Das mysteriöse Haus (Enea)

Wie alles begann …

Ein kleines, verlassenes Haus stand irgendwo in der Schweiz, in einem kleinen Dorf. Niemand interessierte sich für das Haus, es stand einfach nur leer und verlottert da.

Es war ein düsterer Tag, als ein kleiner Junge, etwa 8 Jahre alt, es erforschen wollte. Obwohl er Angst hatte, betrat der das Haus und stieg gleich in den obersten Stock. Dort befand sich ein Schlafzimmer mit nur einem Bett und einem Fenster, durch das Fenster sah man weit aufs Gelände.

Auf dem Bett lag ein Brief, es war ein Abschiedsbrief. Der nahm den Brief in die Hand und hörte Schritte, die immer näher kamen und dann hörte man aus dem Haus nichts mehr. Nur noch Stille. Der Junge aber blieb verschwunden und niemand hörte je mehr von ihm.

Die Polizei ordnete an, das Haus abzureissen, was auch getan wurde. In den Trümmern des Hauses fanden sie nichts, ausser einem Bett, das von Scherben des Fensters übersät Sie wollten das Bett verbrennen, aber die Flammen erloschen immer aufs Neue. Sie warfen das Bett über eine Klippe, aber als sie nachschauten, hatte es keine einzige Schramme.

Schliesslich gaben sie ihre Versuche auf, das Bett zu zerstören und es landete auf der Müllhalde. Da wurde es von einem Obdachlosen genutzt, der so endlich einen Schlafplatz gefunden hatte.

Jetzt – zehn Jahre später

Aber dann eines Abends, viele Jahre nach dem Verschwinden des Jungen kehrte der Obdachlose zum Bett zurück und da lag fremde Kleidung darauf. Es waren Kinderkleider! Beim Anblick dieser Kleidung kehrten Erinnerungen an seine Kindheit zurück. Der Obdachlose hatte keine schöne Kindheit erlebt, ihm war furchtbares angetan worden.

Kindheitserinnerungen des Obdachlosen

Eines Tages hatte er seinen Onkel besuchen wollen. Auf dem Weg lief er an einem alten, verlassenen Haus am Stadtrand vorbei. Er wollte da unbedingt rein, weil es für einen 8-Jährige spannend und verlockend war. Als er jedoch im oberen Stock war, wurde er von einem Mann entdeckt. Dieser Mann schleppte ihn aus dem Haus. Beim Herausgehen hatte der Junge einen Brief (der auf dem Bett lag) eingesteckt und mitgenommen.

Er wurde zu einem Haus geschleppt und dort in einen Keller gesperrt. Es gab ein wenig Licht von einer Glühbirne und es standen ein Teller Chips und ein Glas Wasser da. Der Junge war traumatisiert und wollte natürlich fliehen. Aber es gab eine Möglichkeit, der blieb in diesem Keller eingeschlossen. Jeden Tag ass er am Mittag und am Abend nur zwei Chips, da er nicht wusste, ob und wann er Nachschub bekommen würde.

Nach zwei Jahren wurde er einmal pro Monat aus dem Keller gelassen, um Arbeiten für seinen Entführer zu erledigen. Er musste beispielsweise abwaschen oder das Auto putzen. Doch dann sah er eines Tages das Garagentor ein wenig offen stehen. Der Junge packte diese Chance und rannte weg. Er rannte um sein Leben! Er rannte und rannte.

Als er an einem Haus ein Fahrrad stehen sah, nahm er es und fuhr so schnell wie möglich weiter, bis er in einer Stadt ankam. Er ging direkt zur Polizei und erzählte alles. Nach zwei Jahren war er endlich frei! Die Polizei stellte Ermittlungen an und tatsächlich fanden sie den Entführer. Jedoch war er tot. Der Junge hatte keinen Ausweis, keinen Beweis, dass es ihn eigentlich wirklich „gab“. So blieb ihm nichts anderes übrig, als auf der Müllhalde zu leben.

Jetzt

Als der Obdachlose diese Kinderkleider durchsuchte, fand er einen Brief in der Hosentasche. Darin stand:

Lieber Junge, du wirst das lesen eine Nacht bevor du von uns gehen wirst. Ich habe dir diesen Brief gegeben, um mich zu entschuldigen. Ich will nicht mehr so weiterleben und du auch nicht. Morgen wird es so weit sein.

Er verstand kein Wort von dem, was da stand. Er hatte keine Ahnung, an wen der Brief gerichtet war. Dann jedoch wurde ihm plötzlich klar, dass dies der Brief sein musste, den er damals eingesteckt hatte. An dem Tag, an dem er entführt worden war. Er erkannte auch das Bett wieder – es war das Bett aus diesem Haus.

Und nun kehrten auch alle anderen Erinnerungen zurück. Er wusste genau, wo er früher gelebt hatte. Verzweifelt machte er sich auf die Suche nach seiner Familie und seinen Freunden. Und sein Leben wurde endlich wieder gut. Er kehrte zu seiner Familie zurück. Seine Mutter erzählte ihm unter Tränen, dass sein Kinderzimmer noch genau so aussehe wie am Tag seines Verschwindens.

Er war so dankbar und öffnete die Tür seines Zimmers: Da stand das Bett aus dem mysteriösen Haus.

3 Antworten auf „Das mysteriöse Haus (Enea)“

  1. Enea, ich finde es sehr toll, dass du zuerst die Geschichte in der Vergangenheit erzählst und dann von dem 8-jährigem Jungen zu dem Obdachlosen gewechselt hast. Das macht die Geschichte doppelt so spannend, da man am Anfang nicht wusste, dass der Obdachlose dieselbe Person wie der 8-jährige Junge war.

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