Klassenlager – eine Woche in der Hölle

Yeah, how I said, a week in hell. (It’s a joke btw)

Wir waren in der Woche vom 04.04. bis am 08.04. im Lager, in Signau, Kanton Bern. Während dieser Woche haben wir zusammen viele Aktivitäten gemacht und viel gelacht. Ich weiss, dass der Titel nicht wirklich danach klingt, aber es war ein sehr angenehmes Lager.

Montag

Ich lasse den langweiligen Teil beiseite und beginne von dem Moment an, als wir schon im Lagerhaus waren. Wir wurden in unsere Zimmer eingeteilt und danach gab es schon Mittagessen, was Frau Gloor und Frau Rauber gekocht hatten. Ich habe zwar nichts davon gegessen, aber ich behaupte, dass es geschmeckt hat. Nach dem Mittagessen konnten wir alle ein wenig chillen und zusammen Zeit verbringen.

Dorfrundgang

Eine Weile später nahmen wir an einer Dorfführung teil. Herr Sterchi ist ein Einwohner aus Signau und machte mit uns einen kleinen Rundgang im Dorf. Klar sahen wir nicht alles, aber die wichtigsten Orte hat er uns gezeigt und uns auch etwas darüber erzählt.

Erinnere ich mich an alles, was er erzählte? Nein. Kann ich euch trotzdem darüber berichten, auch wenn ich fast nichts verstanden habe? Ja. Ich interessiere mich eigentlich nicht für Geschichten von Dörfern oder was früher in Dörfern gemacht wurde, deswegen war für mich diese Dorfführung sehr langweilig, aber das ist Geschmackssache.

Während des Rundgangs sind wir zum Gemeindearchiv gegangen. Dort werden alte Bücher voller Dokumente aufbewahrt, wir durften auch rein. Da ich unter Klaustrophobie leide und der Raum ziemlich eng war, ging ich nicht rein. Jedoch konnte ich von draussen sehen, wie die Bücher aussahen.

Da diese Dokumente sehr wichtig sind, muss die Tür des Gemeindearchivs mit zwei Schlüsseln geöffnet werden. Diese Türe hat zwei Schlösser und Herr Sterchi erzählte, dass, wenn er einen der beiden Schlüssel jemand geben würde, der es ohne den anderen Schlüssel nicht schaffen würde, ins Archiv zu gelangen.

Vor dem Gemeindearchiv stehen drei mittelalterliche Glocken, auf denen Sätze drauf stehen. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, was genau stand, aber auf jeden Fall stand etwas auf den Glocken.

Herr Sterchi hat erzählt, dass früher auch in Signau öffentlich Leute hingerichtet wurden, wie es auf der ganzen restlichen Welt üblich war. Die letzte öffentliche Hinrichtung fand 1861 statt. Wenn man richtig überlegt, ist es gar noch nicht so lange her…

Die Häuser wurden sehr oft erwähnt, weil die sehr eigenartig aussehen. Sie haben, wie man im Bild unten sieht, eine Art runde Dächer. Das Haus auf dem Bild stand früher 3 m weiter vorne, jedoch musste das Haus zurückverschoben werden, weil die Strasse sonst für die Lastwagen zu schmal gewesen wäre.

Das war das Haus, das 3 Meter nach hinten verschoben wurde. Auf dem Bild sieht man auch den runder „Dachteil“, der ganz oben vorne ist.

Wir erfuhren auch, dass es früher viel mehr Geschäft als heute in Signau gab.

Heutzutage ist es ein Laden, in dem man Schreinerarbeiten anfordern kann, früher befand sich an diesem Ort der erste Laden des Dorfes.

Auf dem Bild sieht man, dass es in Signau früher zwei Schlösser gab. Die existieren heutzutage nicht mehr. Wo sie standen, ist heute eine Art Hügel zu sehen.

Darstellung der zwei Schlösser

Als wir ins Lagerhaus zurückkehrten, war der Tag schon fast zu Ende. Jetzt war endlich Zeit, uns auszuruhen.

Dienstag

Meine Klasse ging wandern, während ich eigentlich vorhatte, nach Hause zu gehen. Jetzt fragt ihr euch wahrscheinlich, warum. Als ich im Lager ankam, war ich schon ziemlich krank und hatte Fieber. Die Stunden vergingen und es wurde schlimmer. Deshalb wollte ich nach Hause.

Jedoch wollten Frau Rauber und Frau Gloor dringend, dass ich bleibe. Da ich die beiden wirklich sehr gerne habe, entschied ich mich zu bleiben. Ich musste allerdings nicht alle Aktivitäten der Klasse mitmachen, solange ich krank war. Das heisst aber nicht, dass ich die ganze Zeit im Zimmer am Handy war oder schlief.

