Silvester / Neujahr
An Neujahr habe ich nichts Spezielles gemacht, ausser mich an diesem Tag mit meiner Familie auszuruhen. Später am Abend wurde es dann viel spannender, weil meine Mutter ein sehr leckeres Buffet vorbereitet hatte. Ausserdem gab es einen Karaoke-Abend in unserem Wintergarten. Ich hatte an diesem Tag sehr viel Spass, da meine ganze Familie mütterlicherseits da war, sogar diejenigen, die wir selten sehen, weil sie in Deutschland wohnen.
Zuerst haben wir zusammen gegessen, geredet und uns lustige Geschichten erzählt. Dann hat eine meiner Tanten ein wenig zu viel getrunken und ab diesem Moment ging der Abend richtig los. Sie ist auch sonst ein Spassvogel, aber als sie dann das Mikrofon in die Hand nahm, war es vorbei. Wir alle haben nur noch gelacht.
Um Mitternacht haben sich alle umarmt, geküsst und angestossen. Danach gab es verschiedene Kuchen, die ebenfalls von meiner Mutter gemacht wurden. Als wir alle satt waren, wurde ich langsam müde und ging schlafen, während die anderen noch bis 4 Uhr Party machten.
18. Geburtstag
Mein Bruder hatte am 3. Januar Geburtstag und wir schmissen eine grosse Party für ihn. Tagsüber haben wir noch im kleinen Kreis zu Hause gefeiert, aber am Abend ging es dann richtig los. Wir hatten einen Saal in Muri gemietet, da Geburtstage in unserer Kultur gross gefeiert werden.
Wir haben uns alle schick gemacht und sind zur Location gefahren. Als wir ankamen, waren die Sänger, Köche, Kellner und meine Eltern schon dort, um die letzten Vorbereitungen zu treffen. Bald trafen die ersten Gäste ein und die Party begann. Zuerst gab es einen Apéro, bevor das eigentliche Essen serviert wurde. In dieser Zeit wurde viel getanzt und gesungen.
Als das Essen kam, haben wir uns alle an die Tische gesetzt, die Musik wurde leiser gemacht und auch die Sänger haben mitgegessen. Nach dem Essen ging es wieder auf die Tanzfläche und ans Singen. Ich hatte unglaublich viel Spass. Meine Cousinen haben mir ein paar Drinks gegeben, die mich in eine etwas andere Stimmung versetzten. Meine Eltern und Onkel fanden es lustig, denn ich bin sogar auf die Tische gestiegen …
Die Zeit verging wie im Flug und bald wurde die Geburtstagstorte hereingebracht. Meine Eltern wurden sehr emotional und das hat mich auch zu Tränen gerührt. Nach der Torte verabschiedeten sich langsam die ersten Gäste, aber das hielt mich nicht davon ab, weiterzutanzen und Spass zu haben.
Meine Eltern, Tanten, Onkel und ich waren bis 5 Uhr morgens dort, das heisst, wir haben wirklich alles ausgenutzt und richtig Party gemacht.
Orthodoxer Heiligabend
Ich bin serbisch-orthodox, was bedeutet, dass wir Heiligabend und Weihnachten später feiern. Bei uns wird auch Heiligabend anders gefeiert. Wir müssen sehr früh aufstehen, um in den Wald zu gehen und ein Stück einer heiligen Eiche abzuschneiden, das wir mit nach Hause nehmen. Jedes Jahr wird ein neues Stück gesucht, während das alte entweder in der Kirche oder zu Hause verbrannt wird.
Das Essen an diesem Tag wird gross angerichtet, ist aber komplett vegan. Das liegt daran, dass sechs Wochen vor Weihnachten unsere Fastenzeit beginnt, die bis und mit dem 6. Januar geht. Das Fasten ist keine Pflicht, aber wer eine enge Verbindung zu Gott hat, hält sich meist daran. Man muss auch nicht die gesamten sechs Wochen fasten, denn schon nach einer Woche kann man in die Kirche gehen, sich Gott übergeben und das Fasten wird angenommen.
Am Abend geht man in die Kirche. Danach gibt es ein Ritual für die Kinder: Stroh wird auf den Boden gelegt und darauf werden Süssigkeiten und Geld geworfen, die die Kinder aufsammeln dürfen.
Weihnachten
An Weihnachten feiern wir ganz normal. Wir stehen auf, frühstücken und dann gibt es Geschenke. Was vielleicht etwas anders ist, wir öffnen die Geschenke erst am Abend. Danach ruhen wir uns aus, bis es Zeit fürs Abendessen ist, ausser wir bekommen Besuch. Sonst wird nichts Spezielles gemacht, wir verbringen den Tag einfach mit der Familie.

