Beerdigung meiner Grossmutter (Lorik)

Meine erste Beerdigung

Meine Grossmutter ist während der Projektwoche am 5. April gestorben. Sie hatte Bauchspeicheldrüsenkrebs und wir wussten, dass sie nicht mehr lange bei uns sein wird, weil das eine schlimme Krankheit ist. Also habe ich mir drei Tage frei genommen und bin noch an diesem Tag nach Kosovo geflogen.

Der Körper meiner verstorbenen Grossmutter war noch im Haus, das heisst, ich konnte sie nochmals sehen. Ich war schon traurig, als ich sah und wie fest sie sich verändert hatte. Aber ich bin auch froh, dass sie nicht mehr lebt, weil sie jetzt von ihrem Schmerz erlöst ist, weil sie unvorstellbare Schmerzen hatte. Ihr fiel es sehr schwer, nur zu laufen oder aufs WC zu gehen.

Am 6. April, also am nächsten Tag, war die Beerdigung. Ich war noch nie zuvor auf einer Beerdigung, weil mein Vater mich noch nicht für alt genug hält. Dieses Mal wollte er mich auch nicht mitnehmen, aber ich bestand darauf, meiner Grossmutter das letzte Geleit zu geben.

Die Beerdigung fing am Morgen um 8 Uhr an. Ich begrüsste die Leute, die gekommen sind, um ihr Beileid auszusprechen. Von 8 bis 12 Uhr bin ich nur gestanden, weil ich die Leute leitete, wohin sie gehen mussten. Um 12 Uhr begann die eigentliche Zeremonie.

Einige Personen meiner Familie gingen den Körper meiner Grossmutter waschen. Die anderen haben gewartet, bis es soweit war. Danach befand sich meine Grossmutter in einem weissen Sarg und wir trugen ihn zum Friedhof meines Dorfes. Neben dem Grab meines Grossvaters, der im Oktober verstorben ist, war bereits ein Loch ausgehoben. Wir stellten den Sarg neben dem Grab ab.

Der Iman hat noch etwas auf Arabisch gesprochen und erst danach durften wir den Sarg ins Loch hinunterlassen. Anschliessend haben wir Männer begonnen, das Loch mit Erde zu füllen. Wir haben uns noch ein letztes Mal von ihr verabschiedet und gingen nach Hause.

Das war noch nicht das Ende der Beerdigung, sondern nur der erste Tag. Bei uns dauert eine Beerdigung drei Tage lang. Beim ersten Tag wird die Person begraben und an jedem Tag werden die Verwandten zum Essen eingeladen, also drei Tage lang. Da Ramadan war, haben wir unsere Verwandten zum Iftar eingeladen. Diese drei Tage waren sehr anstrengend, weil meine Familie sehr im Stress war. Das Essen für 170 Personen auszuteilen, ist nicht gerade einfach.

Noch zu erwähnen, meine Grossmutter kannte viele Menschen und das ist der Grund, wieso so viele gekommen sind.

2 Antworten auf „Beerdigung meiner Grossmutter (Lorik)“

  1. Mein herzliches Beileid! Ich war auch noch nie an einer Beerdigung und ich hoffe ich werde das auch noch lange nicht machen müssen, ich kann mir das nur sehr schmerzhaft vorstellen.

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