Zuerst eine Information, was Verkehrskadetten (VK) sind und machen.
Verkehrskadetten sind Jugendliche und junge Erwachsene, die freiwillig bei Veranstaltungen oder starkem Verkehrsaufkommen zusammen mit der Polizei, Feuerwehr oder anderen Sicherheitsorganisationen arbeiten. Ihr Ziel ist es, für einen sicheren und reibungslosen Verkehrsablauf zu sorgen.
Der Klaushöck
Der alljährliche Klaushöck gehört zum VK und ist jedes Jahr aufs Neue ein sehr cooler Anlass. Am Anfang des Klaushöck sitzt man gemeinsam zusammen, isst und unterhält sich. Anschliessend geht man nach draussen und steht um das Feuer, bis alle hineingerufen werden. Danach setzen sich alle hin. Von draussen ist ein Läuten zu hören, das Zeichen, dass der Samichlaus mit dem Schmutzli eintrifft.
Jetzt wird es spannend, denn jeder wird aufgerufen und muss zum Samichlaus nach vorn gehen. Der erzählt über jeden Einzelnen eine lustige Geschichte, über die alle lachen dürfen.
Ich hatte ein wenig Angst vor dem, was der Samichlaus über mich erzählen würde. Ich erinnerte mich nämlich an zwei Situationen, in denen ich etwas «gemacht» hatte. Einmal an einem Einsatz und dann wegen des Nachtmarsches. Aber darüber erzähle ich im nächsten Abschnitt mehr.
Nachdem alle Geschichten erzählt worden waren, bekamen alle ein Samichlaussäckli (Nikolaustüte). Dann halfen wir aufräumen.
Alle Anwesenden wurden nach Wohnort in Gruppen aufgeteilt und nach Hause gefahren.
Der Nachtmarsch
Der Nachtmarsch ist auch ein Anlass von der VK. Dieser Anlass ist nichts anderes als ein Orientierungslauf in der Nacht. Es ist als Postenlauf gestaltet, bei jedem Posten erhält man die Koordinaten für den Folgeposten.
Ich wäre eigentlich in einem Dreierteam gewesen, aber da eine krank war, waren wir nur noch zu zweit. Das Problem bei der ganzen Sache war, dass genau die Person ausfiel, die Koordinaten lesen konnte.
Trotzdem starteten wir um in Jonen 17.45. Von dort liefen wir nach Ottenbach in den Wald von Ottenbach, danach nach Obfelden. Von Obfelden ging es nach Affoltern und anschliessend nach Zwillikon.

Meine Kollegin und ich hatte einige Probleme. Zuerst verliefen wir uns, danach landeten wir in einer Sackgasse, dann auf einem Feld und zuletzt auf einem Privatgrundstück. Wir hatten nicht bemerkt, wie schnell die Zeit vergangen war als plötzlich der VK-Bus von hinten kam.
Sie fragten uns, ob wir Team 3 seien, was wir bejahten. Sie erklärten, dass wir bereits von Team 20 überholt worden seien. Wir hätten aufhören können, aber wir wollten das durchziehen. Gesagt, getan. Wir machten weiter und bei Posten 7 gab es dann endlich etwas zu essen. Das tat gut und gab uns neue Kraft, um weiterzugehen.
Etwas habe ich vergessen zu erwähnen: Dieser Nachtmarsch ist ohne Handy und generell ohne elektrische Geräte und Hilfsmittel. Als wir endlich in Zwillikon beim Schulhaus ankamen, wo wir in der Turnhalle hätten schlafen dürfen, wurde uns gesagt, wie spät es inzwischen war. Wir haben in diesem Moment herausgefunden, dass wir 12 Stunden gelaufen sind (eigentlich geht der Nachtmarsch 3–4 Stunden).
Wir wechselten unsere Kleidung und setzten uns auf den Boden. Weil ich extrem erschöpft war, schlief ich ein. Als ich nach 20 Minuten erwachte, trank ich ein Red Bull und ass etwas. Meine Kollegin und ich unterhielten uns, als wir alle in den Saal gerufen wurden.
Bei der Rangverkündigung rechneten meine Kollegin und ich, dass wir auf dem 31. Platz landen würden (es gab nur 31 Teams). Zu unserem Erstaunen waren wir auf dem sechsten Platz gelandet. Wir waren nicht nur unter den Top 10, sondern auch die besten der Abteilung Albis!
Danach ging ich nach Hause, wo ich meinen Eltern erklärte, ich sei überhaupt nicht müde. Ich legte mich aufs Sofa und zwei Minuten später war ich bereits eingeschlafen. Meine Mutter weckte mich und meinte, ich soll doch in mein Bett gehen.
Der Nachtmarsch war sehr lustig und cool und ich werde nächstes Jahr sicher wieder mitmachen. Für eine kurze Zeit war es wirklich sehr hart für uns gewesen. Es war kalt, es regnete und war dunkel und trotzdem haben wir es geschafft.
Was will ich euch mit diesem Erlebnis sagen: Verliert nie die Hoffnung und zieht euer Ding durch.


Das sind echt tolle Erlebnisse! Ich finde das grossartig, dass ihr den langen Marsch trotz fehlender Person durchgezogen und ihr nicht aufgegeben habt. Das ist eine gute Einstellung, die du rübergebracht hast, nie die Hoffnung verlieren!
Danke vielmals für deine tolle und nette Antwort. In der Vk erlebt man wirklich viele lustige, tolle Erlebnisse. Aber auch welche, bei denen man sich wirklich überlegen muss, was jetzt zu tun ist. Das ist das Tolle an der Vk, man lernt immer dazu und es wird nie langweilig.