Die lebendige Krippe

Am 1. Dezember schaute ich im Keller nach, welche Weihnachtsdeko wir haben. Dabei entdeckte ich eine Krippe, die wir seit Jahren nicht mehr aufgestellt hatten. Ich fragte mich, warum das so war. Da meine Eltern nicht zu Hause waren, beschloss ich, die Krippe einfach mitzunehmen.

Ich baute sie im Wohnzimmer auf. Die Krippe war farbenfroh und wunderschön gestaltet. Ich machte ein Bild und schickte es meinen Eltern. Doch sie hatten kein Internet, weil sie gerade in den Ferien waren.

Danach schaute ich meine Serie weiter. Draussen wurde es langsam stürmisch und ich wurde immer müder. Eigentlich sollte ich auf meine Schwester warten, bis sie nach Hause kam, doch ich schlief ein.

Plötzlich in der Nacht

Meine Augen waren noch geschlossen, aber ich bemerkte, wie es immer heller wurde. Ich rief laut: „Ich kriege meine Augen nicht auf!“ Nach einigem Blinzeln und Augenreiben gelang es mir schliesslich, sie zu öffnen.

Zu meinem Entsetzen war die Krippe lebendig geworden. Zuerst dachte ich, ich spinne oder träume oder bilde mir das alles nur ein. Doch egal, wie oft ich versuchte, mich zu wecken, es veränderte sich nichts. Also versuchte ich, es zu akzeptieren. Allerdings war nicht alles in der Krippe lebendig. Die Figuren der Menschen blieben unverändert, aber die Tiere bewegten sich, und das Stroh wirkte plötzlich grösser und echter.

Ich versuchte, die Schafe nach draussen in den Garten zu locken, damit ich keinen Ärger bekam. Doch meine Bemühungen scheiterten. Nach einer Weile kam meine Schwester nach Hause und begann laut zu schreien. Sie dachte, ich hätte den Verstand verloren.

Ich erklärte ihr alles und zeigte ihr die Krippe. Sofort sagte sie mir, dass wir diese Krippe nicht brauchen dürfen, weil sie immer um Punkt 2 Uhr nachts lebendig wird, wenn man sie wieder hervorholt.

Die Lösung

Zum Glück wusste meine Schwester, wie man die Krippe „bändigen“ konnte. Sie erklärte, dass man eine spezielle Flüssigkeit herstellen muss, die die Tiere vertreibt, damit sie wieder in ihren alten Zustand zurückkehren. Sie gab mir das Rezept:

  • 3 Esslöffel Öl
  • 5 Esslöffel Vanillezucker
  • blaue Lebensmittelfarbe

Das Ganze musste auf Stufe 5 gekocht werden, bis eine dickflüssige Masse entstand.

Als es so weit war, goss ich die eklige Masse in eine Schale und überreichte sie meiner Schwester. Sie ging zu den Schafen und machte sie mit der Flüssigkeit nass. Nach und nach verschwanden die Tiere, bis nur noch das Stroh übrig war. Das Stroh behielten wir und gaben es unseren Hasen.

Die Krippe versorgten wir schnell in eine Box, auf die wir gross „Nicht berühren!“ schrieben. Anschliessend brachten wir sie zurück in eine Ecke im Keller.

Endlich Ruhe

Endlich war alles wieder aufgeräumt und unsere Eltern haben bis etwas von der ganzen Sache mitbekommen.


Dieser Text ist im Wahlfach Bloggen 24/25 von Soraya entstanden.

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