Ich schlafe. Etwas Warmes umhüllt meinen ganzen Körper, aber am wärmsten ist es in meinem Gesicht. Ich denke mir nichts dabei, weil ich am Wochenende oft von der Sonne geweckt werde. Die Sonne, die mit Wärme und Licht auf mich hinabscheint, bis ich fast explodiere vor Hitze. Doch heute bekomme ich das Gefühl nicht los, dass etwas anders ist.
Etwas knistert, deshalb öffne ich die Augen. Es ist nicht die Helligkeit, wie ich sie erwartet habe. Draussen ist es noch dunkel, trotzdem ist es hell. Ich schaue langsam nach oben. „Es brennt, es brennt!!!“ Doch niemand hört mich, weil ich alleine zu Hause bin. Meine Familie ist über Nacht in unserer Wohnung, in die wir in eineinhalb Monaten ziehen werden.
Ich muss schnell handeln. Ich muss die Feuerwehr anrufen. Doch vor lauter Stress habe ich die Telefonnummer vergessen! Leider habe ich sie nicht einmal als Notfallkontakt auf dem Handy gespeichert. Also rufe ich die 112 an. Die allgemeine Nummer für alle Notfälle.
Während ich durch das Haus renne, merke ich, dass sich das Feuer weiter ausbreitet. Weil ich keine Zeit verlieren darf, suche ich nach fünf Dingen, die mir nützlich erscheinen.
Ich nehme mir meine Decke, damit mir draussen nicht kalt wird.
Meine Powerbank, damit ich genügend Akku für mein Telefon habe.
Meine AirPods, damit mir bei langem Warten nicht langweilig wird.
Jetzt renne ich ins Erdgeschoss, nehme ein Paar Schuhe aus dem Regal, dazu eine Jacke und verlasse schleunigst das Haus.
Draussen rufe ich direkt meine Eltern an, damit sie Bescheid wissen, was vorgefallen ist. Meine Eltern machen sich deshalb sofort auf den Weg nach Hause.
Zum Schluss ist alles gut ausgegangen. Zuerst kam die Polizei, danach die Feuerwehr und schliesslich der Krankenwagen. Niemand wurde verletzt, der Brand konnte rasch gelöscht werden. Somit hatten die meisten unserer Sachen überlebt. Nur ein paar Matratzen, die wir im Dachstock aufbewahrt hatten, fielen dem Feuer zum Opfer.

