Bei diesem Beitrag geht es um die andere Seite der Welt und drei mächtige Mädchen.
Der Anfang
Im Jahr 2000 wurden drei Mädchen geboren: Jade am 1. Januar, Liv am 2. Januar und Val am 3. Januar. Ihre Mütter kannten sich bereits seit der sechsten Klasse und waren überrascht, dass ihre Kinder so kurz nacheinander zur Welt kamen – alle um genau 20.19 Uhr.
Die Mädchen mussten eine Woche im Krankenhaus bleiben und teilten sich mit ihren Müttern ein Zimmer. Eines Tages erschien ein Mann namens Cole Brent mit einer Gruppe von Leuten, die offenbar für ihn arbeiteten. Die Mütter bekamen Angst, weil der fremde Mann und seine Gruppe einen unheimlichen Eindruck machten und unerwartet im Krankenzimmer auftauchten. Sie fürchteten, dass er ihren Kindern etwas antun könnte.
Drei der Männer gaben den Müttern eine Spritze, wodurch sie einschliefen. Bevor sie bewusstlos wurden, sagte Cole: „Ich habe von euren Kindern gehört und möchte sie mitnehmen, aber keine Sorge, wir werden gut für sie sorgen.“ Als die Mütter aufwachten, waren die Mädchen verschwunden.
Seitdem suchen die Mütter verzweifelt nach Cole und ihren Kindern und geben die Hoffnung nicht auf.

Zehn Jahre später
Die Mädchen sind nun zehn Jahre alt, es ist das Jahr 2010. Jede von ihnen hat besondere Kräfte entwickelt: Jade kontrolliert Elektrizität, Liv beherrscht die Schatten, und Val besitzt die mächtigste Kraft – Telekinese.
An ihnen wurden Experimente durchgeführt, um ihre Kräfte zu verstärken. Doch die drei schmiedeten einen Plan, um auszubrechen. Mit Livs Fähigkeit, Dinge mit ihrem Verstand zu steuern, war es leicht umzusetzen. Der Plan: Val würde eine Tür zuschlagen, um die Wachen abzulenken, während Jade die elektronische Tür öffnete.
Exakt um 20.19 Uhr setzten sie den Plan nach so vielen Jahren in die Tat um. Val liess um die Ecke eine Tür zuknallen, um die Wachen abzulenken. Jade öffnete in Sekunden die elektronische Tür, und sie rannten in den nahegelegenen Wald los. Dabei blieben sie immer zusammen. Am nächsten Tag liefen sie weiter.
In der Nähe befand sich eine Schule, welche die vier Freunde Aiden, Jasper, Phil und Luc, der Anführer, besuchten. Allerdings schwänzten die an diesem Tag den Unterricht und gingen stattdessen in den Wald, wo sie ein Baumhaus hatten. Auf dem Balkon des Baumhauses hörten sie plötzlich Geräusche und zogen ihre Steinschleudern, um sich zu verteidigen.
Plötzlich entdeckten die Jungs die Mädchen im Wald. Val war erschöpft, da sie ihre Kräfte überbeansprucht hatte und wurde von Liv und Jade gestützt. „Hallo, wer seid ihr?“, riefen die Jungs. Die Mädchen bekamen Angst und wollten wegrennen, doch sie waren zu langsam und zu schwach. Deshalb holten die Jungs sie schnell ein.
Unerwartete Verbündete
Sie bemerkten, dass die Mädchen ihre Hilfe brauchten. Die Jungs brachten die Mädchen in ihr Baumhaus und setzten sie auf die Couch. Luc fragte, wo sie herkamen, und Liv erzählte ihre Geschichte.
„Wir wurden nach der Geburt entführt, weil wir besondere Kräfte haben. Mit drei Jahren entwickelten sich unsere Fähigkeiten. Ich kontrolliere Schatten, d. h. ich kann Monster beschwören oder bekämpfen. Val hat telekinetische Kräfte und kann alles mit dem Kopf kontrollieren. Jade kann die Elektrizität beeinflussen. Sie kann alles anschalten oder abschalten.“
Die Jungs waren fassungslos und forderten einen Beweis. Draussen demonstrierte Liv ihre Macht, indem sie alle Schatten verschwinden liess. Jade reparierte einen alten Fernseher mit ihren elektrischen Kräften, und Val hob telekinetisch einen schweren Baumstamm zehn Meter in die Luft. Als sie sich umdrehte, waren ihre Augen weiss, doch dann wechselten sie wieder zu braun. Die Jungs waren beeindruckt, besonders Luc, der von Val fasziniert war.
Die Jungs gaben den Mädchen neue Kleider, Essen und Trinken. Da es bereits dunkel wurde, mussten die Jungs nach Hause. Sie erlaubten den Mädchen, im Baumhaus zu übernachten, und versprachen, am nächsten Tag zurückzukommen.
Albtraum
In der Nacht hatte Val einen Albtraum: Ein Monster zog sie durch einen Baum auf die „andere Seite“, eine düstere, neblige Version ihrer Welt. Als sie aufwachte, ging sie nach draussen und wurde von Luc entdeckt. Besorgt fragte er, ob alles in Ordnung sei. Als sie sich in die Augen schauten, fühlten sie sich plötzlich stark zueinander hingezogen. Aber dann kamen die anderen und wollten wissen, was los war.
Val erzählte von ihrem Traum. Sie erklärte, dass es so schien, als würde sie sich noch im Baumhaus befinden, aber sie konnte nicht mehr in ihre Welt zurück. Also floh sie und rannte weg. Plötzlich war sie von vielen Monstern umgeben. Erst dachte sie, sie müsste gegen sie kämpfen, doch sie wollten sie zu ihrer Königin machen. Da erwachte sie. Ihr Traum war so real gewesen, dass sie sicher war, es würde bald passieren.
Nun hatten alle ziemlich Angst, aber dann schlug Luc vor, das Baumhaus sicherer zu machen. Auch riefen die Jungs zu Hause an und sagten, sie würden im Baumhaus übernachten. Die Eltern waren einverstanden, und die Gruppe baute fünf Stunden lang, um das Baumhaus sicherer zu machen.
Danach gingen Luc und Val in den Supermarkt, um Essen zu besorgen. Sie kauften nur Lebensmittel, die lange haltbar waren. Brot, Aufstrich und Dosen.
Luc fragte Val nach ihrer Zeit im Labor. Sie erzählte ihm, dass es für sie sehr schlimm gewesen war. Sie war wegen ihrer Stärke oft mit Elektroschocks behandelt worden und zeigte ihm ihre Narben. Luc streichelte über ihre Narben, aber sie zog den Arm sofort weg. Er versprach, sie zu beschützen und es nicht zuzulassen, dass sie nochmals verletzt würde. Und dann war es wieder da, das Gefühl von Vertrauen verbunden mit Liebe. Sie umarmten sich und gingen weiter.
Zurück im Baumhaus fühlten sich die Mädchen endlich sicherer. Jade und Aiden bereiteten gemeinsam Brote zu und lachten viel, bis Phil hereinstürmte und nach Essen fragte. Schliesslich assen alle zusammen und unterhielten sich ausgiebig.