Frau Rauber beschloss, dass wir zusammen Kuchen backen. Wir gingen in den Coop, den es hier in Signau gibt und kauften die fehlenden Zutaten ein. Mehl (wir backten auch das Brot im Lager selber) und Butter. Was ich an diesem Nachmittag lernte, ist, dass auf Zürichdeutsch Butter Anke heisst. Während des Kuchenbackens haben wir Musik gehört.

Den Kuchen gab es zum Zvieri, als meine Mitschüler von der Wanderung zurückgekehrt waren. Anscheinend hat er allen geschmeckt. Den restlichen Tag haben wir im Haus verbracht und zusammen am Töggelikasten gespielt, aber vor allem haben wir geredet und über alles gelacht.

Der Tag verging wie im Fluge und ich musste (zum Glück) nicht besonders viel machen, weshalb ich mich endlich ausruhen konnte. Am Abend spielten wir noch eine Challenge Fisch-Fang. Die Gewinner bekamen einen Eistee. Danach war schon Nachtruhe und wir mussten in die Zimmer gehen. Ob wir schlafen gingen oder nicht, wird wohl eine offene Frage bleiben.

Mittwoch

Nun war es schon Mittwoch und man merkte, wie die Zeit im Flug verging. Wie immer sind wir von Herrn Sigg geweckt worden. Auch wenn ich es hasse, so früh geweckt zu werden, war es nicht so schlimm wie sonst. Wir waren den ganzen Tag im Lagerhaus, das würde wahrscheinlich für viele Leute sehr langweilig klingen, jedoch war es sehr amüsant!

Etwas hätte ich fast vergessen zu erwähnen. Die Mädchen mussten um halb sechs am Morgen, mit Herrn Sigg joggen gehen. Sie haben mir sehr leidgetan. Ich musste nicht mit, da ich, als sie zu laut waren, noch unten im „Lehrerzimmer“ war, während sie im Zimmer hätten schlafen sollen.

Der Besuch des Kalligrafen

Es kam ein Kalligraf zu uns ins Lagerhaus. Herr Tschanz erzählte uns zuerst viel über die Evolution der Papiere und der Schreiberei. Ich empfand es als sehr interessant, allgemein halte ich es für unglaublich, wie weit die Menschheit in der Entwicklung ist und wie weit wir noch kommen werden. Man könnte mich missverstehen, wenn ich das schreibe, deshalb erkläre ich euch, was ich genau damit meine. Ich höre gerne Geschichten über früher, als die Menschen noch nicht Menschen genannt wurden, sondern Homo sapiens.

Die Evolution der Menschheit sieht man beispielsweise auch an den Fortbewegungsmitteln. Erst ritten sie auf Pferden, um von A nach B zu kommen und heute setzen sie sich in Autos, die ganz klar schneller als Pferde sind. Oder vom Briefe schreiben zum Nachrichten senden, die in Millisekunden bei der Person, der man etwas sagen will, ankommen.

Genauso ist es auch beim Schreiben. Erst schrieb man mit Federn, sass stundenlang da und schrieb mit viel Geduld und heute tippen wir alles am Laptop ein und sind in kürzester Zeit fertig. Das finde ich schon fast surreal und unglaublich, wie weit die Menschen sich in diesem Bereich entwickelt haben. Aber genauso interessant finde ich es, dass es bis heute Leute gibt, die fasziniert von den alten Schreibmethoden sind und sie auch immer noch praktizieren. Aber jetzt, zurück zum Lager.

Anschliessend erzählte Herr Tschanz uns mehr über die Materialien, besser gesagt, die „Stifte“. Als Kalligraf schreibt man mit Federn. Mit den verschiedensten Federn, Schwanen-Federn, Vogel-Federn und weiteren Federn. Er hat uns auch den Unterschied der Federn gezeigt. Wenn man mit einer Schwanen-Feder schreibt, sieht es nicht gleich aus wie mit einer Vogel-Feder.

Zudem hat er uns auch alte Bibeln mitgebracht, in denen alles mit Federn geschrieben wurde. Herr Tschanz zeigte uns nicht nur die alten Bibeln, sondern auch alte Zeichnungen und Liedtexte mit Noten, die alle von Hand geschrieben waren und mit wunderschönen, alten und eigenartige Schriften.

Daraufhin hat er darüber gesprochen, wie man die unterschiedlichen Farben, die Tinten, herstellte. Die rote Farbe wird zum Beispiel mit Blut gemacht. Schon klar, nicht von menschlichem Blut.

Das ist die rote Farbe, die aus Insektenblut gemacht wurde.

