Heute Abend ist es so weit: Meine Freundesgruppe und ich unternehme wieder einmal etwas. Wir haben auf halb sieben abgemacht. Leider habe ich keine besonders gute Busverbindung und bin deswegen schon um sechs Uhr beim Volleyballfeld. Nach und nach treffen die anderen ein.
Dass mir Volleyballspielen Spass macht, hätte ich vor ein paar Jahren nicht gedacht, aber seit ich im letzten Semester mit meinen Mitschülern das Spieltag-Turnier gewonnen habe, bereitet mir das Spiel immer mehr Freude.
Also spiele ich jetzt so viel wie möglich mit meinen Freunden Volleyball. Am 5. Juli nehmen wir an einem Turnier teil und das möchten wir natürlich auch gewinnen.
Mit der Zeit wird es dunkel, weswegen wir aufhören zu spielen. Jetzt gehen wir nach drinnen und fangen an, Spiele wie „Bang!“ oder „Werwölfeln“ zu spielen.
Gegen ein Uhr nachts gehen wir wieder nach draussen. Zu solchen Uhrzeiten, mit Freuden unter freiem Himmel, fühle ich mich am wohlsten und bin auch am gesprächigsten. Vielleicht liegt es daran, dass ich mich nicht mit den Augen auf etwas konzentrieren muss oder es ist einfach die besondere Stimmung.
Wir laufen auf Feldwegen Richtung Wald. Neben uns verläuft die Strasse und manchmal kommt uns ein Auto entgegen, vereinzelt begegnen uns auch Velos. Es ist uns schon ein paar Mal passiert, dass uns Mofas fast angefahren hätten. Doch heute ist es sehr still.
Der Mond leuchtet rot und die Sterne sieht man auf dem Land super. Wenn man genau hinschaut, sieht man sogar die Milchstrasse, unsere Galaxie.
Wir setzen uns ins Feld. Wir haben perfekte Sicht auf den Himmel und die Stadt. Ein Geruch von feuchtem Laub und Erde weht vom Wald herüber. Ich fühle mich wohl wie nie zuvor.
Wir reden über Gott und die Welt. Gelegentlich fällt eine Sternschnuppe vom Himmel, dabei wünsche ich mir etwas.
Zeitweise sind wir ganz ruhig, wir schauen in den Himmel und lauschen dem Wind, der durch den Wald streicht.
WUMM. Ein Schatten fliegt über uns hinweg. Was könnte das gewesen sein? Ich weiss es nicht. Doch jetzt offenbart sich die Gestalt im Mondlicht. Eine gigantische Eule gleitet in Richtung Mond. Solch einen schönen Anblick habe ich noch nie zu Gesicht bekommen. Vollkommen fasziniert schaue ich ihr nach.
Wir sagen nichts, aber ich weiss, dass alle es gesehen haben. Die riesige Eule gleitet lautlos in Richtung Mond und verschwindet in der Dunkelheit.
Ein Moment, so still und besonders, dass er sich wie ein Traum anfühlt. Ich atme tief ein, spüre die Nacht, den Wind, das Leben und weiss: Diesen Augenblick werde ich nie vergessen.