Der Polizist
Am nächsten Morgen tauchte Jaspers Mutter, die sich Sorgen um ihren Sohn gemacht hatte, in Begleitung eines Polizisten aus der Stadt auf. Sie riefen nach den Jungen, die erschrocken herausrannten. Die Mutter fragte, ob sie hereinkommen dürften, doch die Jungen schrien: „NEIN!“ Der Polizist wollte wissen, was im Inneren verborgen war.
Sie konnten es nicht lange verschweigen und erzählten alles. Zuerst dachten der Polizist und Jaspers Mutter, die Jungen würden sie veräppeln. Da riefen sie die Mädchen. Fassungslos sahen die Erwachsenen, dass sie wirklich existierten. Sie zeigten ihnen auch ihre Kräfte. Doch etwas stimmte nicht mit Val.
Ihre Augen blieben weiss, sie war wie erstarrt. Plötzlich brach sie zusammen und begann zu zittern. Panik brach aus. „Val! Wach auf, bitte!“ Der Polizist hob sie auf, brachte sie ins Auto, während Luc versuchte, sie wachzurütteln.
Die anderen folgten in Bettys Wagen, Jaspers Mutter. Sie wollten ins Krankenhaus, aber Jade und Liv protestierten: „Nein, nicht ins Krankenhaus! Wir brauchen einen ruhigen Ort.“ Der Polizist fuhr zu seinem Haus, Betty folgte. Dort angekommen, stellten sie Val unter eine kalte Dusche.
Endlich kam sie zu sich. Verwirrt fragte sie, was passiert war. Liv und Jade umarmten sie fest und drückten sie an sich. Sie blickte tief in Lucs Augen, der sie ebenfalls umarmte. Dann erklärte sie: „Ich muss zurück auf die andere Seite. Ich muss es zerstören.“
Die anderen verstanden nicht. „Ich war wieder dort, und ich muss zurück, um es kaputtzumachen. Sie warten nur auf mich.“ Luc versuchte, es ihr auszureden, doch der Polizist meinte: „Wir müssen es tun, sonst wird es nur schlimmer.“ Zögernd stimmten die anderen zu.
Jetzt brauchten sie nur noch einen Plan.

