Die Geschichte von Italien (Enea)

Im ersten Semester habe ich im FIT ein italienisches Sachbuch über die Geschichte Italiens gelesen. Ich habe sehr viel erfahren und nun die wichtigsten Punkte auf Deutsch formuliert, damit ihr auch profitieren könnt. Die Illustrationen habe ich selbst gezeichnet.

Italien heute

Italien ist eine Halbinsel im Süden Europas. Italien hat 60 Millionen Einwohnern/innen und eine Fläche von 301’340 km². Die Hauptstadt Rom besitzt eine interessante Geschichte. Auch die Geschichte von Italien ist sehr spannend und abwechslungsreich. Italien ist eines der vielen Länder in Europa, in denen immer wieder die Herrschaft wechselte. Viele kennen das Land heute als schönes Ferienziel oder als praktisches Geschichtsbuch. Italien ist sehr alt, eines der ältesten Länder Europas.

Die Antike Italiens

Italien war in der Antike ein Vielvölkerstaat. Es gab in dem Land selber viele verschiedene Königreiche und Republiken. Dazu zählten: Königreich Neapel, Königreich Sizilien, Sardinien, Kirchenstaat, Republik Siena, Republik Florenz, HZM Modena, Republik Venedig, Herzogtum Mailand, Herzogtum Savoyen und noch einige andere kleinere.

Ausserdem war Italien noch von weiteren Menschen aus anderen Grossreichen bewohnt. Die Griechen kolonisierten Teile vom Süden Italiens und die Phönizier Teile der Inseln Sizilien und Sardinien. Das italienische Volk wurde in Ligurien, Venetern, Latinern, Sizilianer und Sarden unterteilt. Das war etwa 1000 bis 800 v. Chr.

Rom war in dieser Zeit eine unwichtige Stadt für Italien. Rom war einfach die Hauptstadt des Kirchenstaates. Zu dieser Zeit lag die Bevölkerung nur etwa bei 4.3 Millionen Leuten. Einen Herrscher gab es nicht. Jeder Kleinstaat und jedes Königreich in Italien hatte seinen eigenen Herrscher.

Entstehung Roms

Rom war anfänglich eine normale Stadt im Kirchenstaat. Viele glauben an die Entstehungssage von Romulus und Remus, aber Rom ist ganz anders entstanden.

Verschiedene Priester der Sieben Hügel haben ihre Häuser nahe der Mündungen des Tibers errichtet (Der Tiber fliesst durch das heutige Rom). Auch Latiner und andere Leute bauten ihre Häuser dort. Es gab eine Stelle, bei der man den Fluss gut überqueren konnte, ausserdem lag der Ort auch an einer Schiffshandelsstrecke.

Rom war also eine kleine Stadt, die am 21. April 753 v. Chr. gegründet wurde. Die Bewohner Roms fingen an, Handel zu betreiben, feierten und redeten miteinander. Das Leben in Rom war friedlich und es herrschten etwa 250 Jahre lang Könige.

Aus dieser kleinen Stadt entstand ein grosses Reich, das Römische Reich, das später über 600 Jahre lang über Europa herrschen wird.

Römisches Reich

Am 13. Juli 100 v. Chr. wurde ein Mann in Rom geboren, der Julius Cäsar hiess. Aber was ist vorher passiert?

Die Römer haben die Macht in Italien übernommen und damit einen Bürgerkrieg ausgelöst. Alle Königreiche Italiens wurden abgeschafft, es gab nur noch das Römische Reich. Doch die Römer strebten mehr, viel mehr. Also griffen sie Teile von Nordafrika an und schlossen dies Gebiete ihrem Reich an. Sie sind nach Gallien (Frankreich) und nach Spanien vorgedrungen, in die Türkei, in Teile des Balkans und nach Mazedonien und Griechenland.

Die Griechen, die früher nach Italien kamen, um die Römer zu verspotten, waren jetzt Teil des Römischen Reiches. Rom musste eine gute Verwaltung haben, sonst lief nichts im Riesenreich. Es wurde darauf geachtet, dass Rom gut organisiert war, dass das Zusammenleben funktionierte. Auch wollten die Leute unterhalten und vor allem mit genügend Essen und Trinken versorgt werden.

Die Römer waren ein sehr intelligentes Volk, was man an ihren Erfindungen sieht. Das Aquädukt war ein Wasser-Transportmittel, das jahrhundertelang hielt. Die Armee Roms bewachte alle Grenzen und liessen Arbeiter Strassen bauen. Viele Strassen wurden gebaut, die noch Jahrtausende halten würden. Die Redewendung „Alle Wege führen nach Rom“ stammt aus dieser Zeit und war damals eine Tatsache.

Ende 48 v. Chr. kam Julius Cäsar an die Macht und er wollte Rom noch weiter vergrössern. 

 

Das war das Römische Reich auf der Karte von Europa.

Julius Cäsar

Gaius Julius Cäsar wurde 48 v. Chr. zum Herrscher Roms ernannt. Er war der geborene Diktator und ernannte sich selber zum Kaiser Roms. Die berühmten Worte: Veni Vidi Vici (Ich kam sah und siegte) soll er gesagt haben.