Nach diesen Einführungen durften wir selber ausprobieren und mit der Feder schreiben. Bevor man die Feder in die Farbe tunkt, muss man die Spitze der Feder mit Spucke befeuchten. Das macht man, weil sonst die Farbe nicht dran halten würde.

Zuerst mussten wir die schwarz gedruckte Schrift nachschreiben. Herr Tschanz erklärte und zeigte uns auch, wie man die Linien fetter oder dünner macht. Auf dem Bild unten sieht man, was ich geschrieben habe.

Hier habe ich probiert, die Namen der Leiter und meinen Namen aufzuschreiben. Ich habe das gemacht, nachdem ich bereits fertig war mit der Aufgabe. Danach durften wir selber alles schreiben, was wir wollten.

Nach einer Weile wurden wir unterbrochen, weil der Mann uns noch seine Arbeiten zeigen wollte. Ich fand seine Arbeiten unglaublich! Er nimmt sich wirklich viel Zeit für diese Arbeiten, die er macht. Das ist auch sehr lobenswert und er kann auch wirklich stolz sein auf seine Produkte, die er schreibt und zeichnet. Ich werde hier unten noch weitere Bilder hinzufügen von seiner Schreiberei.

Das ist eine seiner Arbeiten. Es ist eine Geburtsurkunde.
Hier ist nochmals eine seiner Arbeiten. Die Malereien sind ebenfalls von ihm. Man sieht ebenfalls einige golden leuchtende Stellen. Die wurde mit Goldpapier gemacht. Das sind ganz feine Scheiben Gold, die er bei seinen Arbeiten anwendet.
Auf diesem Bild sieht man die Unterschiede von den angewendeten Federn. Die unterste Schrift wurde mit einer Feder gezeichnet, die eigentlich gebraucht wird, um Notentexte zu schreiben.
Für die Schrift in der Mitte verwendete er eine Feder, die zwei Spitzen hatte. Die Verzierungen machte er mit einer Art Feder, die ein spitziges Ende hatte (die war allerdings aus Metall, genauso wie auch die Feder, die für die Notentexte verwendet wurde).
Die oberste Schrift wurde mit einer Vogelfeder geschrieben. Wir benutzten die gleichen Federn.

Nach dem Workshop durften wir zwei Stunden lang Spiele spielen. Ich jedoch habe mich entschieden, am Blog zu arbeiten. Ich wollte unbedingt diesen Teil schreiben, solange ich mich noch an alles erinnerte.

Donnerstag

Donnerstag, der zweitletzte Tag im Lager. Heute war das angesagt, worauf wahrscheinlich meine ganze Klasse wie kleine Kinder darauf gewartet hatten. Heute würden wir in die Kambly-Fabrik gehen! Dort dürften wir Kekse ausprobieren, so viele wie man nur wollte!

Nach dem Frühstück war es bereits Zeit, uns auf den Weg zu machen. Wir haben den Zug genommen von Signau bis Langnau, von Langnau ging es dann weiter bis nach Trubschachen. Als wir mit dem Zug ankamen, sah ich bereits die Kambly-Fabrik.

Bevor wir in die Kambly Fabrik gingen, machten wir einen Foto-OL. Wir haben Blätter bekommen, darauf waren Fotos von Orten, die wir finden mussten und dazu dann auch Fragen beantworten. Ich war mit Dion in einer Gruppe. Es war so organisiert, dass jede Gruppe an einem anderen Posten beginnen sollte. Jedoch, wie ihr es wahrscheinlich auch gemacht hättet, haben wir uns zusammen getan und uns gegenseitig geholfen.

Wir wollten alle so schnell wie möglich fertig werden, das wurden wir dann auch. Allerdings gab es einen Grund, wieso jede Gruppe an einem anderen Ort hätte beginnen müssen und dann der Reihenfolge nach weitergehen. Es durften nicht alle gleichzeitig in die Fabrik rein, was uns alle sehr genervt hatte. Deshalb sah Frau Rauber vor, dass wir gestaffelt ankommen.

Jetzt mussten jeweils warten, bis jede Gruppe der Reihenfolge nach drinnen war, danach musste dann die nächste Gruppe rein. Ich hatte bereits erwähnt, dass ich krank war und an diesem Tag ging es mir wahrscheinlich am schlechtesten. Deshalb konnte ich leider nicht wirklich viel von diesen Keksen essen, aber die, die ich probierte, waren sehr lecker!

Als dann alle Gruppen drinnen gewesen waren, warteten wir draussen, bis die Leiter (Frau Rauber, Herr Sigg, Frau Gloor und Thomas) auch rauskamen. Meine Klasse musste dann von Trubschachen bis Langnau wandern, zum Glück (vielleicht auch nicht) musste ich nicht mitgehen.

