Inspiriert von Giacomo Puccinis Oper „Madama Butterfly“
An einem sonnigen Tag im Jahr 1939 lief ein Mann namens Daimion Webster durch die Strassen Japans. Er war Soldat und das erste Mal in diesem Land. Er wollte die Stadt erkunden und sich in einem Supermarkt einen Kaffee kaufen. Zusammen mit seinen 14 Kollegen, die ebenfalls zur Armee gehörten, durfte er eine Zeit lang in Japan bleiben. Die einzige Bedingung lautete: Sobald ein Angriff drohen sollte, mussten sie so schnell wie möglich zurück in die USA.
Zwei Stunden später ging er in eine Telefonzelle und rief seinen Chef an. Er erzählte ihm, dass sie gut angekommen seien und die Reise ohne Probleme verlaufen sei.
Als er die Telefonzelle verliess, bemerkte er, dass es schon fast 18.00 Uhr war. Er rannte zurück ins Lager. Auf dem Weg passte er jedoch nicht richtig auf und stiess mit voller Wucht mit einer jungen Dame zusammen. Sie hatte viele Papiere in der Hand, die alle zu Boden fielen. Sofort half Daimion ihr beim Aufsammeln und entschuldigte sich unzählige Male. Die junge Frau ging danach ein Stück in dieselbe Richtung, und sie unterhielten sich weiter. Er erfuhr, dass sie Lynn-Jon-En hiess. Die beiden verstanden sich gut und lernten sich kennen.
Auf dem Weg passte er jedoch nicht richtig auf und stiess mit voller Wucht mit einer jungen Dame zusammen. Sie hatte viele Papiere in der Hand, die alle zu Boden fielen. Sofort half Daimion ihr beim Aufsammeln und entschuldigte sich unzählige Male. Die junge Frau ging danach ein Stück in dieselbe Richtung, und sie unterhielten sich weiter.
Während sie nebeneinanderherliefen und miteinander sprachen, merkten beide, dass sie gerne weiter Kontakt hätten. Lynn lächelte und schrieb ihm ihre Telefonnummer auf einen kleinen Zettel, den sie ihm in die Hand drückte. Er erfuhr, dass sie Lynn-Jon-En hiess. Die beiden verstanden sich gut und lernten sich ein wenig kennen.
Am nächsten Tag wollte Daimion sie anrufen. Er ging in eine Telefonzelle, tippte ihre Nummer ein und kam wenig später lächelnd wieder heraus. Es war das erste Mal, dass er mit einer Frau verabredet war.
Zurück im Lager erzählte er seinem Kollegen Bill alles. Das Treffen sollte um 14.00 Uhr stattfinden und inzwischen war es 11.00 Uhr. Daimion ging duschen, frisierte sich und kaufte Lynn Blumen. Punkt 14.00 Uhr stand er bereit. Wenige Sekunden später sah er Lynn, und zur Begrüssung umarmten sie sich. Sie sprachen ununterbrochen und verstanden sich hervorragend. Die Treffen wiederholten sich mehrmals.
Doch eines Tages erfuhr Lynn etwas, das sie sehr unglücklich machte: Daimion musste gehen. Sein Land war angegriffen worden und er wurde zurückbefohlen. Für Lynn brach eine Welt zusammen. Trotzdem schrieben sie sich jeden Tag Briefe.
Eines Tages jedoch erhielt Lynn einen Brief, der nicht von Daimion war. Verwundert öffnete sie ihn und traute ihren Augen nicht. Der Brief war von Bill.
Liebe Lynn
Daimion ist leider im Krieg von uns gegangen. Unser Lager wurde gestürmt und er wurde erschossen. Ich und drei andere sind die einzigen Überlebenden.
Bill
Als Lynn das las, brach sie in Tränen aus. Sie konnte und wollte es nicht glauben. Ihren Eltern erzählte sie davon, doch sie meinten nur: „Es hätte eh nicht lange gehalten.“ Dieser Satz traf Lynn noch härter. Ihre Depressionen wurden stärker. Sie versuchte alles, um dagegen anzukämpfen: Sie hörte Musik, ging spazieren und nahm Antidepressiva. Doch je mehr sie über Daimion nachdachte, desto trauriger wurde sie.
Plötzlich klingelte es an ihrer Tür. „Ein Brief … von Bill?“, murmelte sie und staunte, als sie die Handschrift erkannte: geschrieben von Daimion. Schnell öffnete sie den Brief.
Liebe Lynn
Ich wollte mich noch einmal verabschieden und dir sagen, dass ich dich über alles liebe. Es ist nicht leicht für mich, und darum möchte ich dir sagen, dass ich dich bis zu meinem Tod lieben werde.
Alles Liebe, dein Daimion
Nachdem Lynn das gelesen hatte, floss eine einzelne Träne über ihre Wange, nicht weil sie traurig war, auch nicht weil sie glücklich war. Sie war einfach überrascht, dass sie noch einen letzten Brief von Daimion erhalten hatte.
Doch ihre Depressionen wurden immer stärker. Sie war so traurig, dass sie es nicht mehr aushielt. In einer Vollmondnacht sass sie draussen auf einer Bank am Meer. Es war bereits nach 2.00 Uhr. Sie mochte die Dunkelheit, doch plötzlich schoss ihr ein letzter Gedanke durch den Kopf: Daimion.
Am nächsten Morgen wurde ihr Körper tot aufgefunden. Die Nachrichten berichteten von Selbstmord, doch die genaue Todesursache blieb unklar. In ihrer Trauer hatte sich Lynn entschieden, Daimion zu folgen.
Jetzt sind sie wieder beieinander.

