Klassenlagerbericht von Melvin

Tag 1 – Signau

Wir sind jetzt zusammen im Klassenlager in Signau, das liegt im Kanton Bern. Heute haben wir auf einem Dorfrundgang das Dorf Signau besser kennengelernt. Es war megainteressant, vor allem weil Herr Sterchi, der in Signau aufgewachsen ist, so viel über das Dorf weiss. Doch ihr werdet selber noch merken, wie viel er uns erzählt hat.

Gründung von Signau

Das Dorf wurde schon von Anfang Signau genannt, seit 800 nach Christus. Der Name ist so entstanden: Ein Herr namens Signau lebte in diesem Dorf und er war ein sehr gütiger Mann. Deshalb bekam das Dorf diesen Namen.

Spezielle Häuser

Wir haben uns die Häuser in Signau genauer angeschaut. Die Häuser in Signau haben alle eine auffällige Gemeinsamkeit. Die Dächer sind mit einer speziellen Technik gebaut. Diese Technik heisst Ründi. Die Häuser haben halbrunde Frontseiten. Auch bestehen die Häuser zu 80 % aus Holz. Persönlich finde ich das megaschön, also privat würde ich mir kein solches Haus kaufen, aber um mal mit Freunden darin zu übernachten, wäre sicher lustig und spannend.

Allgemeine Informationen über Signau

In Signau gab es früher sehr viele Geschäfte, es waren ca. 52 unterschiedliche Läden, Kleider, Lebensmittelläden und Metzgereien. Da immer mehr Leute Autos besassen und in die Nachbarstädte gefahren sind, um in den grossen Läden einzukaufen, mussten viele Geschäfte in Signau schliessen. Nun gibt es nur noch drei Läden, die offen haben und rentieren.

Es gibt sogar ein Dorfbrunnen. Früher holte das ganze Dorf dort Wasser. Heute gehört der Brunnen nur noch 13 Personen, also diese 13 Personen dürfen dort Wasser holen.

Wir waren auch im Dorfarchiv. Dort hatte es unfassbar viele Bücher. Ich habe sogar ein Buch aus dem Jahr 1847 gesehen.

Tag 2 – Die Umgebung erkunden

Wir wollten ursprünglich in den Wald grillen gehen. Aber dann gab es wegen des schlechten Wetters eine kurzfristige Änderung.

Wir konnten uns einen Lunch einpacken: Es gab Äpfel, Karotten, Farmer-Riegel und noch etwas Süsses und wir sollten die Wasserflasche mitnehmen. Ich habe mir nur einen Apfel genommen und die Flasche eingesteckt, denn ich hatte gerade erst gefrühstückt und war daher nicht wirklich hungrig. Ich ging ja auch davon aus, dass ich später ein saftiges Stück Fleisch zum Essen bekomme.

Wir sind nicht in den Wald, sondern an den Bahnhof gegangen und mit dem Zug losgefahren. Aber schon an der zweiten Haltestelle wieder ausgestiegen. Alle haben sich gefragt, was los sei. Erst da haben uns Herr Sigg und Thomas gesagt, dass wir eine Wanderung machen, also eine kleine Wanderung. Ich dachte mir, dass ich nicht weiss, was mich erwartet, denn es ist Definitionssache, was man unter einer kleinen Wanderung versteht.

Wir haben viel Land, d.h. Natur gesehen und das finde ich auch schön. Es ist einfach mal etwas anderes als in der Stadt. Wir haben sehr viel miteinander geredet und waren nicht nur am Handy, ich habe selten ein Handy gesehen. Man hat das Handy gelegentlich hervorgenommen, um ein Foto zu machen. Mit der Zeit ist das Laufen sehr einfach gegangen. Es könnte auch daran liegen, weil man ziemlich in die Themen, also ins Gespräch vertieft war. Fuad, Muhamed, Thomas und ich führten die Gruppe an.

Thomas, Fuad, Muhamed

Wir vier liefen zuvorderst und waren somit auch die schnellsten. Nach gefühlten zwei Stunden machten wir eine Pause.

Pause mit HUA

Herr Sigg erklärte uns das Spiel HUA. Ich nehme an, das kennen die wenigsten Leser dieses Artikels, deshalb erkläre ich, wie es gespielt wird. Es kann mit einem Samurai-Kampf verglichen werden.

Alle stehen in einem Kreis und tun so, als ob sie ein Schwert in den Händen halten würden. Sie halten den Griff in beiden Händen und stehen angriffsbereit, d.h. gebückt. Die Spitze des Schwertes zeigt nach vorne. Das ist die Grundposition.

Jemand beginnt, indem er so tut, als würde er sein Samurai-Schwert nach unten schlagen und dabei schreit er HUA. Zeitgleich schaut er einer Person in die Augen, das ist sein Gegner. Um den Schlag abzuwehren, hält der sein Schwert ebenfalls hoch und schreit HUA. Als Nächstes stechen sich die beiden neben dem, der sich verteidigt hat, in den Bauch und schreien HUA. Jetzt wird der nächste Spieler angegriffen. Das Ganz verläuft in einem Takt und wer aus dem Takt fällt oder etwas vergisst, fliegt aus dem Spiel.

Nach dieser Auflockerung sind wir weitergegangen und ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich nach dem Spiel keine Motivation mehr hatte. Wir waren auf der Zielgeraden, es dauerte nicht mehr lange, bis wir beim Haus sein würden. Ich war voller Energie und wenn man sich in diesem Zustand befindet, geht alles total einfach. Man ist einfach im Flow.

Nach 3 Stunden sind wir ins Haus zurückgekehrt. Ich habe mir dann mal angeschaut, wie viele Schritte ich gemacht hatte und wie lang die Strecke war, die wir gegangen sind. Über das Resultat war ich sehr erstaunt, wir sind über 10 km gelaufen. Ich habe mich wirklich gefreut und war sehr stolz auf meine Leistung.

Mich hat es aber auch glücklich gemacht, denn wir haben als Klasse etwas erreicht. Wir zogen das durch, ohne Gemotze. Das hätte ich nicht erwartet. Wir haben uns während der Wanderung viel besser kennen gelernt. Das ist für mich ein Erlebnis, das mir im Gedächtnis bleiben wird.

Abendprogramm mit dem Bauer

Gegen den Abend, also um 17:15, durften Muhamed und ich zum Bauern. Wir haben die Kühe kennen gelernt und durften sie melken. Auch erfuhren wir etwas über das Leben eines Landwirts.

Was mich sehr erstaunt hat, war das Aussehen der Kühe. Sie sehen nicht so aus, wie wir uns eine Kuh vorstellten, sie sind viel magerer. Aber das ist normal. Diese Kühe sollen nicht Fleisch, sondern viel Milch produzieren. Eine Milchkuh produziert ca. 25 Liter Milch pro Tag.

Das finde ich persönlich schon ziemlich viel. 25 Liter von nur einer Kuh. Der Bauer besitzt 18 Kühe. Das heisst, pro Tag ergibt das 450 Liter, das macht 3150 Liter pro Woche, im Jahr 163 800. Das entspricht 76 986 Franken. Aber wenn man nachdenkt, dann ist das praktisch nichts. Der Bauer muss Futter für die Kühe kaufen, er braucht Strom und einiges mehr. Abgesehen davon arbeitet er 365 Tag im Jahr, er kann also auch nicht in die Ferien fahren.

Wenn man das alles bedenkt, dann ist es verhältnismässig wenig Lohn, oder nicht?

Tag 3 – Schönschreiber und Bloggen

Der dritte Tag war sehr chillig, wir durften sogar eine Stunde länger schlafen.

Herr Tschanz, der Schönschreiber

Am späteren Vormittag kam ein Schönschreiber zu uns. Herr Tschanz erzählte uns die ganze Geschichte des Schreibens, von den Anfängen bis zum heutigen Tag.

Begonnen hat das Schreiben in der Steinzeit mit der Höhlenmalerei. Man zeichnete mit Kohle oder Blut Zeichnungen an die Wände. Danach wurde der Papyrus erfunden. Er besteht aus zwei Lagen Bambus, die aufeinandergelegt werden. Einmal mit der Faserrichtung senkrecht und einmal waagrecht.

Weiter ging es mit Pergament, das ist Tierhaut. Man hängte die Tierhaut auf und liess sie trocknen. Anschliessend schnitt man die Tierhaut zu Rechtecken. So entstanden Seiten. Nach einer Zeit kam man auf die Idee, einzelne Blätter zusammen zu befestigen. Damit war das Buch „geboren“.

Zuletzt wurde das Papier erfunden. Am Anfang bestand das Papier zu 99 % aus Holz. Damals existierte auch noch der Papierkäfer. Deshalb findet man in alten Büchern Seiten, die winzige Löcher haben. Heutzutage kann das nicht mehr geschehen, weil das Papier viele Klebstoffe und andere giftige Materialien enthält.

Bloggen

Am dritten Tag haben wir erfahren, dass wir diesen Blog schreiben dürfen. Unser Klassenlager-Artikel muss mindestens 1200 Wörter enthalten. Ich setzte mich nach dem Mittagessen sofort an den Laptop und begann zu schreiben. Ich hatte eine Riesenmotivation und hatte schon 1000 Wörter, als der Mittwoch noch nicht mal zu Ende geschrieben war.

Dann gönnte ich mir eine Pause und bin zu Frau Rauber in die Küche gegangen und habe ein bisschen mit ihr gequasselt. Nach ca. 20 Minuten habe ich die Pause beendet. Dann setzte ich mich wieder an den Laptop und schrieb weiter, bzw. ich habe den geschriebenen Text korrigiert. Das durfte ich an Frau Raubers Laptop machen. Sie hat da ein besseres Korrektur- und Stilprogramm darauf als auf den Schülerlaptops.

Ich habe geschaut, dass ich keine Wörter vergesse, dass der Satz Sinn ergibt und es keine unterstrichenen Wörter mehr gibt. Als ich das gemacht hatte, höre ich auf und lüftete mein Kopf durch.

Backgammon

Danach spielte ich erst mit meinen Mitschülern. Später habe ich mit Frau Rauber ein Spiel gespielt, das ich noch nicht kannte. Es heisst Backgammon. Ich habe sogar die erste Runde gewonnen und dieses Spiel hat mir direkt Spass gemacht. Ich hoffe, dass ich dieses Spiel nochmals mit Frau Rauber spielen darf.

Tag 4 – Kambly

Am Donnerstag haben wir die Kambly-Fabrik besucht. Wir haben den Zug nach Trubschachen genommen. Da haben wir einen OL gemacht, das ist ein Orientierungslauf. Wir mussten verschiedene Posten mit Hilfe einer Karte finden und Fragen zu den Orten beantworten.

Danach sind wir mit der OL-Gruppe in die Kambly gegangen und durften unbegrenzt Kekse essen. Alle Sorten von Schokolade bis zu salzigem Gebäck. Es gab so viele verschiedene Kekse, die kann man gar nicht alle aufzählen.

Ich habe sogar mitgegessen, eigentlich dürfte ich ja nicht, weil ich mich in meinem PU-Projekt mein Kalorien-Defizit thematisiere. Aber ich entschloss, dass ich mir das gönnen darf. Immerhin bin ich später noch 13 km gewandert. Da konnte ich mir das durchgehen lassen.

Wie gesagt, auch an diesem Tag haben wir eine Wanderung, d.h. einen Spaziergang gemacht. Wir sind von der Kambly-Fabrik zu Fuss zurück nach Langnau gegangen.

Ich lief wieder mit Thomas. Sobald ich mit ihm spreche, geht die Zeit rasant vorbei. Es ist immer unterhaltsam mit ihm. Was ich sehr spannend finde, er hat ein gutes Allgemeinwissen. Wenn ich ihm eine Frage stellte, die mit Allgemeinwissen zu tun hatte, dann konnte er sie mir immer problemlos beantworten. Ich habe noch nie eine Person gekannt, die auf diese Art so gescheit ist.

In Langnau nahmen wir den Zug nach Signau und dort mussten wir vom Bahnhof noch 15 Minuten zum Lagerhaus laufen. Das zerstörte meine Energie, die vorher noch hatte. Ich legte mich in mein Bett und gönnte mir eine Pause. Nach einer halben Stunde erwachte ich.

Nun spielte ich mit meinen Freunden unterschiedliche Spiele. Meistens UNO, bei dem immer grosse Aufregung herrschte. Es war megalustig und ein toller Zeitvertreib. Wir haben auch am Töggeli-Kasten Wettkämpfe ausgetragen. Da war ich sehr gut. Ich stand immer im Tor, schoss von hinten auf das gegnerische Tor und traf!

Danach ging ich in mein Zimmer und begann zu packen, da wir am nächsten Tag leider abreisen mussten.

Tag 5 – Abreise

So, nun sind wir am Ende des Klassenlagers angelangt. Es war der letzte Tag und wir mussten uns verabschieden, gerade jetzt, wo es am schönsten war.

Wir frühstückten und putzten danach das ganze Haus, bis es glänzte! Ich hatte Glück, denn ich durfte mit dem Hund spazieren gehen. Das gab mir die perfekte Gelegenheit, mich vor dem Putzen zu drücken, ohne dass ich mich drücken musste. Doch ganz drücken konnte ich mich leider nicht. Ich musste noch helfen, die Küche zu putzen. Aber Küche putzen, macht mir so oder so Spass, also war es für mich nicht schlimm. Da gab es Mitschüler, die fanden das wirklich schlimm.

Als dann die Besitzer gekommen sind, haben sie kontrolliert, ob alles sauber ist. Die Mädchen wurden nochmals hochgeschickt, weil die Toiletten noch nicht sauber waren. Bei den Jungs war alles in Ordnung. Wir haben es halt einfach im Griff 🙂 .

Jetzt machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof. Die Zugfahrt ging auf dem Rückweg irgendwie schneller vorbei. Wir haben uns unterhalten und auch geschlafen, weil man nach einer solchen Woche schon auch erschöpft ist.

Dankeschön!

Ich möchte mich noch bedanken beim Lehrerteam .

Danke viel, viel Mal. Ohne euch wäre diese Lager nicht möglich gewesen und wir hätten nicht so ein tolles Programm gehabt. Ich habe es ein Supererlebnis gefunden und finde, dass wir noch ein Abschlusslager machen könnten.

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