Der Februar war ein Monat voller besonderer Erlebnisse, von den Schulferien über wertvolle Zeit mit meiner Familie bis hin zur Zusage für meine Lehrstelle. In diesem Rückblick erzähle ich, was mich bewegt hat und worüber ich nachgedacht habe.
Die Ferien begannen am 17. Februar 2025 und endeten am 28. Februar 2025. Zwei Wochen, die sich erstaunlich lang angefühlt haben. Irgendwann wurde es sogar langweilig. Ich hätte nie gedacht, dass ich mich mal wieder auf die Schule freuen würde.
Zeit bei meiner Grossmutter
In den Ferien war ich bei meiner Grossmutter in St. Gallen. Meine Tante wohnt im gleichen Haus wie meine Oma. Wenn sie weiss, dass ich Ferien habe, nimmt sie sich immer ein paar Tage frei, damit wir etwas unternehmen können.
Mit meiner Oma habe ich viel unternommen. Jeden Mittwoch gingen wir in die Kirche und bereiteten alles für den Sonntag vor. Da wir dann ohnehin schon in der Stadt waren, bummelten wir anschliessend noch durch die Läden und stöberten ein wenig.
Wir gingen auch gemeinsam einkaufen und besuchten das Grab meines Opas. Es ist mir sehr wichtig, Menschen, die mir nahe standen und verstorben sind, zu besuchen, wenn ich in der Nähe bin. Es klingt vielleicht seltsam, aber für mich persönlich ist das ein bedeutender Teil meiner Verbindung zu ihnen. Genauso wie in die Kirche zu gehen und für die Verstorbenen zu beten.
Kirche und Familie
Mit meiner Oma und meiner Tante besuchten wir jeden Sonntag die Kirche. Hier in Zürich gehe ich auch gerne, aber na ja, manchmal ist es kompliziert. Meine Eltern mögen gewisse Leute nicht, es gibt Diskussionen, Drama, und dann hat niemand Zeit oder Lust.
In einer griechischen Familie ist das manchmal wirklich anstrengend. Es gibt Menschen, die man aus dem Leben haben will, da sie einem und der Familie nicht guttun, aber sobald man Abstand nimmt, fängt das Geläster an. Plötzlich will jeder einen „Krieg“, der eigentlich total unnötig ist.
Deshalb gehe ich manchmal lieber allein in die Kirche. Ich gehe natürlich nicht jeden Sonntag, aber ungefähr alle zwei Wochen. Nebenbei gehe ich auch noch zum griechischen Tanzunterricht und die Kirche ist nicht weit entfernt.
Kino mit meiner Tante
Meine Tante und ich waren zweimal im Kino. Wir haben zuerst Der König der Löwen geschaut und danach Wunderschön. Beide Filme waren spannend und richtig cool gemacht.
Fastenzeit
Ich habe auch begonnen zu fasten. Bei uns Orthodoxen beginnt vor Ostern die Fastenzeit. In dieser Zeit darf man keine Milchprodukte, keine Eier, kein Fleisch, also nichts, was vom Tier kommt, essen. Also leben wir in dieser Zeit vegan. Ich selbst faste nicht die ganze Zeit durch, sondern nur die letzten drei Tage vor Ostern.
Mein Arzt hat mir verboten, länger zu fasten, weil mein Immunsystem seit meiner Operation zu schwach ist. Mein Körper hat sich seitdem sehr verändert, was ich gar nicht mag. Ich muss viele Medikamente nehmen, die mir eigentlich nicht guttun, aber wenn der Arzt es sagt, muss man sich daran halten.
Die Erinnerungen an meinen verstorbenen Opa
Immer wenn ich bei meiner Oma bin, kommen viele schöne Erinnerungen hoch, vor allem an meinen Opa.
Jeden Morgen um zehn hat er mich geweckt und dann gingen wir gemeinsam eine heisse Schoggi trinken im Laden nebenan. Ich liebte diese Momente. Ich kannte alle seine Freunde und durfte mir immer eine Tüte Süssigkeiten zusammenstellen. Meine Oma hat ihn später deswegen ausgeschimpft, weil Süssigkeiten nicht gut für mich seien.
