Inspiriert von Giacomo Puccinis Oper „Madama Butterfly“
Alles begann vor langer, langer Zeit, als Ca-ca-cio noch glücklich bei ihrer Familie in Japan lebte. Sie hatte ein ruhiges Leben, liebte ihre Eltern und half im Alltag, wo sie nur konnte. Doch nur wenige Monate später sollte diese Familienharmonie für immer zerstört werden.
Eines Tages schickte ihre Mutter Ca-ca-cio los, um neue Duftstäbchen für das Badezimmer zu kaufen. Ca-ca-cio ging wie immer zu Fuss in den kleinen Laden in der Nähe. Als sie diesen gerade wieder verliess, rempelte sie plötzlich ein junger Mann an. Er hatte braune Haare und trug Militärkleidung. Durch den Aufnäher auf seiner Jacke erkannte sie, dass der gut aussehende Mann Briton hiess und aus Amerika stammte.
Ca-ca-cio stolperte und wäre beinahe gestürzt, doch in letzter Sekunde fing der junge Mann sie auf. Nervös versuchte er sich mit knappen japanischen Worten zu entschuldigen. Ca-ca-cio musste heimlich lachen und sagte dann (natürlich auf Japanisch): „Kein Problem, ich hätte besser aufpassen müssen.“
Nach einem kurzen Gespräch lud der junge Amerikaner Ca-ca-cio auf einen Kaffee ein. Dabei erfuhr sie, dass er Briton Miller hiess, Soldat der amerikanischen Armee war und für einige Wochen in Japan stationiert bleiben würde. Das Gespräch war angenehm und liess beide spüren, dass mehr daraus entstehen könnte. Doch schliesslich mussten sich beide verabschieden.
Von diesem Tag an trafen sie sich fast jeden Tag. Sie spazierten durch die Stadt, redeten stundenlang und verstanden sich immer besser. Nach 30 Tagen waren sie offiziell ein Paar.
Schon bald begann Ca-ca-cio gemeinsam mit Briton nach einer gemeinsamen Wohnung zu suchen. Nach mehreren Wochen fanden sie ein kleines, schönes Häuschen in der Nähe von Ca-ca-cios Eltern. Obwohl sie sich über das Haus freute, hatte Ca-ca-cio grosse Angst, ihren Eltern zu sagen, dass sie mit Briton zusammenziehen wollte.
Ca-ca-cio verschwieg den geplanten Umzug. Das war aber eine dumme Idee, denn am Tag des Umzugs fiel ihren Eltern jedoch sofort auf, dass zwei Autos vor der Haustür standen. Briton, der helfen wollte, drückte den Fahrern Kartons in die Hand und bat sie, diese ins Auto zu laden.
Wenige Minuten später standen Ca-ca-cios Eltern stinksauer unten vor einem der Transporterfahrer, der gerade Kartons zuklebte. Kurz darauf kam auch Ca-ca-cio dazu. Es kam zu einem lauten Streit, bei dem Vorwürfe und Anschuldigungen fielen. Die Situation eskalierte immer weiter, bis Briton schliesslich wutentbrannt davonrannte.
Einige Tage nach Britons Verschwinden erhielt Ca-ca-cio einen Anruf von einer unbekannten Nummer. Sie zögerte lange, bevor sie ranging, entschied sich aber schliesslich, anzunehmen. Am anderen Ende meldete sich eine dumpfe Männerstimme, die auf Japanisch sprach: „Hey Ca-ca-cio, dein Briton ist bei mir im Keller. Er wartet darauf, dass du ihn abholst.“
Noch bevor sie etwas sagen konnte, legte der Mann auf. Ca-ca-cio war geschockt und verängstigt. Nach langem Überlegen entschied sie sich, niemandem etwas davon zu erzählen. Sie hatte Angst, dass es sich um eine Falle handeln könnte oder ihr niemand glauben würde.
Am Abend ass sie schweigend mit ihrer Familie. Ihre Mutter war immer noch wütend auf sie, weshalb Ca-ca-cio den gesamten Abwasch allein erledigen musste. Die Anspannung in der Familie war deutlich spürbar.
Am nächsten Tag erhielt Ca-ca-cio noch einen Anruf von der unbekannten Nummer. Der Mann sagte nur einen Satz: „Komm um 14.30 Uhr zu eurem Traumhaus.“
Es war bereits 14.20 Uhr. Ca-ca-cio geriet in Panik und machte sich sofort auf den Weg. Am Haus angekommen, lief sie einmal um das Gebäude herum, doch sie sah nichts Verdächtiges. Schliesslich entschied sie sich, das Haus zu betreten.
Was sie nicht wusste: Briton hatte gemeinsam mit seinem besten Freund geplant, Ca-ca-cio im Haus zu überraschen. Der Freund sollte draussen aufpassen, da Briton Angst hatte, Ca-ca-cio könnte aus Schreck weglaufen. Durch schlechte Absprachen und grosse Nervosität kam es jedoch zu einem tragischen Missverständnis.
Ca-ca-cio achtete nicht auf den Boden. Hätte sie es getan, hätte sie das offene Loch gesehen, das für Renovierungsarbeiten vorgesehen war. Als sie gerade einen Fuss darüber setzte, krachte plötzlich ein lauter Schuss. Der Freund Britons dachte, eine fremde Person betrete das Haus, und hatte panisch abgedrückt. Ca-ca-cio wurde getroffen und stürzte tot in das Loch.
Unten wartete Briton, der sie auffing. Als er erkannte, dass Ca-ca-cio tot war, brach er in Tränen aus. In diesem Moment beugte sich sein Freund über das Loch und fragte:
„Was ist passiert?“ Briton schrie ihn verzweifelt an: „DU HAST SIE GETÖTET!!!“ Der Freund wurde blass und stammelte: „Aber… ich dachte, das wäre jemand anderes.“
Kurz darauf ertönten laute Polizeisirenen. Nach den Ermittlungen wurde Briton festgenommen. Zwar hatte er Ca-ca-cio nur überraschen wollen, doch durch die Beteiligung an dem gefährlichen Plan, die illegale Waffe seines Freundes und die fahrlässigen Umstände trug er Mitschuld.
Eine Woche später sass Briton im Gefängnis. Ca-ca-cio hingegen ruhte friedlich in ihrem Grab.

