Inspiriert von Giacomo Puccinis Oper „Madama Butterfly“
Ray, der amerikanische Soldat, hatte eine wichtige Mission zu erfüllen: einen Japaner namens Kokyou zu töten. Er hatte über tausend Menschen ermordet und niemand wusste, warum oder wo er sich versteckte.
Ray flog nach Japan. Mithilfe eines Blattes, das nur teilweise übersetzt war, begann er, nach Kokyou zu suchen. Seine Spur führte ihn in einen tiefen Wald nahe dem Fujiyama, dem berühmten Berg Japans. Ray war sich sicher, dass Kokyou sich genau dort verstecken würde, weit weg von der Zivilisation.
Die Nacht brach herein. Nebel zog durch den Wald und die Dunkelheit wurde immer dichter. Trotzdem setzte Ray seine Suche fort. Wenig später entdeckte er eine kleine Hütte, umgeben von Nebel und flackernden Kerzen. Aus dem Inneren hörte er das leise, verzweifelte Weinen einer jungen Frau. Ray klopfte an die Tür. „Hallo? Ist jemand da?“
Das Weinen verstummte. Ray wartete einen Moment. „Ich weiss, dass jemand hier drin ist. Mach auf, oder ich breche die Tür auf.“ Die junge Frau verstand seine Worte nicht. Schliesslich brach Ray die Tür auf und trat ein. Sie war vor Angst wie erstarrt und versuchte, sich zu verstecken, doch Ray entdeckte sie sofort. „Ganz ruhig“, sagte er leise.
Er bemerkte ihre Kette, auf der ein Name eingraviert war: Kyumi. Sie war noch sehr jung, aber kein Kind mehr. Kyumi hatte offenbar keine Ahnung, wer ihr Vater wirklich war oder was er getan hatte. Er lebte abgeschieden, um sie zu schützen und um seine Verbrechen zu verbergen. Ray blieb bei ihr, bis sie sich etwas beruhigt hatte. Er war erschöpft von der Reise und der Suche. Schliesslich schlief Kyumi ein.
Gegen sechs Uhr morgens hörte Ray ein Geräusch von draussen. Er erkannte die Stimme sofort. Kokyou. Ray rannte hinaus. Es kam zu einem heftigen Kampf. Kokyou griff nach Rays Gewehr und zielte auf ihn. In diesem Moment wachte Kyumi von den Geräuschen auf und lief nach draussen. Sie stellte sich zwischen die beiden und begann verzweifelt zu sprechen. Ray verstand kein Japanisch, doch er erkannte ihre Angst. Im letzten Moment riss Ray Kokyou zurück und stiess ihm seine Klinge ins Herz. Kokyou brach tot zusammen.
Ray drehte sich um.
Kyumi rannte auf Ray zu und umarmte ihn so fest sie konnte. Ray zögerte einen Moment, dann legte er vorsichtig die Arme um die junge Frau und hielt sie ebenfalls fest. Für beide fühlte es sich an, als würde die Zeit stillstehen. Keiner wollte diesen Augenblick verlieren. Doch Ray wusste, dass er gehen musste. Seine Mission war erfüllt. „Es ist Zeit für mich zu gehen, Kyumi“, sagte er leise und beugte sich leicht zu ihr. „Liebst du mich?“ „Natürlich“, antwortete er ohne zu zögern. „Ich liebe dich bis zum Mond und zurück.“
Er lehnte sich näher zu ihr. Kyumi begann zu sprechen, doch für einen kurzen Moment schien die Zeit stillzustehen. Sie bewegten sich nicht, aber ihr Herz schlug heftig in ihrer Brust. Schliesslich beugte sich Ray zu Kyumi und küsste sie sanft, voller Liebe, als hätte er Angst, sie könnte in Stücke zerbrechen.
Kyumi rührte sich nicht. Als Ray sich von ihr löste, öffnete sie langsam die Augen. Als sie wieder aufsah, war Ray verschwunden.
Kyumi blickte auf den leblosen Körper. In diesem Moment wurde ihr klar, was sie getan hatte, was sie aus Liebe zugelassen hatte. Denn Kokyou, der gestorben war, war ihr Vater.
(Fortsetzung möglich.)