Ich werde den 26. Dezember 2020 nie vergessen. Meine Oma und mein Opa lebten getrennt und waren geschieden. Es waren Weihnachten und wir verbrachten die Nacht bei meiner Oma, da sie in St. Gallen wohnt und wir den weiten Weg nach Hause spät am Abend nicht mehr antreten wollten.
Da mein Opa nicht in der gleichen Wohnung lebte, sondern eine Etage höher, rief ich ihn an, da Oma ihm etwas zu essen vorbereitet hatte. Doch er antwortete nicht. Das war eigenartig, denn er hatte sein Handy immer auf laut.
Ich sagte: „Ich gehe kurz rauf, vielleicht duscht er.“ Sofort antworteten meine Eltern mit Nein und gingen zusammen hoch zu meinem Opa. Meine beiden Tanten folgten ihnen, sodass meine Oma und ich allein in der Wohnung zurückblieben. Meine Oma versteckte sich hinter der Schranktür und weinte. Ich ging zu ihr und sagte ihr, dass alles gut werde und sie sich keine Sorgen machen müsse, obwohl ich nicht wusste, was auf uns zukommen würde.
Plötzlich klingelte das Festnetztelefon. Ich rannte hin und nahm ab. Meine Oma riss mir den Hörer aus der Hand und sprach mit jemandem. Ich weiss bis heute nicht, worüber genau gesprochen wurde.
Als meine Eltern und meine Tanten wieder nach unten kamen, war meine Mutter kreidebleich. Meine Mutter und ihre Geschwister gingen zu meiner Oma und sagten ihr, dass mein Opa von uns gegangen sei.
Mein Vater nahm mich in ein ruhiges Zimmer und sagte mir, dass mein Opa gestorben sei. Ich fing sofort an zu weinen und aus dem Zimmer nebenan hörte ich meine Oma laut schluchzen. Es war einfach nur schlimm.
Ich weiss, dass meine Oma meinen Opa auch nach der Scheidung immer noch liebte, doch sie konnte es ihm nicht mehr sagen. Trotzdem finde ich es schön, dass wir als Familie zusammenhalten.
Lehrstelle
Während der Ferien erhielt ich die Zusage für meine Lehrstelle, für die ich mich intensiv vorbereitet und beworben hatte. An diesem Tag war ich mit meiner Tante im Kino, um den Film Vaiana 2 zu schauen. Eigentlich war ich krank, doch da die Tickets nicht stornierbar waren, sagte ich meiner Tante: „Lass uns trotzdem gehen, mir geht es gut.“
Während des Films erhielt ich plötzlich einen Anruf von einer unbekannten Nummer. Ich eilte sofort aus dem Kino, da ich bereits vier Wochen gespannt auf eine Antwort gewartet hatte. Als ich abnahm, wurde mir mitgeteilt, dass ich die Lehrstelle bekommen hatte. Zwei Minuten lang musste ich mich zusammenreissen, um nicht vor Freude zu weinen.
Als Erstes rief ich meinen Vater an, um ihm die grossartige Neuigkeit mitzuteilen. Obwohl er in derselben Firma arbeitet, hatte er sich aus dem Bewerbungsprozess komplett herausgehalten. Vorher erzählte er mir noch, wie schwer es für ihn war, zuzusehen, während alle Informationen hatten und ich ungeduldig auf eine Antwort wartete.
Ich musste der Firma noch einige Unterlagen wie meine Versicherungsnummer und ID schicken. Ich war überglücklich, aber mir war auch klar, dass ich mich jetzt nicht ausruhen darf. Das Zeugnis des zweiten Semesters wird sicher angeschaut, weshalb ich weiterhin mein Bestes gebe.


Das mit deinem Opa tut mir sehr leid. Leider weiss ich auch, wie es sich anfühlt, wenn eine Person, die dir viel bedeutet hat, von dir weg geht. Ich finde es sehr toll, dass du sehr viel Zeit mit deiner Familie verbringst und Glückwunsch, dass du eine Lehrstelle bekommen hast!
Danke. Es ist nicht nur eine Person, die mir was bedeutet hat, sondern es geht auch um die Erinnerungen, die man mit dieser Person hatte. Mir ist es wichtig, dass ich mit meiner Familie viel mache, bevor es dann hart auf hart zu spät ist. Ich danke dir!