Der Plan
Val erklärt, dass das Tor zur anderen Seite beim Baumhaus im Wald ist. Der Polizist sagt: „Wir müssen es versuchen. Entweder sie schafft es oder wir sehen sie nie wieder.“ Jade und Liv protestieren: „NEIN! Wir brauchen sie, sie ist wie eine Schwester! Wenn sie geht, brechen wir auseinander.“
Sie beginnen zu weinen. Aiden umarmt Jade, während Jasper Liv in den Arm nimmt. Luc sagt verzweifelt: „Ich kann sie nicht verlieren.“ Val geht zu ihm und fragt, ob sie kurz reden können.
Sie gehen in ein anderes Zimmer. Luc sagt: „Ich kann dich nicht verlieren. Was zwischen uns ist, diese Gefühle … ich kann es nicht beschreiben, aber so etwas fühlte ich noch nie.i“ Val erwidert: „Du wirst mich nicht verlieren. Ich bin stark genug, sie aufzuhalten. Ich komme zurück, das verspreche ich dir.“
Er beginnt zu weinen. Sie drückt ihn ganz fest und flüstert in sein Ohr: „Ich komme zurück, ich verspreche es dir.“ Er schaut sie mit wässrigen Augen an, und sie wischt seine Tränen weg. Dann passiert es: Er küsst sie. Es fühlt sich an wie ein Feuerwerk. Plötzlich platzt der Polizist hinein: „Wir müssen los.“
Alle steigen ins Auto und fahren zum Baumhaus. Unterwegs spürt Val, dass sie keinen Kontakt zu den Lichtern aufnehmen kann. „STOPP!“, schreit sie, und der Polizist macht eine Vollbremsung. „Wir brauchen Lichterketten“, erklärt sie. „Damit kann ich euch ein Signal geben, wenn ich Hilfe brauche.“ Jasper erinnert sich: „Wir haben noch Weihnachtslichterketten.“
Jasper und Phil bringen die Lichterketten am Baumhaus an. Phil hat eine Idee. Unter jeder Kugel befestigt er einen Buchstaben, das gesamte Alphabet. Jetzt können sie Val verstehen, falls sie etwas mitteilen muss.

Das Tor
Es ist 20.19 Uhr, der Zeitpunkt ist gekommen. Val verabschiedet sich: „Vergesst mich nicht.“ Dann tritt sie durch das Tor.
Auf der anderen Seite ist es dunkel und kalt. Sie geht ins Baumhaus und schreibt: „Ich fange jetzt an.“ Zehn Meter weiter steht sie bereits vor dem Thron und den Monstern.
Sie verändert ihre Augen, ihr wird eine Krone aufgesetzt und sie setzt sich auf den Thron. Mit ihren Gedanken versucht sie, die Monster zu besiegen, doch dann hört sie ein Geräusch.
Sie öffnet die Augen. Cole Brent kommt auf sie zu. Panik steigt in ihr auf, aber sie kann sich nicht bewegen. Sie wurde gefesselt. Er kommt näher und näher.
Ihre Freunde haben Angst um sie, weil sie kein Zeichen bekommen. Sie wissen, dass etwas schiefläuft.
Cole löst Vals Fesseln und sagt: „Du bist nicht so stark, wie ich dachte.“ Wut steigt in ihr auf. Sie verliert die Kontrolle, kämpft gegen ihn. Er ist stark, fast besiegt er sie, doch dann denkt Val an ihre Freunde – Liv, Jade, Phil, Aiden, Jasper und vor allem Luc. Sie hat versprochen, zurückzukommen.
Mit ihrer letzten Kraft tötet sie Cole. Sie sucht den Baum und kämpft sich hindurch.
Ihre Freunde haben die Hoffnung fast aufgegeben und wollen gerade gehen, als Val aus dem Baum stolpert und erschöpft ruft: „Hilfe! Ich bin verletzt!“
Alle sind fassungslos, dass sie noch lebt. Sie rennen zu ihr, jubeln: „Du hast es geschafft!“ Immer wieder rufen sie es. Val ist blutüberströmt und kaum bei Bewusstsein. Sie bringen sie in Sicherheit.
Zu Liv und Jade sagt sie schwach: „Ich habe ihn getötet. Es war Cole.“ Beide sind so schockiert, dass sie nicht wissen, was sie sagen sollen. Aber das Wichtigste ist, dass Val immer noch lebt.

Fünf Monate später
Val erholt sich vollständig und ist wieder gesund. Die drei Mädchen wohnen jetzt beim Polizisten, wie eine richtige Familie. Val und Luc sind offiziell ein Paar, und auch zwischen Jade und Aiden tut sich etwas.

Aber vielleicht ist das ja nicht das Ende.


Tolle Geschichte !
Danke für deinen Kommentar und sehr wahrscheinlich gibt es irgendwann einen zweiten Teil der Geschichte.