Vor etwa 25 Jahren gab es einen Mann, dem es finanziell schlecht ging. Er hatte keine Frau und auch keine Kinder. Er lebte ganz alleine und arbeitete als Schuhputzer auf der Strasse. Das Haus, in dem er wohnte, hatte er von seinen Eltern geerbt, deshalb musste er keine Miete zahlen. Mit dem verdienten Geld kaufte er sich Brot, Kartoffeln und Samen. Er pflanzte selbst Gemüse an, um Geld zu sparen.
Er besass nicht viel. Oft ging er in den Park oder in den Wald spazieren, um den Kopf frei zu bekommen. Im Park gab es einen grossen See. Dort durfte niemand schwimmen, weil es starke Strömungen gab und giftige und gefährliche Tiere darin lebten. Eines Tages sass er wie immer auf einer Bank am See. Während er auf das Wasser schaute, dachte er über sein Leben nach. Sein grösster Traum war es, eine eigene Kleidermarke zu besitzen. Er hatte selber nur wenige Kleider und stellte sich oft vor, wie es wäre, reich zu sein und seine eigenen Designs zu verkaufen.
Plötzlich sah er etwas im Wasser. Etwas Grünes und Grosses. Zuerst erkannte er es nicht richtig, doch nach einigen Sekunden sah er deutlich ein Krokodil. Er starrte es lange an. Je länger er das Tier beobachtete, desto mehr kam ihm eine Idee. Sofort ging er nach Hause, schnappte sich einen Stift und mehrere Blätter Papier. Er setzte sich an seinen Tisch und begann zu zeichnen. Stundenlang versuchte er, ein Krokodil zu skizzieren. Anfangs sahen die Zeichnungen schrecklich aus, doch er gab nicht auf. Nach vielen schlaflosen Nächten und stapelweise zerknülltem Papier hatte er endlich ein Logo, mit dem er zufrieden war.
Am nächsten Tag ging er wieder auf die Strasse und putzte Schuhe. Wochenlang sparte er jeden einzelnen Franken, bis er genug Geld hatte, um sein erstes T-Shirt drucken zu lassen. Danach arbeitete er noch härter und konnte immer mehr Shirts herstellen.Schliesslich nahm er seine T-Shirts mit an einen Flohmarkt und hoffte auf das Beste. Zu seiner Überraschung verkauften sich die Shirts unglaublich schnell. Zum ersten Mal seit langer Zeit hatte er genug Geld, um sich eine richtige Restaurantmahlzeit zu leisten.Doch statt das ganze Geld auszugeben, investierte er weiter in seine Idee. Er putzte weiterhin Schuhe, kaufte neue Shirts und liess immer mehr drucken. Mit jedem Markt verdiente er mehr Geld. Seine Marke wurde langsam bekannt und immer erfolgreicher.
Jahre später hatte sich sein Leben komplett verändert. Aus dem armen Schuhputzer war ein reicher Geschäftsmann geworden. Er lebte nun in einer grossen Villa und fuhr teure Sportwagen. Seine Kleidermarke lief noch immer hervorragend. Und jedes Mal, wenn er das Krokodil-Logo auf seinen Kleidern sah, erinnerte er sich an den Tag zurück, an dem er am See sass und zum ersten Mal von einem besseren Leben träumte.
Dieser Text ist im Rahmen der Impulswerkstatt Mai/Juni 2026 von Myriade entstanden. Dafür stehen vier Bilder zur Verfügung.
Verfasst wurde er von Morris, einem Erstklässler 25/26.


Hallo Morris, Sehr phantasievolle Geschichte. Zwar ist das Lacoste-Krokodil anders entstanden, aber es hätte ja auch so sein können wie in deiner Geschichte. Würde mir sogar besser gefallen 😉