Unser erstes Miniprojekt hiess: In Gruppen ein Menü nach Wahl im Wald zubereiten. Wir bekamen von Herrn Kramer die Aufgabe, Gruppen zu bilden. Die Gruppenbildung verlief schnell und unkompliziert. Ich ging mit Laurin, Miran und Leonisa in eine Gruppe. Mir war es wichtig, mit Leuten zusammenzuarbeiten, mit denen ich befreundet bin.
Kurze Zeit später gingen wir in unsere selbst zusammengestellten Gruppen und begannen mit der Planung. Ehrlich gesagt freute ich mich nicht besonders darauf. Der Grund dafür war, dass ich generell nicht so gerne im Wald bin. Zudem fehlte mir die Motivation, da ich annahm, dass es an unserem Projekttag regnen würde.
Ideenfindung und Planung
Wir haben uns zusammengesetzt und besprochen, was wir kochen könnten. Uns sind viele Gerichte eingefallen, aber wir mussten uns für ein Gericht entscheiden. Zur Auswahl standen: Pizza, Burger und Spaghetti mit Pesto. Wir einigten uns auf Pasta mit Pesto.
Nun recherchierten wir im Internet und überlegten, wie viel wir von welchem Produkt einkaufen müssten. Auf der Website von Coop planten wir unseren Einkauf. Wir entschieden uns für eine 1 kg schwere Packung Nudeln und kauften das Pesto ebenfalls im Coop.
Zusätzlich legten wir eine Packung Marshmallows in unseren virtuellen Warenkorb. Nachdem wir alles zusammengestellt hatten, berechneten wir die Kosten und kamen auf ca. 9 Franken. Obwohl wir noch etwas Budget übrig hatten, beschlossen wir dennoch, nichts weiter einzukaufen.
Wir wollten eine Woche vor dem Miniprojekt einkaufen, um genügend Zeit zu haben, falls etwas schiefgehen sollte. Gemeinsam planten wir, wie wir das Material zu unserer Feuerstelle transportieren würden, die wir mit einem Lehrer etwa drei Wochen vor dem Kochen ausgewählt hatten.
Ausserdem mussten wir bei Frau Sidler eine Plane, einen Topf und Anzündhilfen bestellen. Unsere Bestellung konnten wir dann am Montag nach den Ferien abholen und in den Wald mitnehmen.
Herausforderungen und Lösungen
Am geplanten Tag konnten wir nicht wie vorgesehen einkaufen. Deshalb sind wir am Dienstag vor dem Kochen zum Coop gegangen. Alles hat super geklappt.
Am nächsten Tag bin ich mit gemischten Gefühlen aufgestanden. Einerseits freute ich mich ein wenig, andererseits war ich nicht besonders begeistert, da es leicht regnete. Ich hatte ausserdem Angst, dass etwas schiefgehen könnte.
Als wir um 10 Uhr losgefahren sind, haben wir festgestellt, dass wir zu wenig Wasser mitgenommen und die Teller vergessen hatten. Zum Glück war Leonisa gerade in der Migros und konnte Besteck und einen Liter Wasser kaufen.
An der Feuerstelle angekommen, breiteten wir unsere Matte, die eigentlich als Regenschutz gedacht war, auf dem Boden aus und legten unsere Sachen darauf. Zum Glück regnete es kaum und alles blieb trocken.
Wir machten das Feuer, hatten jedoch nicht genug Papier dabei. Zuerst bedienten wir uns aus einer Kiste mit trockenem Holz. Als wir genügend Holz gesammelt hatten, versuchten wir, das Feuer zu entzünden, aber es brannte nicht. Schliesslich fanden Laurin und ich noch alte Schulsachen in unseren Rucksäcken, die wir nicht mehr brauchten. Mit den Anzündhilfen konnten wir ein ordentliches Feuer machen.
Für den Topf mit den Nudeln wurden wir kreativ. Wir suchten einen langen, geraden Stock und fanden ihn nach kurzer Zeit. Mit diesem Stock balancierten wir den Topf über dem Feuer. Zwei Personen hielten den Stock an beiden Enden, und wir wechselten uns dabei ab.
Während die Nudeln kochten, merkten wir, dass uns noch etwas fehlte: das Besteck. Nach einem kurzen Moment der Panik fragten wir bei den anderen Gruppen nach. Die ersten beiden Gruppen hatten leider kein Besteck mehr, doch die dritte Gruppe half uns glücklicherweise aus.
Nach den Nudeln konnten wir noch ein paar Marshmallows geniessen und dann ging es auch schon ans Aufräumen. Auch hier haben wir uns gut aufgeteilt. Da vor uns schon ziemlich viele Dosen und Biergläser herumlagen, sah unsere Feuerstelle am Anfang sehr schlimm aus. Aber wir schafften es, den ganzen Dreck wegzuräumen und die Feuerstelle sauber zu hinterlassen.
Auch die Aufgaben beim Aufräumen teilten wir gerecht auf. Ich nahm die Plane mit nach Hause, um sie auf meinem Vorplatz zu waschen. Am Donnerstag reinigten wir das restliche Material.
Erkenntnisse und Ausblick
Alles in allem war dieses Projekt ein Erfolg. Am Ende hat es sogar mehr Spass gemacht als erwartet. Trotz unserer Probleme mit vergessenem Besteck und Tellern konnten wir schnell eine einfache oder kreative Lösung finden. Die Pasta schmeckte allen in der Gruppe sehr gut. Leider waren wir bei der Dekoration des Gerichts nicht so kreativ, aber das war auch nicht so wichtig.
Aus dieser Erfahrung habe ich viel gelernt. Bei einem Projekt muss man sich genau überlegen, was man braucht, um es erfolgreich durchzuführen. Zum Beispiel sollte man lieber 3 Liter Wasser mitnehmen als nur 1 Liter.
Besonders gut hat mir gefallen, dass wir uns im Team sehr gut verstanden haben. Die Stimmung war immer angenehm oder entspannt, auch wenn mal nicht alles nach Plan lief.
Beim nächsten Mal würde ich vor dem Projekt noch einmal ganz genau unsere Planung durchgehen und sie vielleicht auch meiner Mutter oder meinem Vater zeigen, damit sie mir sagen können, ob ich etwas vergessen habe.
Dieser Text wurde von Linus im Wahlfach Bloggen 24/25 verfasst.


Ich fand deinen Text sehr spannend. Du hast dein Miniprojekt sehr gut und auch sehr genau dokumentiert. Ich habe sehr viele Eindrücke von dir erhalten, wie es ist, im Wald zu kochen und wie schwer auch so eine Vorbereitung ist.
Danke für deinen netten Kommentar. Ich habe auch bemerkt, dass die Vorbereitung nicht gerade leicht ist. Und wenn es regnet, ist das Kochen noch anspruchsvoller. Doch zum Glück hat ja alles gut geklappt.