Es war einmal vor langer, langer Zeit.
Eine kleine Katze öffnet ihre Augen und schaut sich um. Zum ersten Mal kann es seine Umgebung wahrnehmen. Um es herum sind überall Menschen, und es fragt sich verwirrt, wo sie wohl sein könnte. Da kommt eine grosse Katze auf es zu. „Schön, dass du jetzt sehen kannst“, sagt die Katze sanft. Die Stimme kennt es doch. Es ist seine Mutter.
Plötzlich spürt es, wie etwas Nasses über seinen Rücken streicht. Zuerst erschrickt es. Dann erinnerte es sich, dass es das schon erlebt hat, als es noch blind war und nichts sehen konnte. Jetzt dreht es sich um und sieht, dass es seine Mutter ist, die es leckt. Es entspannt und fühlt sich sicher.
Das Kätzchen schaut zu seiner Mutter auf und fragt: „Wieso bin ich hier? Wo bin ich eigentlich?“ Die Mutter antwortet: „Wir sind zu Hause.“ „Das ist mein Zuhause?“, fragt das Kätzchen neugierig. „Ja, du lebst hier in Ägypten“, sagte die Mutter.
Das Kätzchen blickt sich um und findet die Umgebung wunderschön. Die Sonne scheint warm und alles fühlt sich friedlich an. „Ich fühle mich hier wirklich zu Hause“, denkt das Kätzchen glücklich.
Da fragt die Mutter: „Und willst du nur hier sitzen oder mit mir mitkommen?“ Das Kätzchen zögert keinen Moment. „Komm, ich zeige dir alles“, sagt die Mutter und führt das Kätzchen in die Menschenmenge. Das Kätzchen weiss gar nicht, wo es hinschauen soll. Es gibt so viel zu sehen und sie weiss nicht, wohin ihre Mutter sie führt.
20 Minuten vergehen und das Kätzchen ist erschöpft. Es schliesst für einen Moment die Augen. Doch als es die Augen wieder öffnet, ist seine Mutter nicht mehr in Sicht. „Oh nein, was mache ich nur?“, denkt sich das Kätzchen. Es schaut traurig umher, doch die Mutter ist nicht zu sehen. „Es ist wohl besser, wenn ich mich hier hinlege“, sagt das Kätzchen zu sich selbst. Langsam, aber wirklich langsam fallen ihm die Augen zu.
Plötzlich wird es von einem tiefen, brummenden Geräusch geweckt. „Was ist das wohl?“, fragt sich das Kätzchen verwirrt. Es öffnet die Augen und sieht, dass es in einer riesigen, vibrierenden Blechbüchse gefangen ist. Das Kätzchen schreit verzweifelt: „Hilfe, kann mir bitte jemand helfen?“ Niemand antwortet, aber es brummt weiter und brummt weiter.
Die Vibrationen und das Brummen erinnern es an das Streicheln seiner Mutter, und plötzlich fühlt es sich nicht mehr so ängstlich. Es entspannt sich und beginnt zu schnurren – ein leises, beruhigendes Geräusch, das aus seinem Inneren kommt.
Jahre später, als es selbst Junge bekommt, schnurren ihre Jungen auch, wenn sie sich glücklich und geborgen fühlen.
Und nun wisst ihr, warum Katzen auf der ganzen Welt schnurren.
Janis, WF Bloggen 24/25


Spannende Geschichte. Ich finde es toll, wie du sie geschrieben hast. Und wie du die Sachen so beschrieben hast, dass man es sich bildlich vorstellen kann.
Es freut mich, dass du dir meine Geschichte bildlich vorstellen konntest. Danke für die Rückmeldung.