Er nannte sein Reich Imperium Romanum und eroberte ein Dorf nach dem anderen. In Gallien, immer mehr Land in Griechenland und übernahm schliesslich sogar die Herrschaft in Ägypten dank seiner Liebesaffäre mit der Königin Kleopatra, der Königin Ägyptens.

Cäsar hatte sehr viel Macht, er machte Rom gross und die Stadt zur Hauptstadt. Er hatte sich als Kaiser auf Lebenszeit eingesetzt. Viele bewunderten Cäsar und viele hassten ihn. So auch eine Gruppe von Senatoren, die ihn am 15. März 44 vor Christus mit 23 Dolchstichen ermordeten. Seine letzten Worte an Marcus Brutus waren: Auch du, mein Sohn? 

Und so verstarb Cäsar unter der Sonne Roms und das war auch der Anfang vom Ende Roms.

Zerfall Roms

Nach Cäsar gab es viele andere, “bessere” Kaiser, die viel in Rom veränderten. So liess beispielsweise Kaiser Vespasian den Bau des Kolosseums im Jahre 70 n. Chr. beginnen. Das Kolosseum steht heute noch, nach über 2000 Jahren. Unter dieser Regierung wurde die Bevölkerung bis an die Grenze des Möglichen besteuert.

Trotzdem konnten die Angriffe der Feinde nicht mehr verhindert werden. Das Römische Reich zerfiel in kleinere Stücke und ging schliesslich bis ins Kernland zurück, mit nur noch 4 Millionen Einwohnern.

Italien im Mittelalter

Italien verbrachte fast 1700 Jahre, ohne nennenswerte Fortschritte zu machen. Nach dem Zerfall von Rom wurde Italien wieder in ursprünglichen Kleinreiche unterteilt. In der Mitte wurde das Königreich Italien von Otto dem Grossen erobert. Diese Monarchie herrschte mehrere Jahrhunderte über Italien.

Königreich Italien

Italien war viele Jahre gespalten und wurde von unterschiedlichen Herrschern beherrscht. Während in Frankreich und Russland Revolutionen im Gange waren, um die Monarchie zu stürzen, wollte das italienische Volk einen König, einen festen Herrscher. Und am 17. März 1861 wurde Italien unter König Viktor Emanuel II. zu einem Königreich mit der unten stehenden Flagge. Flagge.

Die Flagge wurde 1848 als Flagge der Armee benutzt und wurde dann am 15. April 1861 zur Flagge für das Königreich erklärt. Diese Flagge war für 85 Jahre (bis zur Gründung der Republik 1946) die italienische Königsreichsflagge. Italien war zu dieser Zeit eines der wenigen Länder in Europa, das ein Königreich war.

Das war die Flagge des Königreiches Italien.

Mit der Zeit wurde Italien immer besser verwaltet. Italiens Königreich war nun nicht mehr nur das italienische Kernland, sondern es gehörten auch mehr Länder in Afrika dazu. Italiens Herrscher waren Viktor Emanuel II. von 1861 bis 1878, Umberto I. von 1878 bis 1900, Viktor Emanuel III. von 1900 bis 1922.

Danach kam inoffiziell Benito Mussolini an die Macht. Ab 1922 wurde die Regierungsform kein Königreich mehr, sondern eine Diktatur. Offiziell heisst es aber, das Königreich habe bis 1946 existiert. Viktor Emanuel II. wurde im Nachhinein ein Bauwerk errichtet. Es heisst Monumento a Vittorio Emanuele II.

Benito Mussolini „Il Duce“

Benito Mussolini ging 1902 in die Schweiz zum Sozialismus zu studieren. Doch dort kam er nicht so gut an und er wurde von der Schweizer Polizei verhaftet und zurück nach Italien geschickt. Dort kam er frei, kehrte zurück in die Schweiz, wo er wieder verhaftet und zurückgeschickt wurde und in Italien kam er wieder frei.

Dann begann der Erste Weltkrieg und Mussolini protestierte für den Frieden. Allerdings nur bis er merkte, dass nur durch Krieg mehr Land gewonnen werden konnte und so protestierte er doch für Krieg.

Nach dem Krieg sagte er, dass er fertig sei mit dem Sozialismus und er erfand etwas Neues: den Faschismus. Er brauchte für die Umsetzung seines Ideen aber die Unterstützung des Volkes. Also ging er zum Volk und sagte, dass er die Situation wieder normalisieren könne und alles reparieren würde. Und schon unterstützte ihn das Volk.

Nun ging er zum König und meinte: Entweder werde ich Italien auf die leichte Tour regieren oder auf die harte. Der König antwortete darauf: Du willst regieren? Und mit welcher Armee? Doch Mussolini hatte eine Armee, das Volk, das ihn unterstützte.

