Tironisos und die erste Arbeitswoche

Hallo zusammen, ich bin’s wieder – Tironisos, mittlerweile 16 Jahre alt. Seit unserem letzten Kontakt sind nun schon zwei Monate vergangen, in denen ich bei der Firma Brühl Heizungen arbeite. Ich dachte mir, ich nehme euch mal mit in meinen Arbeitsalltag, damit ihr seht, was ich so mache.

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Mein Arbeitstag beginnt um 6.50 Uhr, das heisst, ich stehe um 6 Uhr auf, frühstücke und mache mich dann auf den Weg. In der Firma angekommen, gibt es erst eine kurze Teambesprechung, in der geklärt wird, wer wohin fährt und, in meinem Fall, mit wem ich unterwegs bin. Danach bereiten wir unsere Arbeitsmaterialien vor, laden sie in die Fahrzeuge und fahren los.

Heute steht der Einbau einer neuen Heizung auf dem Plan. Die alte, inklusive Boiler, soll ausgebaut und gleich entsorgt werden. Also laden wir die neue Heizung auf unseren kleinen Lieferwagen und befestigen sie gut mit Spanngurten. Auch einige Rohre packen wir obendrauf, da wir sie später noch brauchen werden. Auf dem Weg zur Baustelle hören wir coolen Techno, der sogar meinen Arbeitskollegen wach macht.

Am Haus angekommen, klingeln wir beim Besitzer und bitten ihn, die Garagentür zu öffnen, damit wir das Material nicht durchs ganze Haus transportieren müssen. Von der Garage geht es nur ein paar Stufen hinunter. Wir legen eine Schutzfolie aus, um den Boden nicht zu beschädigen. Als alle Vorbereitungen getroffen sind, beginnen wir mit dem Ausbau der alten Heizung, die schon in einem ziemlich schlechten Zustand ist.

Der Ausbau macht uns keine grosse Mühe und ist schnell erledigt. In nur einer halben Stunde ist die Heizung draussen. Der Boiler hingegen stellt sich als Problem heraus. Der Besitzer hat davor eine Wand mit einer sehr engen Tür eingebaut, durch die der Boiler nicht mehr passt. Um das Problem zu lösen, hole ich die Säbelsäge, entfernte die Verkleidung, und schliesslich bekommen wir das Ding doch noch durch die Tür.

Jetzt kümmere ich mich um das Verstauen des alten Materials auf der Ladefläche des Lieferwagens und sichere alles ordentlich mit Spanngurten und einem Netz. Meine zwei Kollegen tragen in der Zwischenzeit die neue Heizung in den Keller. Da ist höchste Konzentration erforderlich, da das gute Stück rund 20.000 Franken kostet.

Unten angekommen, setzen wir die Heizung an ihren Platz und beginnen mit den Rohrverbindungen. Das ist eine einfache Arbeit: Man verbindet die Rohre mit Doppelmuffen, setzt Ventile ein und presst die Verbindungen zusammen. Schritt für Schritt, bis alle Rohre miteinander verbunden sind.

Damit ist der Tag auch schon vorbei. Zurück in der Firma holen wir unsere Lunchboxen und fahren nach Hause. Dort angekommen, lege ich mich aufs Sofa und wiederhole jeden Arbeitsschritt, den ich heute gelernt habe, indem ich alles meinem Vater erzähle. Er interessiert sich sehr dafür und fragt gerne nach, wie mein Tag war.

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Am nächsten Tag fahren wir erneut zu diesem Kunden, da wir die Heizungsrohre mit einem Spülgerät durchspülen müssen, damit keine Fremdpartikel mehr in den Rohren sind. Die Spülung erfolgt mit einer speziellen Flüssigkeit, die die Rohre gleichzeitig auch schützt. Es ist zwar ein etwas langweiliger Vorgang, aber wir schlagen uns die Zeit um die Ohren.

Ab und an müssen wir in die Wohnung des Kunden und auf jedem der fünf Stockwerke die Heizungsventile für je vier Minuten öffnen. Nach getaner Arbeit laden wir alles wieder ins Auto und informieren den Hausbesitzer, dass wir fertig sind. Doch anstatt in die Firma zurückzufahren, ging’s direkt zum nächsten Kunden mit einem Heizungsproblem.

Dort angekommen, gehen wir gleich in den Keller, um uns die Heizung anzusehen. Das Problem ist schnell gefunden: Einer der Anschlüsse ist einfach zugedreht, somit ist das Problem schon gelöst. Weiter geht’s zurück zur Firma und dann nach Hause, um für den nächsten Tag wieder fit zu sein.

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Am nächsten Morgen bauen wir eine Erdsonde ein. Das bedeutet, wir werden draussen arbeiten. Wir laden die Erdsonde-Rohre auf unseren Kleintransporter und fahren mit dem nötigen Gerät zur Baustelle. Dort laden wir die Rohre ab, bringen sie in den Garten und platzieren sie entlang des Grabens.

Die Rohre werden mit einem speziellen Gerät, das mit Hitze arbeitet, verbunden. Anschliessend legen wir sie in den Graben und ziehen sie durch die Hauswand in den Keller, wo wir sicherstellen, dass kein Wasser eindringen konnte. Diese Arbeit beschäftigt uns den ganzen Tag , vor allem, weil wir mehrmals zurückfahren müssen, um fehlende Teile zu holen. Um 17 Uhr kehrten wir völlig erschöpft und müde zur Firma zurück. Dort angekommen, luden wir das Auto aus, dann ging’s nach Hause.

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Und jetzt mein absoluter Favorit der Woche:

Wir müssen nach Zug. Anfangs wusste ich nicht, dass wir auf eine Baustelle fahren, wo das Haus etwa eine Million Franken kostet. In meinem Kopf ratterte es: „Was, wenn ich hier einen Fehler mache? Dann kann ich meinen Job gleich kündigen.“ Aber vermutlich mache ich mir wieder einmal zu viele Gedanken. Ich muss einfach beginnen, zu arbeiten.

Kaum legen wir los, verfliegen meine Gedanken und Sorgen. Unsere Aufgabe ist es, in dieser Villa neue Heizungsrohre zu verlegen und diese dann mit der Heizanlage zu verbinden. Nichts Spezielles. Wir sind im Nu fertig, als hätten wir es mit einem Fingerschnips erledigt.

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So fühlte sich also meine erste Woche als Heizungsinstallateur an und sie endet mit meinem ersten richtigen Wochenende. Aber ich freue mich jetzt schon wieder auf Montag, wenn der Wecker klingelt und es heisst: auf zur Arbeit!

Ich, Tironisos, bin super glücklich mit meinem Chef und den Kollegen. Ich wünsche euch ein schönes Wochenende und sage: Bis bald!

Euer Tironisos


Wenn ihr noch mehr über mich erfahren wollt – von meinen ersten Schuljahren bis zu den grossen Träumen der Selbstständigkeit – dann schaut gerne in meine anderen Geschichten rein:

🔹 Die Schulerfahrungen des kleinen Löwen Tironisos
🔹 Tironisos und die Selbstständigkeit
🔹 Tironisos und die ersten Schritte im Berufsleben

Dort erfahrt ihr noch mehr über meinen Weg, meine Gedanken und was mich antreibt. Viel Spass beim Lesen!

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