Der Tag ohne klare Sicht (Impulswerkstatt Aurora)

In den Ferien war ich für zwei Wochen in Japan. Es war wunderschön, und ich hatte viel Spass, bis auf einen Tag, der mir bis heute ein Rätsel ist.

Es war nämlich so. Ich stand auf und wie jeden Tag wollten meine Familie und ich einen Ausflug machen. Wir frühstückten und machten uns bereit zum Aufbruch.

Mit einem Bus fuhren wir zu einem traumhaft schönen Ort, mit vielen bunten Bäumen, Restaurants und Wiesen. Es gefiel uns so gut, dass wir beschlossen, den ganzen Tag dort zu verbringen.

Nach langem Herumspazieren und vielen Gesprächen bekamen wir Hunger. Wir suchten uns eines der schönen Restaurants aus und assen dort zu Mittag. Das Essen war lecker und danach fühlten wir uns rundum satt. Danach suchten wir uns neben einem blühenden Baum ein schönes Plätzchen. Wir plauderten und genossen das herrliche Wetter.

Aber als wir uns später auf den Weg machten, um ein paar Läden in der Nähe anzuschauen, geschah etwas Seltsames. Uns ging es eigentlich super, aber wie aus dem Nichts begannen meine Schwester und ich, alles verschwommen zu sehen. Es war ein seltsames Gefühl, das uns im ersten Moment auch etwas Angst machte.

Schnell eilten wir zu dem Restaurant zurück, in dem wir gegessen hatten, und fragten, was das sein könnte. Die Mitarbeiter wirkten etwas nervös, gaben uns dann aber die Adresse eines Arztes in der Nähe, der sich angeblich damit auskannte.

Wir machten uns sofort auf den Weg. Laut Maps befand sich die Praxis bei einem Felsen oberhalb des Orts. Etwas verwundert, aber entschlossen stiegen wir hinauf. Da meine Schwester und ich weiterhin nicht normal sehen konnten, war der Weg sehr anstrengend.

Nach einiger Zeit erreichten wir endlich das Gebäude. Es war recht dunkel und drinnen herrschte eine seltsame Stille. Es waren kaum Menschen da, aber wir fragten jemanden, ob er uns helfen könne. Man führte uns zum Arzt, der uns schliesslich empfing.

Er sprach in einer Sprache, die ich nicht verstand, und gab uns einen Saft. Er erklärte, dass wir nach dem Trinken des Safts nach einiger Zeit wieder normal sehen könnten. Also tranken wir ihn und warteten.

Da uns die ganze Situation sehr merkwürdig vorkam, fragten wir den Arzt, was genau das für ein Mittel sei. Doch er wich der Frage aus und sagte nur:
„Jedes Wort hat fliessende Grenzen. Diese Tatsache zu ästhetischer Wirkung auszunutzen, ist das Geheimnis des Stils.“

Jetzt waren wir völlig verwirrt. Was sollte das bedeuten?

Bevor uns noch mehr Fragen durch den Kopf gingen, machten wir uns lieber auf den Heimweg. Unterwegs wurde unsere Sicht nach und nach wieder klarer und als wir im Hotel ankamen, konnten wir wieder ganz normal sehen. Uns ging es gut.

Trotzdem dachten wir den ganzen Abend über diesen seltsamen Tag nach und besonders über die geheimnisvollen Worte des Arztes, die uns noch lange beschäftigten.


Dieser Text ist im Rahmen der Impulswerkstatt Mai/Juni 2025 von Myriade entstanden. Dafür stehen vier Bilder, der Begriff «Felsen» sowie ein Zitat zur Verfügung.

2 Antworten auf „Der Tag ohne klare Sicht (Impulswerkstatt Aurora)“

  1. Haha, schon der Titel gefällt mir und wie du das Zitat in die unklare Sicht eingebaut hast und daraus ein Ganzes geworden ist, finde ich sehr gut ! Ein gelungener Beitrag zu Foto+Zitat !

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