Gastrogangster in Biel (ABC-Etüde)

In einer grossen Stadt, genauer gesagt in Biel, arbeiteten nur sogenannte Gastrogangster.

Fedderico war einer von ihnen, ein junger Mann. Tagsüber bediente er Gäste, aber nachts verwandelte sich die geschlossene Bar in einen Treffpunkt für illegale Partys, auf denen seltene, psychedelische Zutaten verkauft wurden.

Eines Abends sprach der Boss mit Fedderico. Er sollte die neuesten und stärksten Zutaten bei den Franzosen zu einem guten Preis beschaffen. Als er das hörte, wurde er blass. Noch nie zuvor war er für einen Schwarzmarkt-Deal verantwortlich gewesen. Dass gerade er ausgewählt wurde, lag daran, dass er seit drei Jahren in diesem geheimen Hotel arbeitete und als zuverlässig galt.

Mit siebzehn hatte er angefangen, nun war er zwanzig. Für viele Gastrogangster war es eine grosse Ehre, so früh einen Auftrag zu erhalten, die meisten mussten sieben Jahre darauf warten. Der Boss machte ihm klar, dass der Deal beim nächsten Schwarzmarkt-Event stattfinden müsse, und das war bereits morgen. Fredderico wusste, dass er sich vorbereiten musste.

Am nächsten Abend herrschte in der Bar ohrenbetäubender Lärm. Suchend lief Fredderico durch die Menge, um einen Mann mit einem schwarzen Fedora-Hut zu suchen. Plötzlich sah er ihn: einen grossen, kräftigen Typ, mit einem schwarzen Fedora-Hut, auf dem ein kleines, goldenes Symbol glänzte.

Fredderico trat näher und sagte leise: „Je suppose que c’est toi qui m’attends.“

Der Mann nickte und bedeutete ihm, zu folgen. In einem dunklen Bereich der Bar öffnete er seinen Koffer. Darin lagen die begehrten Zutaten. Doch kaum hatte Fredderico den Blick darauf gerichtet, flog die Tür auf.

„Polizei! Hände hoch! Keine Bewegung!“

Vor Schreck stockte ihm der Atem. Der Mann mit dem Fedora lächelte kalt, als hätte er genau auf diesen Moment gewartet. Feddericos Herz pochte so heftig, als würde es jeden Moment bersten.


Dieser Text ist Teil der ABC-Etüden, eines Projekts, das von Christiane am Leben gehalten wird. Im Oktober ’25 müssen die Begriffe Gastrogangster, bersten und psychedelisch vorkommen. Die Länge des Textes darf 300 Wörter nicht überschreiten. Geschrieben wurde dieser Text von Kunsel im Wahlfach Bloggen 25/26.

4 Antworten auf „Gastrogangster in Biel (ABC-Etüde)“

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