Stattdessen besuchte ich mit Frau Rauber den Arzt, da es mir nicht gut ging und das schon seit dem Anfang dieser Woche. Der Arzt hat nicht wirklich gesagt, was ich hatte. Er hat mir einen Nasenspray für meine verstopfte Nase gegeben, gegen meinen Husten hat er mir nichts gegeben. Es war ehrlich gesagt ein sehr komischer Arzt, der nicht wirklich wie ein Arzt aussah.

Nach dem Arztbesuch gingen wir in den Coop, um die Lebensmittel für das Abendessen zu besorgen. Danach mussten wir auch noch schnell zum Interdiscount, um Batterien für den Fieber-Thermometer zu kaufen. Und dann fuhren wir endlich zurück ins Lagerhaus, wo ich erst mal duschte. Eigentlich wollte ich dann Frau Rauber beim Abendessen helfen, jedoch ging es mir so schlecht, dass ich keine Kraft mehr hatte.

Etwa eine halbe Stunde später kehrten schon die anderen von der Wanderung zurück. Alle wollten sofort duschen. Aus irgendeinem Grund war jedoch nach der dritten Person das warme Wasser alle, weshalb es viel Gemotze gab.

Gleich nach dem Abendessen mussten wir die Handys abgeben, was auch wieder viel Gemotze verursachte. Ich schmunzelte jedes Mal, da, auch wenn wir das Handy hatten, fast niemand am Handy war, sondern immer alle Gespräche miteinander führten.

Es war immer sehr komisch am Abend nicht auf das Handy zu schauen und nachzuschauen, wie spät es ist. Deshalb konnte ich nie wirklich sagen, wann ich schlafen ging oder wann ich am Morgen aufstand. Das hat mich oftmals verwirrt. Ich bin es mich gewöhnt, am Morgen direkt auf mein Handy zu schauen, um nachzusehen, wie spät es ist und wenn es noch zu früh ist, schlafe ich weiter. Im Lager konnte ich das leider nicht machen.

Freitag – the last day

Vieles war geschehen, alle hatten viel Spass und alle haben viel gelacht. Jedoch, wie alles im Leben, ist es irgendwann vorbei. Es war wieder Zeit alles zu packen, das Haus zu putzen und zurück nach Hause zu gehen.

Und das war genau das, was wir an diesem Tag machten. Packen, Haus putzen, nach Affoltern am Albis zurückkehren. Frau Rauber fragte nach dem Frühstück, wer keine Lust hatte, die Zimmer zu putzen. Aber putzen mussten wir trotzdem 🙂 Unser Auftrag war, die Küche zu reinigen, die Teller und das Besteck abzuwaschen, der Kompost zu entsorgen und den Boden aufzunehmen.

Das haben wir sehr schnell und gut erledigt. Nachdem das Haus fertig geputzt war, erhielten wir auch unsere Handys wieder.

Das Lager hat Spass gemacht. Trotzdem konnte ich es kaum erwarten, mich wieder in mein Bett zu legen, schlafen und essen, wann ich wollte und mein Handy zu benutzen, wann ich Lust hatte. Auf der Rückreise waren wir alle sehr müde und nicht wirklich sehr gesprächig. Ich bin sogar eingeschlafen im Zug, von Bern bis zum Zürich HB. Allerdings war es wunderschön, am Ende dieses Tag wieder meinen Freund zu sehen und ihm all die Küsse zu geben, die ich ihm während des Lagers nicht geben konnte (kitschig).

Das Lager ist nun vorbei und ich will mich gerne bei meiner Klasse bedanken, die mir das Lager so unterhaltsam und lustig gemacht hat.

Allerdings geht mein Dank auch an Frau Rauber, die es riskiert hat, ihre Nerven zu verlieren, um mit uns in das Lager zu gehen. Sie war schliesslich diejenige, die uns diese Erfahrung ermöglichte. Ich bedanke mich auch herzlich bei Frau Gloor, die, auch wenn es ihr gesundheitlich nicht gut ging, trotzdem mit uns mitkam. Herr Sigg und Thomas verdienen wohl auch ein Dankeschön, es sind zwei tolle und lustige Herren, die auch ein wichtiger Teil dieses Lagers waren.

Und dies war mein einziges und letztes Lager an dieser Schule mit diesen unglaublich lustigen Leuten. Ah, ich hätte etwas fast vergessen – alles, was in einem Lager geschieht, bleibt auch im Lager.

Eine Antwort auf „Klassenlager – eine Woche in der Hölle“

  1. Liebe Jessica, es hat mega Spass gemacht, mit dir ins Klassenlager zu gehen. Ich würde gern nochmals ein solches Klassenlager erleben … <3
    Liebe Grüsse Mari

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