Schatten im Fenster

Wenn ich nachts nach Hause komme, habe ich das Gefühl, dass ich beobachtet werde. Wenn ich in Fensterscheiben schaue und nicht durch sie hindurchblicke, sehe ich angsteinflössende Gestalten, die mich heimsuchen wollen. Ich denke mir dabei nichts Schlimmes, aber wenn ich ganz genau hinschaue, scheinen diese Gestalten dreidimensional zu werden. Davor habe ich Respekt und Angst.

In der Stadt häufen sich in letzter Zeit die Todesfälle. Das gibt mir immer mehr ein mulmiges Gefühl. Merkwürdigerweise können die Medien keinen Grund dafür finden. Sind es Mörder? Oder ist es die Natur, die unbarmherzig zuschlägt? Schon bei dem Wort Mörder läuft mir ein kalter Schauer über den Rücken.

Auch die nächtlichen Gestalten wirken von Tag zu Tag immer realistischer. Letztens schien es, als stünde der Vollmond mit einer Sense in der Hand vor der Tür!

Könnten die immer realistischer werdenden Gestalten etwas mit dem Vollmond zu tun haben, so etwa wie bei Wehrwölfen? Manchmal bekomme ich das Gefühl, dass diese Gestalten keine Einbildungen sind. Sie ähneln inzwischen Figuren aus Horrorfilmen, das alles gefällt mir nicht.


Heute Nacht komme ich gegen 1 Uhr nach Hause. In einem benachbarten Haus brennt noch das Licht. Plötzlich höre ich Schreie! Angst erfasst mich! Ich renne mit vollem Tempo den Hügel hinauf zu meinem Hause. Die Haustüre ist abgeschlossen! Die Panik steigt noch mehr an.

Mit zittrigen Händen ziehe ich gestresst den Schlüssel aus meiner Hosentasche, stecke ihn ins Türschloss und zu meiner Erleichterung lässt sich die Tür ganz locker öffnen! Ich atme kurz durch und trete ins Haus hinein.

Ich schliesse die Tür zweimal hinter mir ab und ohne die Lichter einzuschalten, renne ich nach oben, putze mir die Zähne, ziehe mich um, und krieche in mein Bett unter die Bettdecke. Mein Herz rast noch lange und auch die Atmung beruhigt sich nur langsam. Es dauert gefühlt eine Stunde, bis ich endlich einschlafe.

Plötzlich weckt mich etwas Schleimiges, das mein Gesicht berührt. Langsam öffne ich die Augen. Über mir steht eine gespenstige Gestalt, mit fletschenden Zähnen und starrt mich an. Ich schreie, reisse ich mich los und renne in Richtung Stube zur Treppe. Doch mich packt eine Kralle. Ein stechender Schmerz durchfährt meinen Nacken und bevor mir überhaupt bewusst wird, was geschieht, höre ich noch ein grausiges Knacken.

Die Gestalt bricht mir das Genick und frisst mich auf.

2 Antworten auf „Schatten im Fenster“

  1. Die Geschichte baut die Spannung gut auf und das überraschende Ende trifft einen richtig.
    Ich finde die Geschichte gut.

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