Mein Leben auf dem Meer (Impulswerkstatt)

Ich lebe mit meiner Mutter und meinem Vater auf einem Schiff. Es ist richtig cool, weil ich fast die ganze Welt entdecken kann und das auch noch mit meinen Lieblingspersonen. Ich bin Lara und erzähle euch, wie es ist, um die Welt zu reisen.

Leider habe ich keine Freunde, weil ich nie lange an einem Ort bleibe. Aber ich habe eine Katze namens Mimi. Ich beschreibe sie euch: Sie hat schwarze und weisse Flecken auf ihrem Fell, grosse schwarze Augen und eine Narbe neben ihrem rechten Auge. Diese Narbe hat sie bekommen, weil sie dachte, dass ein heruntergefallenes Glas Futter sei, aber es war eine grosse Scherbe.

Wir gehen morgen nach Brasilien und vor drei Tagen sind wir in Senegal angekommen. Heute war es so heiss, dass ich ins Meer springen musste. Ich war seit zehn Jahren nicht mehr in einem Haus, aber nach all dieser Zeit gewöhnt man sich daran. Natürlich habe ich manchmal ein bisschen Heimweh, aber das Wichtigste ist, dass ich Spass in meinem Leben habe.

Als ich sechs war, hatte ich eine Freundin, die Mayara hiess. Damals lebte ich noch in Zürich, deshalb war sie meine erste beste Freundin. Ich denke, meine Mutter hat ihre Nummer noch irgendwo, aber wahrscheinlich hat sie mich schon vergessen.

Nur zur Info: Ich bin 16 Jahre alt. Aber zurück zu Mayara: Sie war meine Nachbarin, und ich ging immer mit ihr in den Kindergarten. Sie war, oder ist hoffentlich noch, eine richtig nette und vertrauensvolle Person. Wir sind beide Brasilianerinnen und kommen aus derselben Stadt: Natal. Deshalb bestand die Möglichkeit, dass ich sie wiedersehe. Aber das wäre ein verrückter Zufall.

Wir sind gerade erst vor einer Stunde in Natal angekommen. Fun Fact: Natal ist die Hauptstadt des Bundesstaates Rio Grande do Norte. Ihr wollt nicht glauben, wen ich heute gesehen habe: Ich habe Mayara gesehen, in der Altstadt!

Bevor ich sie gesehen habe, war ich noch bei ein paar Familienmitgliedern zu Besuch, weil sie uns eingeladen hatten. Meine Tante Andreya hat richtig feine Sachen gekocht, zum Beispiel Churrasco, das ist gegrilltes Fleisch und mein Lieblingsgericht.

Zurück zu meiner Begegnung mit Mayara: Als ich sie sah, wollte ich zu ihr gehen, aber etwas in mir sagte, dass ich es nicht tun sollte. Am nächsten Tag ging ich ein bisschen spazieren und sah sie wieder. Dieses Mal nahm ich meinen Mut zusammen, ging zu ihr und sagte «Hallo». Sie fragte mich, ob wir uns kennen. Ich nickte und erzählte ihr, dass wir vor zehn Jahren Nachbarinnen und beste Freundinnen gewesen waren.

Zuerst schaute sie mich an, als ob sie denken würde, ich sei verrückt. Aber nach einer Weile erinnerte sie sich an mich und gab mir eine Umarmung. Sie fragte mich, wie es mir geht, und wir redeten über alltägliche Dinge. Ich habe herausgefunden, dass sie zwei Jahre, nachdem ich weggezogen bin, mit ihrer Mutter und ihrer Schwester nach Brasilien gezogen ist. Dort ist sie viel glücklicher, hat sie mir erzählt.

Ich fragte sie nach ihrer Nummer und sie gab sie mir. Dann musste ich gehen, weil meine Mutter mich gerufen hat. Sie sagte mir, dass wir nicht vier Tage bleiben, sondern nur zwei. Das bedeutet, dass wir morgen schon wieder gehen. Ich schrieb Mayara und fragte sie, ob sie sich vielleicht um 18 Uhr in einem Café treffen möchte. Sie konnte erst um 19 Uhr, also einigten wir uns darauf. Wir trafen uns, redeten über unsere Vergangenheit und unsere Zukunft. Sie möchte irgendwann Ärztin werden. Und das hat mich gefreut, weil es schon immer ihr Traum war.

Wir lachten zusammen wie schon lange nicht mehr. Sie wollte mich am nächsten Tag in ein Restaurant einladen, aber ich sagte ihr, dass wir abreisen müssen. Sie war traurig, akzeptierte es aber. Wir verabschiedeten uns.

Seit diesem Tag schreiben wir miteinander.


Dieser Text ist im Rahmen der Impulswerkstatt März/April 2026 von Myriade entstanden. Dafür stehen vier Bilder zur Verfügung.

Verfasst wurde er von Sara, einer Schülerin aus der Klasse BC1d.

Eine Antwort auf „“

  1. Hallo Sara ! So ein lebendiger Text über ein richtiges Abenteuerleben zwischen zwei Kontinenten mit einem großer Zufall, aber so was gibt es ja tatsächlich !

Kommentar verfassen

Entdecke mehr von schreibenblog

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen