Oh lovely christmas
An Heiligabend umhüllte Schnee die Welt, ein stilles Panorama von Lichtern, Häusern und einem dunklen Wald in der Ferne. Für viele ein idyllischer Moment, doch für manche bleibt das ganze Jahr über ohne Glanz.
Stellt euch vor, einen Fernseher zu besitzen, der die Welt durch die Augen anderer Menschen betrachtet. Ein Apparat, der sowohl die schönsten als auch die schlimmsten Momente im Leben jedes Individuums zeigt.
Tauchen wir ein in eine andere Realität, in der dies möglich ist. Doch Vorsicht, der Besitzer dieses Fernsehers, Jeremiah, erlebte eine Abwärtsspirale. Frauen, Kinder, Dunkelhäutige, Obdachlose – die Tragödien häuften sich. Ich kann nicht ins Detail gehen, wir achten hier auf die Altersfreigabe 14.
Jeremiah, gezeichnet von Grauen, kannte keine Freude im Jahr. Diese Weihnachten sollten jedoch anders verlaufen. Hochgradig traumatisiert und zutiefst einsam, beschloss er, die Feierlichkeiten weniger festlich, dafür umso blutiger zu gestalten.
Ohne Familie oder Freunde erinnerte ihn Weihnachten an seine Einsamkeit, verstärkt durch Depression und Schizophrenie. Jeden Abend vor seinem Fernseher brach er in Schreie aus. Vor Angst? Niemand wusste es.
Jeremiah machte den Fernseher verantwortlich – ohne ihn wäre alles in Ordnung. Doch darin konnte ich ihm nicht zustimmen.
An Heiligabend ging er raus. In dem Moment, in dem er ein Kind sah, war es auch schon tot. Da fragt man sich, wie war das möglich? Die Eltern sollten die Polizei rufen, Passanten eingreifen.
Aber ihr vergesst etwas: Welches Kind ist an Heiligabend draussen? Jeremiahs Logik war simpel: Kinder draussen hatten ähnliche Probleme wie er und er wollte sie befreien. Es gab keine Passanten, nur Dunkelheit.
Er mache einen Rundgang durch seine Stadt, ein letzter Anblick. Ab einem gewissen Zeitpunkt wollte er nicht nur die Kinder, nein, er wollte jede einzelne Seele auf dieser Welt retten. Natürlich ein aussichtsloses Unterfangen.
An Weihnachten wurde er verhaftet. Die Polizei stellte fest, dass er an diesem Abend 134 Leuten das Leben genommen hatte. Im Gerichtssaal konnte er nur einen Satz sagen: „Es ist die Schuld des Fernsehers!“ Diagnosen von mentalen Krankheiten führten zur Einweisung in die Psychiatrie statt ins Gefängnis. Dort verbrachte er den Rest seines Lebens.
Die zentrale Frage bleibt: Wo ist der Fernseher? Es stellte sich heraus, Jeremiah war schon lange krank. Die Gräuel, die er auf dem Bildschirm sah, existierten nur in seinem Kopf.
Heute Nacht treibt er sein Unwesen. Also sei vorsichtig, gehe nicht an Heiligabend nach draussen.


Ich finde deine Idee für diesen Artikel megacool. Zu sehen, wie andere die Welt sehen, das wäre sicher auch sehr spannend.