Mussolini hatte grosse Pläne. Er eroberte mehrere Länder in Afrika und fühlte sich sehr mächtig. Als in den 30er-Jahren der Nationalsozialismus in Deutschland aufkam, wollte Mussolini auf der “sicheren Seite“ sein und befreundete sich mit dem deutschen Diktator Adolf Hitler. Die Lage für Mussolini war gut bis zum Jahre 1939, dem Beginn des Zweiten Weltkrieges.

Italien im Zweiten Weltkrieg

Italien wollte seinen Teil der Macht haben. Als Mussolini sah, wie Hitler die Benelux-Länder sowie Frankreich, Norwegen, Dänemark und Teile der Sowjetunion übernahm, bestand er auch auf einem Anteil. Er wollte Ägypten und Malta haben. Also schuf er sich eine grössere Armee. Die italienische Armee war damals die drittgrösste Armee Europas.

Doch Mussolini erreichte seine Ziele nicht und er wurde von der Bevölkerung immer mehr gehasst. Im Jahre 1943 erreichte Mussolini seinen absoluten Tiefpunkt und wurde von dem italienischen Volke verhaftet. Eine Truppe deutscher Soldaten brachte Mussolini zu Hitler, wo er erst mal in Sicherheit war.

Als 1945 der Krieg vorbei war, wollte das Volk mitbestimmen und so war es vorbei mit dem Königreich.

Der Zerfall des Königreiches und die Geburt der Republik

1945 war der Zweite Weltkrieg vorbei und Italien hatte seine Kolonien verloren. Ein Teil in Afrika heisst aber heute noch Bari, wie die riesige Hafenstadt Bari in Italien.

Am 2. Juni 1946 wurde die Republik Italien gegründet, die es bis heute gibt. Italien hatte viele Präsidenten und Premierminister. Der aktuelle Präsident heisst Sergio Matarella. Italien selber wird aber vom Ministerpräsidenten Mario Draghi regiert. 

Mussolini ist heute in Italien bekannt als der Zerstörer des Königreichs. Er hat aber auch Verwandte zurückgelassen, etwa seine Enkelin Alessandra Mussolini, die ein ehemaliges Mitglied des italienischen Parlaments ist oder seinen Urenkel Romano Mussolini, der in dem italienischen Fussball Club Lazio-Roma spielt.

Italien heute

Italien ist heute das Land, das als Stiefel bekannt ist und besitzt eine der spannendsten Geschichten Europas. Spuren von Italien lassen sich auf der ganzen Welt finden. Die Flagge von 1946 wurde bis heute nicht mehr verändert, da sie ein Symbol für die Freiheit und die Gemeinschaft darstellt, dass alle Menschen gleich sind.

Die Geschichte der Flagge finde ich interessant. Eigentlich ist die heutige Flagge identisch mit der alten, es fehlen nur die Krone und das Kreuz in der Mitte. Interessant ist, dass genau diese Flagge, also die heutige, bereits früher von den Sizilianern verwendet wurde. Als das Königreich entstand, wurde die Krone hinzugefügt und als die Republik das Königreich ablöste, verschwand die Krone wieder.

Italien ist auf der ganzen Welt bekannt und es gibt eine Menge Italiener, die prominent und berühmt wurde. Italienische Auswanderer findet man überall auf der Welt. Zum Beispiel in Deutschland, der Schweiz, Spanien, den Vereinigten Staaten, Kanada, Frankreich, England, Afrika, Liechtenstein, Österreich und in Südamerika.

Italien ist auch ein berühmtes Ferienziel und lockt jedes Jahr bis 64 Millionen Touristen an. Italien hat eine Einwohnerzahl von 60 Millionen, es kommen also mehr Menschen Italien besuchen als selber in Italien leben.

Italien hat auch grosse Erfolge im Fussball. Sie wurden insgesamt 4-mal Weltmeister und zweimal Europameister. Weltmeister wurden sie in den Jahren 1934, 1938, 1982 und 2006. Und Europameister in den Jahren 1968 und 2021. Ausserdem gewannen sie zweimal den Europapokal (nicht EM, wie wir sie kennen) in den Jahren 1927-1930 und 1933-1935. Dazu haben sie noch einen Olympia-Sieg im Jahre 1936 vorzuweisen.

Das alles ist das Land Italien.

4 Antworten auf „Die Geschichte von Italien (Enea)“

  1. Ich finde deinen Beitrag sehr spannend ich habe so viel Neues gelernt und ich wusste sehr viel nicht von Italien. Also ich mag deinen Artikel sehr und finde, du hast das sehr gut gemacht.

    1. Danke herzlichst. Ich habe versucht, ihn nicht langweilig zu gestalten, sondern dass es spannend ist, ihn zu lesen.

  2. Ich finde deinen Artikel besonders toll, dies weil du die Geschichte von Italien sehr gut erzählt hast. Allerdings wusste ich nicht, dass Italien so gross ist, auf einer Landkarte sieht es viel kleiner aus 😀

    1. Danke vielmals. Es hat mich auch genügend Zeit gekostet, um ihn zu machen und es freut mich, wenn er dir gefällt. (:

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