kino, es ist toll beschrieben und man kann die Angst der Freunde richtig spüren.

Kommentar verfassen

Entdecke mehr von schreibenblog

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen