Arbeiten und eigenes Geld verdienen (Migrationsportrait)

Gastautorin: Erona Abazi

Einleitung

Für mein Migrationsportrait habe ich Maria, meine Nachbarin, als Interviewpartnerin gewählt. Ich wollte mehr über sie erfahren. Wir haben uns zwar immer miteinander unterhalten, aber ich habe sie nie nach ihrem Leben gefragt. Dank des Migrationsportraits lernte ich Maria richtig kennen.

Es hat mich sehr gefreut, dieses Interview mit Maria zu führen. Viele neue Dinge habe ich über sie erfahren. Ich habe viel über die Insel Madeira gelernt, beispielsweise, dass es dort sehr bunt ist und man viel Spass haben kann. Früher wusste ich praktisch nichts über Madeira, jetzt bin ich schon fast eine Expertin. In Zukunft will ich auch mal nach Madeira und die schöne Atmosphäre spüren.

Das Migrationsportrait ist eine Aufgabe des Projektunterrichts. fAm Anfang hielt ich es für keine gute Idee und dachte mir, dass ich es nie schaffen würde, fertig zu werden. Mit der Zeit habe ich gemerkt, dass es doch eine gute Idee ist, weil es uns für die Zukunft weiterhilft. In der Lehre müssen wir auch viele Arbeiten schreiben und das ist eine gute Vorbereitung. Mir hat es auch geholfen, dass ich in der Schule Zeit bekommen habe, daran zu arbeiten. Ich hatte manchmal ein bisschen Stress mit den Kapiteln, aber sonst ist es gut gelaufen.

Herkunft

Maria ist in Portugal auf einer Insel namens Madeira aufgewachsen. Madeira ist eine Insel im Atlantik, hat viele schöne Strände und die Menschen dort sind offen. Es ist auch eine beliebte Ferieninsel. Es gehen viele Touristen dorthin.

Madeira ist eine farbenfrohe Insel. Es gibt dort viele bunte Häuser mit Grafiken und Malereien. Dort herrscht meist mildes Wetter. Auf der Insel ist es sehr grün. Von Zürich bis nach Madeira sind es 2639 km. Mit dem Flugzeug dauert es vier Stunden.

Maria und ihre Familie haben in normalen Verhältnisse gelebt. Sie hatten genug Essen, Strom, Wasser und ein Haus zum Leben. Das hatten nicht alle Menschen in Madeira, manche hatten mehr Geld, die anderen weniger. Ihre Hobbys in Madeira waren Basketball, Volleyball und Handball spielen und auch schwimmen.

In Madeira hatte Maria keinen Job, weil sie keine Ausbildung hatte. Sie hat immer Geld von ihren Eltern bekommen. Das ist etwas, das ihr an Madeira nicht gefallen hat: Es gab praktisch keine Möglichkeiten, eine Ausbildung zu machen oder sich weiterzubilden und somit konnte man auch kein eigenes Geld verdienen.

Auf der Insel kann man viel Spass haben und dort herrscht eine schöne Atmosphäre. An Madeira gefiel ihr der Strand und der Duft des Strands. Am Strand fühlte sie sich immer sehr ruhig und ihr ganzer Stress war weg. Sie hat ihr Leben dort sehr genossen. Sie war mit Freunden feiern und hat auch viel mit ihnen unternommen, wie zum Beispiel Volleyball am Strand spielen oder picknicken.

Auch das Essen in Madeira mochte sie. Am liebsten ass sie Tomatensuppe mit Zwiebeln und Ei. Andere köstliche Gerichte wie zum Beispiel Espetada und Bolo de caco mochte sie ebenfalls.

Grund für die Auswanderung und Abreise

Maria wollte selbstständig sein und einen Job finden. In Madeira hat ihre Mutter meist für sie gekocht und den Haushalt gemacht, das wollte Maria selber machen. Sie wollte einen Neuanfang machen.

Maria wünschte sich, einen Job zu haben, ihr eigenes Geld verdienen, sie wollte eine Wohnung und genug zu essen haben. Zuerst wollte sie nach Jersey auswandern, aber dann wurde es doch die Schweiz. Nach Jersey wollte sie gehen, weil ihr Cousin dort lebte. Sie hat sich nicht entschieden in die Schweiz zu kommen, sondern es war ein Zufall.

Sie hat mir erzählt, dass sie mit ihrer besten Freundin unterwegs war und sie ein Plakat sahen. Darauf stand, dass eine Arbeit im Ausland angeboten würde. Es stand nicht, wo im Ausland, das hat sie erst bei ihrem Telefonat erfahren.

Maria und ihre Freundin haben sich angemeldet und mussten einen Test machen. Leider hat nur sie den Test bestanden und ihre beste Freundin nicht. Nach etwa einem Monat bekam sie ein Telefonat und sie konnte als Hotelfachfrau in den Kanton Uri reisen.

Als sie diese Nachricht erfahren hat, hat sie sich gefreut, aber sie hat es ihren Eltern nicht erzählt. Als es die Eltern dann erfahren haben, waren sie nicht begeistert. Die Freunde haben sich gefreut für sie, waren aber auch traurig. Sie hat sich trotzdem entschieden zu gehen. Es hat sie gestört, dass sie immer ihre Eltern nach Geld fragen musste. Sie wollte selbstständig leben, also wanderte sie aus.

Die letzten Tage vor der Abreise waren stressig. Sie musste noch fertig packen und wollte auch gleichzeitig die Tage mit ihrer Familie geniessen. Maria hat Kleider, Bilder von der Familie und ihre Toilettensachen eingepackt, mehr nicht.

Die Verabschiedung war traurig. In diesem Moment war sie auch traurig, dass sie die Menschen verlassen musste, die sie liebte. Aber sie war auch glücklich darüber, weil sie ein endlich eine Arbeit gefunden hatte.

Ankunft in der neuen Heimat

Maria flog mit dem Flugzeug nach Zürich. Sie ist im Sommer hierhergereist. Als sie in Zürich angekommen war, war sie ein bisschen geschockt, denn es war sauberer und kälter als in ihrer Heimat. Maria ist aus einer Stadt hierhergekommen und war sich gewohnt, bunte und grosse Häuser, viele Läden und Palmen zu sehen. Hier hat sie Bäume gesehen, die sie an Madeira erinnerten, weil es dort auch viel Grün gibt.

Sie lebte eine Zeit lang im Kanton Uri in einer dörflichen Umgebung. Das war sie nicht so gewohnt. Es war viel ruhiger als in Madeira. Es gab weniger Verkehr und nicht so viele Partys. Auch ist ihr aufgefallen, dass es hier mehr Regeln gibt, aber sie fühlte sich wohl. Etwas Neues für sie war beispielsweise die Krankenkasse.

Anfänglich fehlte ihr das Meer und die Menschen. Leider ist sie alleine hierhergekommen. Am Anfang machte ihr diese Tatsache ein bisschen Angst,  alleine in einem fremden Land und sie konnte nicht mal die Sprache. Sie hatte hier niemanden, keine Verwandte oder Freunde. Es war schon ein bisschen schwierig hier, alleine zu sein. Hätte sie Familie oder Freunde hier gehabt, hätte sie kommunizieren und nachfragen können, wenn sie etwas nicht verstanden hatte.

Integration in der Schweiz

Für Maria war es schwierig, die Sprache zu lernen. Während den ersten fünf Jahren hat sie in Uri in einem italienischen Hotel gearbeitet und dort hat sie dann Italienisch gelernt. Als sie dann in den Kanton Schwyz gezogen ist, arbeitete sie auch in einem Hotel.

Dort wurde aber vor allem Deutsch gesprochen und so hat sie mit der Zeit die Sprache gelernt. Auch Schweizerdeutsch verstand und sprach sie nach und nach dank ihren Arbeitskollegen und Kolleginnen.

Am Anfang hatte Maria Schwierigkeiten, so lange zu arbeiten, weil sie noch nie einen Job gehabt hatte und das ungewohnt für sie war. Jeden Tag vom Morgen bis am Abend arbeiten, das war hart. In der Schweiz geht es mehr um Business und Geld als in Portugal, dort geht es mehr darum, Spass zu haben und das Leben zu geniessen.

Sie hat viele Freunde gefunden, aber es hat am Ende dann meistens doch nicht gepasst. Mit zwei Freundinnen ist sie aber noch heute befreundet. In der Schweiz fühlt sie sich wohl. Sie hat sich an die Kultur der Schweiz gewöhnt, dass beispielsweise die Preise hier höher als in Portugal sind.

Bei der Integration hat ihr sicher auch geholfen, dass sie gut mit Menschen umgehen kann. Maria denkt auch immer mehr wie die Menschen in der Schweiz und hat ähnliche Meinungen wie sie. Was sie schlecht findet ist, dass hier die Läden früh schliessen. Positiv findet sie hier vieles, es sehr sauber hier und jeder hat die Chance zu erreichen, was er will.

Marias aktuelles Leben und Zukunftspläne

Maria kann sich nicht vorstellen, wieder nach Portugal zu ziehen. Sie hat sich zu sehr an das System der Schweiz gewöhnt. In die Ferien geht sie gerne nach Portugal, auch mit ihren Kindern, aber zum Leben nicht. Sie findet das Leben hier in der Schweiz besser. Dort in Portugal hat man praktisch keine Chancen, etwas Grosses zu erreichen, aber hier schon. Das System vom Leben ist hier viel einfacher als in Portugal und sie hat hier schon alles, ihr Leben ist hier.

In ein anderes Land zu ziehen, kann sich Maria hingegen schon vorstellen. Wenn ihr das Land gefällt und das System gut funktioniert, dann ja. Das Land, das sie sich am ehesten vorstellen könnte, ist die USA, genauer gesagt Florida. Wenn sie in Florida leben würde, wäre sie wieder am Meer und davon träumte sie schon als Kind. ,

Ihre Zukunftspläne sind es zu reisen. Sie will mehr von der Welt entdecken und andere Kulturen kennenlernen. Maria liebt es, neue Orte zu besuchen. Ihr Wunsch ist, es nach Paris, London, Ägypten und nach Amerika zu gehen. Ihr Wunsch ist aber auch, dass ihre Kinder eine gute Zukunft haben, dass sie hier in der Schweiz einen guten Job finden und ein selbstständiges und angenehmes Leben führen können.

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